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Familie und Kinder

Vielseitige Herbstfrüchte

Kastanien üben nicht nur auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Und sie lassen sich auf unterschiedlichste Weise verwenden.

Frisch „geschlüpft“ glänzen sie am schönsten: Kastanien.
Frisch „geschlüpft“ glänzen sie am schönsten: Kastanien. © Foto: Adobe Stock

Selbst ältere Leute bücken sich noch manchmal, wenn ihnen frisch gefallene Kastanien vor die Füße rollen – denn die glänzenden braunen Früchte üben eine magische Anziehungskraft aus. Sie gehören zu den bekanntesten Herbstboten unserer Breiten, fassen sich wunderbar an und wecken Erinnerungen an Sammelaktionen und Basteleien in der Kindheit. Die Früchte der heimischen Rosskastanie sind zwar nicht essbar, lassen sich aber vielfältig verwenden. Wir haben einige Ideen zusammengestellt.

Herbstdeko
Frische Kastanien geben eine wunderbare Herbstdekoration ab: für den Tisch oder die Kommode. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. In einer flachen Schale kann man die Kastanien beispielsweise mit anderen Herbstfrüchten und bunten Blättern kombinieren, oder man legt sie direkt auf ein farblich passendes Deckchen.

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Figuren
Kastanienmännchen und -tiere hat fast jeder schon einmal gebastelt: Neben den Kastanien selbst braucht man dafür auf jeden Fall Streichhölzer und einen Nagelbohrer, optional noch Eicheln, Hagebutten, kleine Zweige, Woll- und Stoffreste, selbstklebendes Buntpapier und ggf. Knetmasse für einen sichereren Stand. Schnellen Erfolg für kleine Bastler verspricht der Kastanienigel: einfach Löcher für Schnauze und Stacheln einbohren und passende Hölzchen einsetzen, die Augen einritzen oder aufkleben. Auch ein vierbeiniges Tier ist leicht hergestellt und steht sicher; bei einem aufrecht stehenden Männchen muss man schon mehr auf Größen- und Gewichtsverhältnisse achten.

Waschmittel
In jüngerer Zeit wieder sehr populär geworden ist die Kastanienseife, deren Wirkung auf den in den Früchten enthaltenen Saponinen beruht; schon in der Antike soll dieses Waschmittel genutzt worden sein. In seiner einfachen Form ist es schnell zubereitet: Die Kastanien werden geschält, in möglichst kleine Stücke geschnitten, in ein Gefäß gefüllt und mit Wasser aufgegossen. Manche Rezepte empfehlen zum Abtöten etwaiger Keime ein fünfminütiges Kochen, andere verzichten darauf. Wichtig ist jedoch, dass der Ansatz abgedeckt über Nacht stehen bleibt. Am nächsten Tag seiht man ihn durch ein Tuch und füllt ihn in den Seifenspender ab.

Insektenschutz
Manche Insekten – genauer gesagt, Fruchtfliegen und Motten – scheinen Kastanien nicht zu mögen: Wo die braunen Herbstfrüchte lagern, fühlen sich die Plagegeister nicht wohl. Das kann man sich sowohl im Obstkorb als auch im Kleiderschrank zunutze machen. Für Letzteren empfehlen sich aber eher gut getrocknete Kastanien, die auch auf lange Sicht nicht mehr zu schimmeln drohen.

Wärmekissen
Wenn die Abende zur Kastanienzeit schon etwas kühler werden, kann man die Füße mit einem Kastanienkissen wärmen. Dazu werden erhitzte Kastanien in einen Baumwollbeutel oder alten Kissenbezug gefüllt und entweder vor dem Fernseh- oder Lesesessel auf den Boden oder ans Fußende unter die Bettdecke gelegt.

Tierfutter
Dass man mit den gesammelten Kastanien Wildtieren etwas Gutes tun kann, ist eher eine Legende. Der Staatsbetrieb Sachsenforst informiert, dass laut Sächsischem Jagdgesetz Wildtiere nur in absoluten Notzeiten gefüttert werden dürfen – die in unseren Wintern immer seltener vorkommen. Für diese Eventualität können die Förster keine Kastanienvorräte anlegen, zumal die braunen Früchte schwer zu lagern sind. Auch Wildgehege nehmen kaum noch Kastanien an; bei privaten Tierhaltern kann man eventuell nachfragen.

Esskastanien
Heimische Rosskastanien sollte man auf keinen Fall kosten – essbar sind nur die in südlicheren Gefilden vorkommenden Edelkastanien. Beider Früchte ähneln sich zwar auf den ersten Blick ein bisschen, die Bäume sind botanisch aber nicht einmal verwandt. Edelkastanien haben feinere, weichere Stacheln und einen nussigen Geschmack. Zum Rohverzehr sind sie allerdings auch nicht geeignet, sondern müssen gekocht oder geröstet werden.

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