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Dresdner Forscher wollen den Geruchssinn reparieren

Ein internationales Team will nach dem Verlust des Geruchssinns mit technischen Mitteln das Riechen wieder möglich machen.

Von Stephan Schön
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Was für ein großes ziel: Nach dem Verlust des Geruchssinns den Duft der Rosen wieder spüren. Das Forschungsprojekt "Rose" arbeitet genau daran.
Was für ein großes ziel: Nach dem Verlust des Geruchssinns den Duft der Rosen wieder spüren. Das Forschungsprojekt "Rose" arbeitet genau daran. © TUD

Dresden. Wissenschaftler der TU Dresden wollen mit technischen Mitteln den gestörten Geruchssinn reparieren. Das European Innovation Council stellt für die ersten, grundlegenden Forschungen dazu drei Millionen Euro zur Verfügung. An dem internationalen Forscherteam aus Deutschland, Frankreich, Schweiz, Italien und Griechenland ist die Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde der Dresdner Uni maßgeblich beteiligt.

Ein teilweiser oder vollständiger Verlust des Geruchssinns betrifft etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung. Hinzu komm nun das Virus. Nahezu jeder Zweite, der in den vergangenen Monaten coronapositiv war, bekam durch diese Erkrankung einen teilweisen und auch anhaltenden Geruchsverlust.

„Die Einschränkung dieser Sinneswahrnehmung hat spürbar negative Auswirkungen auf die gesamte Lebensqualität. Und gerade die Covid-Pandemie hat dieses Thema einmal mehr in den Fokus gerückt“, sagt Medizinprofessor Thomas Hummel, einer der führenden deutschen Forscher für das Riechen und Schmecken.

Jeder Fünfte leidet unter Problemen mit dem Geruchssinn

Jeder fünfte Mensch weltweit leidet unter einem teilweisen oder gänzlichen Verlust des Geruchssinns. Anders als beispielsweise beim Hören und Sehen gibt es bislang keinerlei technische Hilfsmittel, um einen gestörten Geruchssinn zu reparieren. Das Projekt „Rose“ vereint nun erstmals Nano- und Mikrotechnologie, Biotechnologie, mechanisches Design, Neurochirurgie, klinisches Riechen und Neurowissenschaften.

Ziel sei es nun, bei Patienten mit Geruchsstörungen miniaturisierte Geruchssensoren und Stimulationsfelder zu kombinieren. Es soll zunächst die prinzipielle Machbarkeit nachgewiesen werden, dass sich diese Technologie mit Biosensoren eignet, den Betroffenen ihren Geruchssinn ganz oder zumindest teilweise wieder zurückzugeben.

Eine anschließende, wahrscheinlich deutlich größere Förderung für die technische Umsetzung bis hin zur Start-up-Finanzierung wären dann sehr wahrscheinlich. (SZ/sts)