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Bischofswerda

Futterhilfe für Sachsens kleinsten Zoo

Im Tierpark Bischofswerda freut man sich über viele Spenden. Die größte kommt von einem Bautzener Freizeitpark, der wegen Corona selbst nicht öffnen darf.

Bis zur Schließung des Tierparkes Mitte März versorgte Michel Frömmel die Alpakas. Zurzeit dürfen er und die anderen Mitarbeiter vom Verein Lebenshilfe nicht arbeiten. "Wir hoffen, dass wir unsere Kollegen bald wieder bei uns haben", sagt Leiterin Silvia
Bis zur Schließung des Tierparkes Mitte März versorgte Michel Frömmel die Alpakas. Zurzeit dürfen er und die anderen Mitarbeiter vom Verein Lebenshilfe nicht arbeiten. "Wir hoffen, dass wir unsere Kollegen bald wieder bei uns haben", sagt Leiterin Silvia © Archivfoto: Steffen Unger

Bischofswerda. Mit jeweils 5.000 Euro unterstützt der Saurierpark Kleinwelka die fünf Oberlausitzer Tierparks in Bischofswerda, Görlitz, Hoyerwerda, Weißwasser und Zittau. Die Freizeiteinrichtung bei Bautzen musste wegen der Corona-Krise selbst den Saisonstart verschieben und kennt von daher die Lage der Branche um so besser.

„Wir möchten in dieser schweren außergewöhnlichen Zeit diejenigen gern ein wenig unterstützen, die es in unserer Branche mit am meisten brauchen, die Zoos und Tierparks. Hier werden dringendst Gelder vor allem für Futter, Tierarzt- und Personalkosten gebraucht“, erklärte Volker Bartko, Geschäftsführer der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen, die den Saurierpark betreibt.

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Beim Futter gibt es keine Abstriche

Im Tierpark Bischofswerda ist diese und weitere Hilfe sehr willkommen. Leiterin Silvia Berger: "Wir freuen uns sehr, dass in dieser Zeit, wo viele ums Überleben kämpfen müssen,  auch an die Tierparks gedacht wird." Die Spende aus Bautzen bewertet sie als "ein Zeichen, dass die Region zusammenhält".

Seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet Sachsens kleinster Zoo in Bischofswerda einen deutlichen Zuwachs an Spenden und Zuwendungen. Menschen schreiben liebevolle Briefe und machen den Mitarbeitern Mut. Viele überweisen Geld - ab fünf Euro aufwärts.  Hinzu kommen die Unterstützung der knapp 50 Tierpaten sowie Futterspenden,  zum Beispiel vom Geißmannsdorfer Agrarbetrieb,  der Stroh und Weizen liefert, dem Fruchthof Dresden,  wo der Tierpark kostenlos Obst und Gemüse abholen darf, sowie von Bäckern der Region. 

Alles das kommt den Tieren zugute. "Auch wenn die Lage nicht einfacht ist - bei den Tieren gibt es keine Abstriche. Sie bekommen das Futter, das sie brauchen, und das in guter Qualität", sagt Silvia Berger.  

Termin der Wiedereröffnung steht noch aus

Seit dem 19. März ist der Tierpark geschlossen. Gerade jetzt nach dem Winter tut das weh, da eigentlich die Saison beginnt und zu Ostern viel los gewesen wäre. Wie hoch die wirtschaftlichen Verluste in Folge der Pandemie sind, wird man erst am Jahresende wissen. Doch auch jetzt fallen Kosten an, weil die rund 200 Tiere und die Anlagen täglich unterhalten werden müssen - auch dann, wenn keine Besucher in den Park kommen können. 

"Wir hoffen, dass wir bald wieder aufmachen dürfen", sagt Silvia Berger mit Blick auf die am Mittwoch von Bundes- und Landesregierung verkündeten Beschlüsse. Wann das sein wird, ist allerdings noch offen. In Bischofswerda wartet man die neue Allgemeinverfügung ab. Erst wenn die vorliegt, wird man wissen, mit welchen Auflagen die Zoos wieder öffnen dürfen. 

Hinzu kommt eine Besonderheit: Ein Teil der Belegschaft sind Mitarbeiter mit einer Behinderung, die zurzeit nicht arbeiten dürfen. Aber auch sie werden gebraucht, um einen reibungslosen Betrieb abzusichern. 

Kein Verkauf von Tieren aus Kostengründen

Mitunter fragen jetzt Leute im Tierpark an, ob aus Kostengründen Tiere geschlachtet oder verkauft werden müssen. Darauf gibt es ein klares Nein. "Uns von Tieren aus finanziellen Gründen zu trennen, kommt nicht in Frage", betont Silvia Berger.

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Anders stellt sich die Situation bei den Zwergziegen und Minischweinen dar, von deren Nachwuchs jedes Jahr ein Teil an Tierhalter abgegeben wird. Auch Freunde von Sachsenhühnern, einer alten Rasse, und federfüßigen Zwerghühnern können in diesem Jahr im Tierpark nachfragen. Von beiden Arten gibt es viele Küken, von denen man einige an Züchter abgeben möchte. 

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