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Feuilleton

"Faking Hitler": Neue Serie über gefälschte Tagebücher

1983 veröffentlicht der "Stern" die Tagebücher von Adolf Hitler. Blöd nur: Sie waren gefälscht. Eine hochkarätig besetzte Serie erzählt nun diese wahre Geschichte.

 4 Min.
Gerd Heidemann (Lars Eidinger) präsentiert die Hitler Tagebücher und liest aus ihnen vor.
Gerd Heidemann (Lars Eidinger) präsentiert die Hitler Tagebücher und liest aus ihnen vor. © RTL / Martin Valentin Menke

Hamburg. Es war einer der größten Medienskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte: 1983 veröffentlicht der "Stern" die Tagebücher von Adolf Hitler. Doch die sind gefälscht. Ein Stoff wie gemacht für Filme. Oder Serien. In "Schtonk!" von Helmut Dietl wurde das Thema 1992 bereits satirisch aufgegriffen. Anfang der 90er lief zudem eine britische Fernsehserie mit komödiantischen Elementen dazu. Nun hat sich das Streamingportal RTL+ die spannende Geschichte geschnappt und ebenfalls eine Serie produziert. Und die heißt wie der 2019 erschienene Podcast - "Faking Hitler".

Der Podcast erzählte die Geschichte aus Sicht des reingelegten "Stern"-Reporters Gerd Heidemann und des Kunstfälschers Konrad Kujau anhand von Original-Mitschnitten von Telefonaten der beiden. Auch die neue sechsteilige Serie bereitet den Weg bis zur Veröffentlichung der Tagebücher auf - augenzwinkernd, unterhaltsam und mit fiktiven Elementen.

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Erzählt wird aus der Sicht von Kujau (Moritz Bleibtreu), Heidemann (Lars Eidinger) und der jungen Journalistin Elisabeth Stöckel (Sinje Irslinger). Die hat damit zu kämpfen, dass ihr Vater (Ulrich Tukur) als junger Mann Teil der Waffen-SS war und sie deshalb nun von einem jüdischen Nazi-Jäger (Daniel Donskoy) erpresst wird.

UFA-Produzent Tommy Wosch wollte mit dem Film auch der Frage auf den Grund gehen: Wie viel Nationalsozialismus steckt eigentlich in unserer Gesellschaft? "Also auch gerade diese schweigende Masse. Die durchgeknallten, tätowierten Idioten mit Springerstiefeln, die kann man ja auch numerisch fassen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Das Thema habe ihn schon als Kind und Jugendlichen beschäftigt, das sei durch die Pegida-Bewegung wieder verstärkt worden. Und es bleibe leider weiter aktuell: "Vor ein paar Wochen hat die AfD in meinem Wahlkreis knapp 30 Prozent erreicht. Ich meine, es hört einfach nicht auf. Es ist unfassbar." Diesen Kontext hat Wosch im Drehbuch über die Geschichte der Journalistin und ihres Vaters mit Nazi-Vergangenheit einfließen lassen.

Als Überthema für beide Stränge hat er sich für das Thema Verführung und Verführbarkeit entschieden. Verführung durch Geld, durch Ruhm, durch Anerkennung. "Ich mag Filme, in denen Menschen auf dem Höhepunkt nicht aufhören können", so Wosch.

Konrad Kujau (Moritz Bleibtreu)
Konrad Kujau (Moritz Bleibtreu) © RTL / Wolfgang Ennenbach

Moritz Bleibtreu spielt in "Faking Hitler" den so schmierigen wie dreisten und begabten Kunstfälscher Konrad Kujau, der nicht nur die Tagebücher des Führers gefälscht, sondern auch angeblich von Hitler gemalte Bilder hergestellt hat. Mit hervorragendem schwäbisch-sächsischem Dialekt und fettem Schnurrbart. Die Serie sei durchaus mit "Schalk im Nacken" geschrieben worden - und so habe er seine Rolle auch spielen dürfen, das habe ihn an der Rolle gereizt, sagte Bleibtreu der Nachrichtenagentur dpa dazu. "Ich spiele immer wieder unheimlich gerne komödiantisch. Meine erste Liebe war immer die Komödie und das wird auch immer so bleiben."

Der Kujausche Kauderwelsch sei ihm dabei leicht von den Lippen gegangen. "Ich spreche mehrere Sprachen und bin auch mit Dialekten ziemlich gut. Nicht nur, dass es mir leicht fällt, es macht mir auch sehr viel Spaß."

Viel schwieriger sei für ihn das Luftanhalten in der Badewanne gewesen, das Kujau in dem Film hin und wieder macht. "Ich hasse es, meinen Kopf in der Badewanne unter Wasser zu halten. Da läuft ja Wasser in die Ohren. Und wir haben fast drei Tage in der Badewanne gedreht. Aber ich glaube, es ist ganz hübsch geworden", so Bleibtreu weiter.

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Die Serie besticht aber nicht nur durch die leichte Komik und die so unglaubliche wie wahre Geschichte. Sie fasziniert vor allem durch die Charaktere. Man folgt ihnen gern durch ihre emotionalen Achterbahnfahrten, kann zum Teil vielleicht sogar ihre Entscheidungen nachvollziehen. Und jeder für sich bekommt - trotzdem oder vielleicht auch deswegen - immer wieder Sympathiepunkte. (dpa)

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