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Dresden: Offene Fragen zum Neustädter Markt

Das Landesamt für Denkmalschutz hat den Platz samt Straße auf Wunsch der Stadt unter Denkmalschutz gestellt. Das hat Folgen für die Neugestaltung.

Die Brunnen am Neustädter Markt standen schon länger unter Denkmalschutz, jetzt gilt der Status für den gesamten Platz, der hier im Frühling zu sehen ist.
Die Brunnen am Neustädter Markt standen schon länger unter Denkmalschutz, jetzt gilt der Status für den gesamten Platz, der hier im Frühling zu sehen ist. © Archivfoto: Christian Juppe

Dresden. Er ist ein wichtiger Platz, der den Übergang von der Alt- zur Neustadt markiert, der Neustädter Markt. Deshalb gab es ein langes Wettbewerbsverfahren dazu, wie er und das Königsufer künftig gestaltet werden könnten. Auch Dresdner Bürger waren daran beteiligt. 2019 ging der Ideenwettbewerb mit einem Siegerentwurf zu Ende, im Stadtrat wurden weiterführende Beschlüsse gefasst.

Doch inzwischen gibt es eine völlig neue Situation: Seit 31. Mai steht der Neustädter Markt unter Denkmalschutz. Nicht nur für die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) kam diese Entscheidung sehr überraschend. Vor allem deshalb, weil in alle Prozesse zum Platz die städtische Denkmalbehörde sowie das Landesamt für Denkmalpflege einbezogen waren. "Warum hat die städtische Denkmalbehörde dann einen Antrag zur Unterschutzstellung beim Landesamt gestellt?", fragt Torsten Kulke, der Vorstandsvorsitzende der GHND. Der Schutzstatus betrifft nun den gesamten Platz, einschließlich der Bundesstraße 170.

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Das habe erhebliche Auswirkungen auf die Umsetzung der Wettbewerbsergebnisse, so Kulke. Aus seiner Sicht sind damit legitimierte demokratische Prozesse durch die Denkmalpflege hintertrieben worden. Die bis dato investierten Steuergelder für die eingesetzten Wettbewerbe seien verschwendet worden. "Darüber hinaus dürfte aber auch die Zeit, welche die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zur Bewältigung der bisherigen Arbeit aufgewendet haben, verlorene Stunden und damit Steuergeld sein."

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In einem Brief hat sich die GHND nun an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gewandt. Darin fragt sie unter anderem, wann er in den Vorgang einbezogen wurde und welche Personen aus der Stadtverwaltung Kenntnis von diesem hatten. Zudem sei zu klären, wann der gesamte Stadtrat in diese Entscheidung einbezogen war, immerhin habe es eine achtwöchige Widerspruchsfrist gegeben. Kulke fragt weiter, was in der Frist von der Stadtverwaltung unternommen wurde, um Schaden abzuwenden und wie jetzt eine Entwicklung des Neustädter Marktes ermöglicht werden soll.

Möglicherweise plane die Stadtverwaltung, rechtlich gegen einzelne Punkte der Unterschutzstellung vorzugehen und diese wieder aufheben zu lassen, zum Beispiel, was die B170 betrifft. Kulke wartet nun auf eine Antwort des Oberbürgermeisters.

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