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So soll Freital grüner werden

Der Stadtrat gibt ein Konzept zur Begrünung von Freital in Auftrag. Was das für die Stadt bedeutet.

Im Sommer grün, im Herbst schön bunt: Park zwischen Albert-Schweitzer-Straße und Dresdner Straße
Im Sommer grün, im Herbst schön bunt: Park zwischen Albert-Schweitzer-Straße und Dresdner Straße © Karl-Ludwig Oberthür

Auch in Freital kommt der Klimawandel an - Hitze, Trockenheit und Starkniederschläge werden zukünftig häufiger auftreten. Ein Naturschutzkonzept der Mitte-Links-Fraktion soll deshalb Abhilfe schaffen. Ziel ist es, die städtische Natur an den Klimawandel anzupassen, und weiterzuentwickeln. Der Stadtrat hat nun die Verwaltung beauftragt, ein Naturschutzkonzept zu erstellen.

Ist Freital nicht grün genug?

"Eine Stadt kann nie grün genug sein", sagt die Grünen-Stadträtin Lydia Engelmann von der Mitte-Links-Fraktion. Doch folgt man den Zahlen, hat Freital einiges an Grünflächen zu bieten. 20 Prozent des Stadtgebiets sind laut dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) bewaldet. Zahlreiche Landschafts- und Naturschutzgebiete in der Umgebung laden zum Spazieren ein. Bei Parkanlagen sieht das aber schon ganz anders aus, da kommt man der Stadtverwaltung zufolge nur noch auf circa 1,2 Prozent.

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Laut Fraktionsvorsitzendem Kaus Wolfram (SPD) hänge es zudem davon ab, wo man in Freital wohne. Zwar gibt es über 300 Grünanlagen im Stadtgebiet, doch diese seien nicht überall gleich verteilt. So zeigt eine Bürgerumfrage aus dem Jahr 2018, dass einige Stadtteile grüner sind als andere. Demnach gibt es besonders im Innenstadtbereich, wie in Deuben oder Potschappel, weniger grün. Das sagt auch Lydia Engelmann: Sie verweist beispielsweise auf die Dresdner Straße, wo es an einigen Stellen an Schatten spendenden Bäumen fehle. 

Zudem kritisiert das Insek, dass Grünflächen zu wenig miteinander vernetzt sind. Dass ist nicht nur schade für den Spaziergänger, der im Sommer lieber unter schattigen Bäumen schlendert, sondern auch für Tiere, die weiträumige Aufenthaltsräume benötigen.

Warum braucht es ein Naturschutzkonzept?

Die Mitte-Links- Fraktion begründet den Antrag folgendermaßen: "Bäume und Sträucher, Hecken, Blumen und Wiesen - urbanes Grün macht unsere Städte attraktiver und lebenswerter. Stadtgrün reguliert die Temperatur, reinigt die Luft und wirkt sich positiv auf das Stadtklima und die Gesundheit aus."  Sie berufen sich auf eine Studie vom Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. 

Durch das geplante Naturschutzkonzept will die Fraktion die städtische Natur auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten sowie die Wohn- und Lebensqualität verbessern. Um Pflege- und Bewässerungskosten zu sparen, soll laut Stadtrat Klaus Wolfram geprüft werden, welche Pflanzen sich gut an den Klimawandel anpassen. Rotbuche, Rosskastanie oder doch lieber der Spitz-Ahorn? Welcher Baum kommt am besten mit dem Klimawandel zurecht und kann an Straßen sowie in Parks gepflanzt werden?

Was heißt das jetzt für die Stadt?

Der Stadtrat hat den Antrag mehrheitlich beschlossen. Das Stadtgrünkonzept soll über Fördermittel vom Land Sachsen sowie vom Bund finanziert werden. Laut Pressesprecher Matthias Weigel prüft die Stadtverwaltung derzeit, inwiefern solche Mittel bereitgestellt werden. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und Grüne  ist unter anderem festgelegt, ein Förderprogramm zur Klimawandelanpassung für sächsische Kommunen aufzustellen. Bisher ist es aber noch nicht vom sächsischen Landtag bestätigt. "In dem Fall, dass es beschlossen wird, möchten wir als Kommune an dem Förderprogramm partizipieren", sagt Lydia Engelmann.

Welche weiteren Ideen gibt es die Stadt zu begrünen?

Laut Pressesprecher Matthias Weigel gibt es neben der Naturschutzkonzeption schon einige weitere Konzepte, so zum Beispiel ein Spielplatzkonzept, den Flächennutzungsplan oder das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek). Letzteres sieht bis 2030 viele Maßnahmen zur Begrünung der Stadt vor: Ein Pflegekonzept für eine Stadt mit vielen essbaren Pflanzen, die Unterstützung von Gemeinschaftsgärten oder die Entwicklung eines Ökokontos, um Baumaßnahmen umweltverträglich auszugleichen. Auch neue Straßenbäume sollen gepflanzt und öffentliche Grünflächen weiterentwickelt werden. Das Konzept nennt hier die Parkanlagen an der Weißeritz, den Kaitzgrund in Kleinnaundorf, das Freizeitareal Birkenwäldchen und den Rotkopf-Görg-Park.

Derzeit werden die Projekte "100 Bäume" sowie "100 Pflanzoasen" in Freital umgesetzt. Weitere konkrete Baumaßnahmen zur Begrünung finden sich an der alten Lederfabrik, wo der neue Mühlenpark angelegt wird oder im neuen Baugebiet an der Dölzschener Straße in Pesterwitz, wo weitere Grünflächen geplant sind. Nicht zu vergessen ist außerdem das vielfältige Engagement von Verbänden, wie beispielsweise das des Landschaftspflegeverband, der für das Anlegen von Streuobstwiesen zuständig ist.

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