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Gutachten: Dresdner TU-Professor fälschte Studie

Nach zwei Jahren Untersuchung liegt der Abschlussbericht zu Daten-Manipulationen in einer großen Analyse zu psychiatrischen Kliniken in Deutschland vor.

Bessere Betreuung für Psychiatrie-Patienten war das Ziel. Doch die Studie dafür entstand mit schweren Manipulationen, heißt es im Gutachten.
Bessere Betreuung für Psychiatrie-Patienten war das Ziel. Doch die Studie dafür entstand mit schweren Manipulationen, heißt es im Gutachten. © 123rf.com

Dresden. Es sollte eine der größten bundesweiten Studien zur Verbesserung der Betreuung von Psychiatrie-Patienten werden. Geleitet von Hans-Ulrich Wittchen, damals noch Professor und Institutsdirektor an der TU Dresden und einer der international angesehensten Wissenschaftler seines Fachgebiets. Doch die Studiendaten seien von ihm und in seinem Auftrag vorsätzlich manipuliert worden. Es gehe um wissenschaftliches Fehlverhalten. Zu diesem Schluss kommt eine externe Kommission nach zwei Jahren Aufarbeitung des Geschehens.

Die TU Dresden selbst hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, nachdem Mitarbeiter anonym über unzulässige Datenkopien zur Vervollständigung der Psychiatrie-Studie „PPP“ berichtet hatten.

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Die vorsätzliche Manipulation sei nachgewiesen, auch weil „Kliniken, die nicht teilnehmen konnten, freihändig durch teilnahmewillige ersetzt“ wären, heißt es im Abschlussbericht der Kommission. Von nachträglichen Veränderungen in Protokollen und Projektberichten ist zudem die Rede. Selbst von „möglicherweise eingefügten Unterschriften“ wird berichtet.

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„Die Kommission hat einen eklatanten Fall der Datenmanipulation und Veränderungen von Mails sowie von Teilnahme- und Einwilligungserklärungen dokumentiert.“ Sie gehe von einer schwerwiegenden Manipulation aus, die Hans-Ulrich Wittchen „zurechenbar“ sei. Welche weiteren juristischen und wissenschaftlichen Folgen dies für Wittchen hat, ist noch offen.

Die „PPP“-Studie, mit 2,5 Millionen Euro gefördert, lief an der GWT, einer mit der TU verbundenen Gesellschaft.

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