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Kamenz

Farbe für den Bolzplatz

Die Jugendlichen im Haus der Begegnung in Kamenz legten selber Hand an. Geld floss aus dem Europäischen Sozialfonds.

Die Aktion, welche in den Herbstferien anfing, ist eine Aufgabe, die nie enden kann. Die Mauern sind lang. Grau wird farbenfroh wie das Symbol der Interkulturellen Wochen, in welche die selbstgestellte Arbeit eingebunden war. Die Graffiti-Aktion fand ihre
Die Aktion, welche in den Herbstferien anfing, ist eine Aufgabe, die nie enden kann. Die Mauern sind lang. Grau wird farbenfroh wie das Symbol der Interkulturellen Wochen, in welche die selbstgestellte Arbeit eingebunden war. Die Graffiti-Aktion fand ihre © Sven Pampel

Kamenz. Betongrau zeigten sich jahrelang die Mauern auf dem Bolzplatz hinterm Haus der Begegnung am Kamenzer Stadtrand. „Das können wir aber ändern, waren sich die Jugendlichen einig“, erzählt Sven Pampel, der das Projekt seit Jahren mitverfolgt. „Farben zu kaufen, ist die eine Sache, die Mauern mit Motiven verzieren, aber eine andere, viel anspruchsvollere!“ Den Jugendlichen machte jedoch genau das riesigen Spaß. Seit ein paar Tagen strahlen die Wände farbenfroh um die Wette. Ein Hingucker für jeden, der vorbei kommt.

Vater, Mutter und Kinder

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Das alles kommt natürlich nicht von ungefähr: Im Haus der Begegnung bekommt die Jugend immer ein offenes Ohr. Im März präsentierte der Verein sein neuestes Projekt. „Freizeit macht stark“, titelt es und wird vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Seit November 2018 läuft es bereits und dauert noch bis Oktober 2020. „Wir hoffen natürlich, dass es auch anschließend weiter geführt werden kann“, hieß es. Von 15 bis 20 Uhr steht die Tür hier wochentags offen. Nach Bedarf etwas länger. Edith Ewert macht das als Projektbetreuerin möglich. Sie kennt das Haus der Begegnung wie ihre Westentasche. Und auch viele der Jugendlichen, die hier seit Kindesbeinen an ein- und ausgehen.

Feste Größe im Wohngebiet

Im März konnte bereits ein cooler Jugendraum eröffnet werden. Auch hier floss Geld aus dem Sozialfonds. Seit Ende der Neunziger ist das Haus eine feste Größe im Wohngebiet Kamenz-Ost. Vieles ist hier möglich. Theater-AG, Back-Nachmittage, Hausaufgabenbetreuung, monatliche Geburtstags-Runden, Faschingspartys. Draußen locken Sportangebote, ein Basketballplatz und mehr. Und neuerdings eben auch der kleine Jugendklub. Zusammen mit anderen verbringen zwei Handvoll Mädchen und Jungen fast täglich nach der Schule ihre Freizeit. Spielen Uno auf der Decke auf dem Fußboden, hören Musik. Oder schließen ihre PS 3 an. Auch ein Tisch-Kicker steht bereit. Keiner quatscht rein, keiner sagt ihnen, was als Nächstes zu tun ist. Selbstverantwortung heißt das Zauberwort. Und es funktioniert.

Auch den kleinen Clubraum haben sich die Nutzer selber umgestaltet, haben viele Stunden gewerkelt, gemalert, eingerichtet. Nun war in den Herbstferien der Außenbereich am Bolzplatz an der Reihe. Erst Ideen sammeln, dann malern, sprühen, vielleicht noch ändern – so gingen die Kinder und Jugendlichen vor. „Und tun es immer noch: Nach Wetterlage und nach Lust und Laune“, so Sven Pampel. „Die Aktion, welche in den Herbstferien anfing, ist eine Aufgabe, die eigentlich nie enden kann. Die Mauern sind lang. Grau wird farbenfroh, ja bunt, wie das Symbol der Interkulturellen Wochen, in welche die selbstgestellte Arbeit eingebunden war“, heißt es. Die Graffiti-Aktion fand kürzlich ihren ersten Höhepunkt mit einer farbenfrohen Farbpulver-Feier, wie beim Holi-Fest in Indien. „Graffiti“ ist ein Mikroprojekt im Rahmen von „Freizeit macht stark!“

Offen für alle

Doch es gibt auch Regeln im Haus: Kein Alkohol auf dem Gelände. Keine Drogen. Dafür ist aber jeder willkommen. „Wir sind offen für alle. Egal welcher Herkunft man ist, egal, ob man in Kamenz-Ost wohnt, in der Altstadt oder auf dem Dorf“, so Edith Ewert. Anmelden braucht man sich auch nicht vorher. Wer Lust hat, zu kommen und mal reinzuschnuppern, kann das einfach tun. Für 30 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre ist das Projekt zugeschnitten. Weitere Sonderaktionen werden sicherlich folgen. Die Ideen dazu kommen wie diesmal von den jungen Leuten selbst. „Graffiti“ ist nur eine davon. Noch viele Wünsche sind offen. Wer aktiv mitmachen möchte, soll sich nicht scheuen. Im Haus der Begegnung Kamenz ist der Name wirklich Programm.

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