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Was Sachsen zum großen Geld fehlt

Investoren aus den USA geben eine Viertelmilliarde Dollar für die Entwicklung von Krebsmedikamenten. Doch da läuft etwas schief. Ein Kommentar.

Von Stephan Schön
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© dpa/Okapia/SZ

Was für ein gigantischer Erfolg. Da geben private Investoren eine Viertelmilliarde Dollar für eine Erfindung aus Sachsen. 20 Jahre Forschung waren zuvor nötig. Neue Krebsmedikamente scheinen nun aber in wenigen Jahren möglich.

So viel Geld als Wagniskapital gab es in Ostdeutschland noch nie für ein Biotech-Start-up. Doch die neue Firma entsteht mit Konzernsitz in Cambridge (USA). Dort, wo das Geld eben herkommt. Anderthalb Jahre Suche nach einem Investor hierzulande mit gut 100 Verhandlungen in Deutschland und Europa haben die Wissenschaftler nicht ein Stück weitergebracht. Dabei ging es noch nicht einmal um diese große Summe von einer Viertelmilliarde, sondern um 50 Millionen.

Zu riskant, zu teuer – die Summe aller Gründe für eine Absage ist lang. Es funktioniert hier einfach nicht, aus Forschung heraus Firmen von Welt zu machen. Nicht in Sachsen, und nicht in Europa. Nur gibt es da einen Unterschied von Westeuropa zu Ostdeutschland: In Ostdeutschland gibt es keinen einzigen Konzernsitz eines Dax-Unternehmens wie Siemens, Telekom oder VW. Nur Forschung. Nur Fertigung. Wenn dies so bleibt, wird sich am West-Ost-Gefälle nichts ändern. Nicht nur Steuern und Gewinne landen dort, wo der Konzern seinen Sitz hat. Dort fallen letztlich alle wichtigen Entscheidungen, und dies selten gegen den eigenen Standort. VW macht dies mit seinen sächsischen Werken vor. Opel und Bombardier auch.

Die einzige Chance für den Osten, für Sachsen sind junge internationale Firmen, die hier aus der Forschung heraus entstehen. Wenn es dann aber weder Konzepte noch Geld gibt, dann wird sich hier wirtschaftlich nichts grundlegend ändern. Da braucht es halt für den Osten neue Ideen von Bundesregierung und mehr noch vom Land. Ja, und Mut.

Wenn Sachsen auch keine Viertelmilliarde locker machen kann, aber eine frühe Beteiligung an erfolgreichen Start-ups und damit eine Art Standortgarantie für Dresden, Görlitz oder Leipzig wäre doch schon mal was. Auch das macht VW vor. Oder exakter gesagt, das Land Niedersachsen mit seiner Beteiligung an VW: Wolfsburg vor allen anderen.