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Riesa

Fördermittel sollen Freibad retten

Die Technik im Nixenbad ist so gut wie am Ende. Nun hofft die Stadt auf einen großen Zuschuss für eine Erneuerung.

Das Nixenbad im Juni 2018: Oberflächlich gesehen wirkt das Strehlaer Freibad schick.. Doch die Badtechnik ist betagt und dringend sanierungsbedürftig
Das Nixenbad im Juni 2018: Oberflächlich gesehen wirkt das Strehlaer Freibad schick.. Doch die Badtechnik ist betagt und dringend sanierungsbedürftig © Archivfoto: Eric Weser

Strehla. Es ist ein Aushängeschild für die Stadt. Und es hat trotz eines um zwei Wochen verspäteten Saisonstarts 2019 fast wieder genausoviele Gäste angezogen wie in der Rekordsaison voriges Jahr. Fast 27.000 Gäste kamen 2018 ins Nixenbad, diesmal waren es laut Stadtverwaltung etwas mehr als 25.000. Wie viel das sind, zeigt der Vergleich mit 2017, als gerade mal gute 16.500 Besucher im städtischen Freibad an der Torgauer Straßen gezählt wurden. Der Gästezuspruch ist also erfreulich hoch. Doch im Nixenbad, das diese Saison mit aufgehübschtem Eingangsportal aufwarten konnte, ist nicht alles so intakt, wie es oberflächlich betrachtet den Anschein machen mag. Die letzte Sanierung liegt 25 Jahre zurück, und vor allem die Badtechnik muss dringend überholt werden. In der vergangenen Saison war es Stadträten zufolge nur dem Engagement des Badpersonals und der Findigkeit von technischen Dienstleistern geschuldet, dass eine Schließung wegen Technikausfalls abgewendet werden konnte. Grundlegende Verbesserungen im Sanitärbereich sind beim Bad schon Jahre im Gespräch, passiert ist abgesehen von Kosmetik bisher nichts.

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Der Eingangsbereich des Nixenbades wurde dieses Jahr aufgehübscht. Bald sollen weitere Teile des Funktionsgebäudes saniert werden.
Der Eingangsbereich des Nixenbades wurde dieses Jahr aufgehübscht. Bald sollen weitere Teile des Funktionsgebäudes saniert werden. © Archivfoto: Eric Weser

Das alles soll sich nun ändern. Der Stadtrat hat einen Grundsatzbeschluss zur Badsanierung gefasst. Demnach soll demnächst bei einer großen Baumaßnahme das technische Herz der Einrichtung instand gesetzt werden: vom Filtermaterial über die Pumpen bis hin zu sämtlichen Dosier- und Messanlagen, der Druckluftanlage, den Verkabelungen – alles soll ausgetauscht werden.

Diese Techniksanierung allein, das hat eine Kostenschätzung eines Ingenieurbüros ergeben, wird nahezu 400 000 Euro kosten. Um so wenig wie möglich Geld aus dem eigenen Haushalt beisteuern zu müssen, setzt Strehla auf einen Fördertopf namens „Vitale Dorfkerne“, ein Landesprogramm für den ländlichen Raum. Dessen Bedingungen sehen laut Stadtverwaltung vor, dass es neben dem Techniktausch auch eine nachhaltige Gebäudesanierung geben muss. Die Stadt will dazu die vordere Hälfte des Funktionsgebäudes sanieren, das längliche Objekt am Badeingang. Dort sollen neue Toiletten, Umkleideräume und Duschen untergebracht werden. Auch dieser Umbau wird nicht billig.

Erhalt finanziell schwierig

Insgesamt geht die Stadt von Baukosten von rund 575 000 Euro netto für die geplanten Maßnahmen aus, so Bauamtsleiterin Elke Schulze im jüngsten Stadtrat. Strehlas Eigenanteil beträgt nach ihren Worten rund 143 000 Euro. Die müssen als Ausgabe in die nächsten Stadthaushalte eingestellt werden. Für das kleine Strehla viel Geld.

Auch Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG) sagte, es falle der Stadt zwar schwer, den Erhalt des Bades finanziell zu sichern. Aber die 50 Jahre alte Einrichtung sei einzigartig und außerordentlich wichtig für Strehla. Viele Kinder hätten dort ihre ersten Schwimmzüge gemacht. So klar wie das Bekenntnis des Bürgermeisters zum Bad ist auch das der Stadträte. Fraktionsübergreifend und einstimmig stellten die Stadträte sich hinter die Sanierungs- und Fördermittelpläne der Stadtverwaltung. Die Fraktionschefs von Freier Wählergemeinschaft und CDU, Heiko Zscheile und Andreas Haberland, machten im Stadtrat beide deutlich, es sei höchste Zeit, dass etwas im Freibad passiere. Haberland sagte, er hoffe, dass man nicht noch eine Saison mit Technikproblemen gehen müsse. Doch das Bad muss wohl noch eine Saison mit den alten Anlagen absolvieren. Auf Nachfrage teilt die Stadtverwaltung mit: „Bei zeitnaher Bewilligung (der Fördermittel) planen wir nach der Saison 2020 zu beginnen und über zwei Jahre zu bauen.“ Während der Saison 2021 müsse der Badbetrieb „so weit wie möglich aufrechterhalten werden“.

Damit überhaupt gebaut werden kann, braucht es jetzt zunächst die Zusage für die Fördermittel. Die nötigen Anträge will Strehla stellen. Das Förderprogramm, bei dem sich die Stadt bewerben will, startet laut der Verwaltung diesen Dezember.