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Pegida sagt Adventslieder-Singen ab

370 Polizeibeamte sichern eine stationäre Kundgebung ab und kontrollieren Corona-Auflagen.

Pegida - dieses Foto entstand im Oktober - hat das Adventslieder-Singen im Dezember abgesagt.
Pegida - dieses Foto entstand im Oktober - hat das Adventslieder-Singen im Dezember abgesagt. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Pegida hat weiter Probleme mit Gästen und Gastrednern. Angeblich wegen möglicher Quarantäne- und anderer Auflagen hat Redner Wolfgang Taufkirch das für Sonnabend, den 19. Dezember, geplante Adventslieder-Singen abgesagt. Dazu habe sich das "Orga-Team" am Montagvormittag „schweren Herzens durchgerungen“, so Taufkirch.

An diesem Sonnabend habe die rechtspopulistische Initiative die Feier ihres sechsjährigen Bestehens nachholen wollen, das Pegida erst im Oktober kurzfristig abgesagt hatte. Auch damals war einer der Gründe, dass ausländische Gastredner nach ihrem Besuch in Quarantäne gemusst hätten. Tatsächlich scheint die Bewegung jedoch anhaltend Probleme mit Gastrednern zu haben.

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1.000 Teilnehmer - Thema: Corona

Am Montagabend standen neben den üblichen Dresdner Pegida-Rednern gleich zwei Redner aus Cottbus auf der Bühne. Aufgrund des abgesagten Singens werde Pegida in diesem Jahr nur noch eine Kundgebung abhalten, am Montag, 14. Dezember. Erstmals seit dem Frühjahr kamen wieder 1.000 Teilnehmer zu der Kundgebung, die auf dem Theaterplatz stattfand. Die Polizei hatte die Versammlungsfläche wie bereits am Sonntag für den sogenannten Schweigemarsch von Corona-Kritikern erneut mit Gittern abgeriegelt. Nachdem der 1.000 Teilnehmer auf dem Platz war, schlossen Polizisten die Zugänge.

Aufgrund der epidemiebedingten Auflagen sind in Sachsen derzeit maximal 1.000 Menschen bei Kundgebungen erlaubt. Auch Aufmärsche beziehungsweise Spaziergänge sind untersagt.

Thematisch rückt auch bei dem islamkritischen Bündnis zunehmend die Corona-Krise in den Mittelpunkt. Ein brandenburgischer AfD-Landtagsabgeordneter und Zahnarzt, Christoph Berndt aus Cottbus, vergleich die Epidemie etwa mit der saisonalen Grippe. Ein anderer Redner kritisierte, dass die aufgrund der Corona-Krise wachsende Staatsverschuldung aus der Tasche des Steuerzahlers finanziert werden müsse.

Zahlreiche Gegendemonstranten protestierten vor Ort spontan gegen Pegida in Sicht- und Hörweite. Sie hatten sich vor dem Haupteingang der Semperoper und gegenüber am Schloss versammelt. Die Polizei war mit 370 Beamten im Einsatz, um die Auflagen zu kontrollieren und die Demonstranten auf Abstand zu halten. Es kam zu keinen Störungen, teilte ein Polizeisprecher am Abend mit. Gegen einen 40-Jährigen werde jedoch wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

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