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Friseurin fordert Öffnung der Salons

In einem Brief an Ministerpräsident Michael Kretschmer schildert die Freitalerin Claudia Mihály-Anastasio die Stimmung in der Branche. Sie hofft, etwas zu bewegen.

Die Freitaler Stadträtin Claudia Mihály-Anastasio setzt sich für die Friseurbranche ein.
Die Freitaler Stadträtin Claudia Mihály-Anastasio setzt sich für die Friseurbranche ein. © Karl-Ludwig Oberthür

Waschen, schneiden, föhnen - nach nunmehr sechswöchiger Schließung der hiesigen Friseursalons ist es um die Haarpracht vieler Sachsen schlecht bestellt. Dramatischer noch ist die Lage bei vielen Friseurmeistern.

"Viele Unternehmen unserer Branche sind bereits nach der ersten Welle in Konkurs gegangen oder stehen jetzt kurz davor, weitere sind bereits überschuldet. Diese weitere Schließung gleicht für die über 260.000 in dieser Branche tätigen Menschen einer Katastrophe", schildert Claudia Mihály-Anastasio aus Freital nun in einem Offenen Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.

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Darin fordert sie die sofortige Wiedereröffnung der Salons.

Kaum noch Reserven vorhanden

Claudia Mihály-Anastasio betreibt einen Friseursalon in Freital-Potschappel und sitzt für die Freien Wähler im Stadtrat. Mit dem ersten Lockdown zusammengerechnet komme die Friseurbranche bereits auf elf Wochen Schließzeit. "Das holt kein Betrieb mehr auf und bei manchen ist es schon richtig eng", sagt sie. Sie selbst halte auch höchstens noch bis März durch, sagt sie.

Und es geht nicht nur ums Geschäft. Haare Schneiden und sich wohlfühlen gehört für viele Menschen zur Lebensqualität und ist ein nicht zu unterschätzendes Bedürfnis. "Ich bin mir sicher, dass Sie dies verstehen und Sie die Friseurbranche für das seelische Gleichgewicht der Menschen, welches derzeit auf eine harte Probe gestellt wird, als nützlich und hilfreich erachten", schreibt sie weiter.

Was Claudia Mihály-Anastasio an der Situation ärgert, sei die Ungleichbehandlung vieler Branchen im Lockdown, sagt sie. Die strengen Hygienemaßnahmen in den Salons nach dem ersten Lockdown hätten doch gut gewirkt. "Unsere Aktivität als Friseure ist kein Faktor, der zur Übertragung des Virus beiträgt", behauptet sie. Es sei in Sachsen kein Fall bekannt geworden, wo Kunden sich bei einem Friseurbesuch mit dem Coronavirus infiziert hätten.

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Insofern sei die zweite Schließung eine Tragödie, schreibt Mihály weiter und bittet um die sofortige Öffnung der Salons. Es gehe um die Existenz der Handwerksbetriebe und um viele Arbeitsplätze.

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