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Wie erkenne ich guten Fisch?

Beim Kauf von Fisch sind viele mittlerweile verunsichert. Siegel können ebenso helfen wie ein Ratgeber der Verbraucherzentralen.

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Kaufen oder lieber nicht?
Kaufen oder lieber nicht? © Hendrik Schmidt/dpa

Leserfrage: „Ich esse gern Fisch. Doch welchen kann man angesichts überfischter Meere noch guten Gewissens kaufen?“

Dazu Ernährungsexpertin Katrin Seyferth von der Verbraucherzentrale Sachsen: Das hängt vor allem davon ab, wo er herkommt, wie er aufgewachsen ist und wie er gefangen wurde. Orientierung können Siegel geben. Der weltweit bedeutendste Standard für ökologisch nachhaltige Fischereien ist das Marine Stewardship Council (MSC), das ein Siegel für zertifizierte Fischereien vergibt.

Die Zertifizierung findet durch unabhängige Gutachter und Prüfstellen statt und gilt maximal fünf Jahre. In diesem Zeitraum finden jährliche Prüfungen statt. Obwohl die Zertifizierung auch Schwächen hat, ist das MSC-Siegel eine Hilfe, wenn es um Umweltaspekte geht. Es ist auf vielen verpackten Produkte im Handel zu finden.

Ein recht neues Siegel ist „Naturland Wildfisch“. Zertifizierte Fischer unterliegen strengen ökologischen Standards. Diese gelten sowohl für die Erzeugung als auch für die Verarbeitung. Nach der ersten Zertifizierung folgt eine jährliche Kontrolle. Das Siegel ist positiv einzuschätzen, allerdings ist es im Laden noch selten zu finden.

Für unverarbeitete Fisch- und Tiefkühlprodukte sind die Angaben zu Fischart, Fangmethode und Fanggebiet verpflichtend. Denn Hering ist nicht gleich Hering. Mehrere Verbraucherzentralen, darunter Sachsen, haben deshalb mit Fachorganisationen einen Ratgeber entwickelt, der eine „Gute-Fisch-Liste“ enthält. Sie beinhaltet nicht nur Bestandsgrößen, sondern berücksichtigt auch ökologische Aspekte. Der Hering aus dem Golf von Riga zum Beispiel kann bedenkenlos gekauft werden, denn er hat dort eine sehr gute Größe und wird nachhaltig befischt, heißt es im Ratgeber.

Am einfachsten ist es, an der Fischtheke nach den Fangmethoden zu fragen. Sind die Fische dort sehr jung, könnten sie noch keinen Nachwuchs gehabt haben, was die Bestände verringert.www.verbraucherzentrale-sachsen.de/guter-fisch