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Freital: Bahnbau bremst Fahrgäste aus

Wer mit der Bahn von Freital nach Dresden oder Tharandt möchte, sollte derzeit intensiv den Fahrplan studieren. Oft heißt es: Umsteigen!

Bitte umsteigen! Weil die Deutsche Bahn an den Gleisen zwischen Dresen und Freital arbeitet, gibt es hier stundenweise Schienenersatzverkehr Richtung Hauptbahnhof.
Bitte umsteigen! Weil die Deutsche Bahn an den Gleisen zwischen Dresen und Freital arbeitet, gibt es hier stundenweise Schienenersatzverkehr Richtung Hauptbahnhof. © SZ/Maik Brückner

Wer in den nächsten Tagen mit der S-Bahn von Freital nach Tharandt oder Dresden fahren möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren. Denn in bestimmten Zeiten fallen die Züge aus. Grund sind Arbeiten an den Gleisen in Dresden-Plauen. Dort wird an den Bahnbrücken über die Bienert- und Würzburger Straße und am Haltepunkt Plauen gebaut. Und das hat Folgen für den Bahnverkehr entlang der Weißeritz.

Welche Züge betrifft das?

Es betrifft die S-Bahn. Bis zum 17. Juli muss die Deutsche Bahn tageweise jeweils von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr eines der Gleise in Dresden-Plauen sperren. Deshalb kann die S3 zwischen dem Dresdner Hauptbahnhof und Tharandt nicht fahren. Stattdessen fahren Ersatzbusse.

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Auch in den Wochen nach dem 17. Juli könne es zu Zugausfällen kommen, sagt Christian Schlemper vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Die Arbeiten an der Strecke werden erst Ende 2022 abgeschlossen sein.

Wie kann ich mit über die Zugausfälle informieren?

Fahrgäste können sich über die Abfahrtszeiten und die geänderten Fahrpläne auf den Internetplattformen der Deutschen Bahn, der Mitteldeutschen Regiobahn und des Verkehrsverbundes Oberelbe informieren. Während die DB nur die Abfahrtszeiten der Bahnen und des Schienenersatzverkehrs anzeigt, informiert der VVO auch über die Buslinien, die parallel zur Bahnlinie zwischen Tharandt und Dresden fahren. Die Fahrplansuche der MRB leitet die Fahrgäste zur Auskunft des VVO weiter.

Der Schienenersatzverkehr funktioniert nach Einschätzung der Mitteldeutschen Regiobahn reibungslos. "Aus unserer Sicht und auf Basis der Kundenaussagen läuft der Ersatzverkehr stabil und planmäßig", sagt auch Christian Schlemper vom VVO. Es habe lediglich einige Hinweise zu geringen Kapazitäten gegeben, wenn größere Gruppen kurzfristig ohne Anmeldung mitfuhren.

Laut MRB kommen an den Werktagen je nach Uhrzeit drei Gelenk- und zwei normale Busse zum Einsatz, am Wochenende fahren fünf Gelenkbusse. Die Fahrgäste nehmen das Angebot an, ein Rückgang bei den Fahrgastzahlen sei nicht zu beobachten, heißt es von der MRB. Teilweise mussten noch mehr Busse eingesetzt werden.

So sieht der Eingang zum S-Bahn-Haltepunkt in Dresden derzeit aus.
So sieht der Eingang zum S-Bahn-Haltepunkt in Dresden derzeit aus. © SZ/Maik Brückner
So sah der S-Bahnhof Dresden-Plauen vor der Sanierung aus. Nun baut ihn die Deutsche Bahn um.
So sah der S-Bahnhof Dresden-Plauen vor der Sanierung aus. Nun baut ihn die Deutsche Bahn um. © Lars Neumann Dresden
Am Rand der Gleise liegen Schwellen, der Fahrgastunterstand ist verschwunden.
Am Rand der Gleise liegen Schwellen, der Fahrgastunterstand ist verschwunden. © SZ/Maik Brückner
Statt S-Bahnen rollen derzeit immer wieder Arbeitsfahrzeuge über die Schienen.
Statt S-Bahnen rollen derzeit immer wieder Arbeitsfahrzeuge über die Schienen. © SZ/Maik Brückner

Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Fahrgäste, die auf Busse umsteigen müssen, sollten längere Fahrzeiten einplanen. Ein Vergleich: Die Regionalbahn braucht für die Strecke zwischen Freital-Potschappel und dem Dresdner Hauptbahnhof elf Minuten, die S-Bahn nur acht. Busse fahren diese Strecke zwischen 24 und 34 Minuten.

Ähnlich ist es auf der Strecke zwischen Potschappel und Tharandt. Der Regionalexpress braucht dafür sieben Minuten, die Regionalbahn neun und die S-Bahn elf Minuten. Busse benötigen für die Strecke 20 bis 26 Minuten.

Warum wird in Dresden-Plauen überhaupt gebaut?

Mit den Arbeiten in Dresden-Plauen erneuert die DB ein weiteres Teilstück der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Hof und dem Eisenbahnknoten Dresden. In Dresden werden dazu auf circa 3,5 Kilometern vom Hauptbahnhof bis Höhe „Bienertstraße“ die Gleise und die Oberleitung erneuert. Die Brücken „Bienertstraße“ und „Würzburger Straße“ werden durch neue Überbaus verbreitert. Zudem wird der S-Bahn-Haltepunkt Dresden-Plauen modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Außerdem erneuert die DB die Technik entlang der Strecke. Die Arbeiten sollen Ende 2022 abgeschlossen werden.

Hintergrund Sachsen-Franken-Magistrale

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  • Die Sachsen-Franken-Magistrale erstreckt sich über rund 288 Kilometer und verbindet die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit den Ländern Bayern und Baden-Württemberg.
  • Sie ist Teil des Ostkorridors „Seehafen Hamburg – Magdeburg – Leipzig – Hof – Marktredwitz – Regensburg“. Die Strecke wird grundlegend erneuert, um sie an die heutigen technischen Anforderungen sowie an die künftigen Anforderungen des Personennah- und Fernverkehrs sowie des Güterverkehrs anzupassen.
  • Die Strecke wird so ausgebaut, dass eine Geschwindigkeit bis 160 km/h für die+ Personenzüge möglich ist.
  • Reisezeiten von Dresden nach Hof soll um rund 50 Minuten verkürzt und die Umsteigebeziehungen an Bahnhöfen verbessert werden.

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