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Mein Partner ist so stur

Eine Frau ist eigentlich glücklich mit ihrem Freund - wenn da nicht diese Eigenheit wäre. Ein Paarberater gibt Tipps, wie die Liebe trotzdem bleibt.

Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor.
Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. © Christian Juppe

Von Christian Thiel

Mit meinem Partner (62 Jahre) bin ich seit acht Jahren glücklich zusammen, er ist liebenswert, zuvorkommend, humorvoll und klug. Allerdings hat er ein gestörtes Verhältnis zu Ärzten. Seit einem Jahr hat er massive Hautprobleme. Zu zwei Hautarztbesuchen konnte ich ihn überreden, Behandlungen, ob vom Hautarzt oder vom Heilpraktiker empfohlen, lehnt er jedoch ab. Er ist der festen Überzeugung, dass sich sein Körper selbst heilen wird. Er glaubt einfach nicht an ärztliche Hilfe. Seine Hautprobleme und seine Sturheit wirken auf mich immer mehr abweisend. Meine Zuneigung nimmt ab. Gibt es für uns eine Chance?

Aus Ihrer Zuschrift lese ich heraus, dass Sie sich Sorgen um Ihren Partner machen. Das dürfen Sie. Und das dürfen Sie ihm auch gerne sagen. Was Sie hingegen nicht sagen sollten, ist, was er Ihrer Meinung nach tun sollte. Das funktioniert in keiner Partnerschaft. Und es funktioniert ganz besonders schlecht, wenn man sich in höherem Alter kennengelernt hat und in seiner Art zu leben schon deutlich festgelegter ist. Das würde ich jetzt nicht unbedingt als Sturheit bezeichnen.

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Der Gang zum Arzt oder zum Heilpraktiker sind bei Hautproblemen zwei mögliche Alternativen. Ich nenne jetzt noch eine dritte: Hautprobleme haben häufig viel mit Stress zu tun, zum Beispiel Stress in der Partnerschaft oder auch im Beruf. Stress kann auch entstehen, wenn ein Partner Druck macht. Stress, besonders für die Haut, kann sich durch liebevolle Zuwendung reduzieren. Ganz konkret, wenn Sie Ihren Partner zum Beispiel eincremen. Das ist eine zärtliche Geste.

Dass Sie Ihre Partnerschaft alleine aufgrund der Hautprobleme infrage stellen, das hat mich allerdings irritiert. Nach meiner Erfahrung als Berater steckt da mehr dahinter.

Blicken Sie auf das Positive

Ihre Partnerschaft hat eine Chance, wenn Sie den Blick auf das Positive richten. Zum Beispiel auf seine Klugheit, seine Liebenswürdigkeit und auf all das, was er für Sie tut.

Ihre Partnerschaft hat keine Chance, wenn Sie den Blick zu sehr auf das richten, was Sie anders sehen, zum Beispiel Ihr Verhältnis zu Ärzten. Gut möglich, dass Sie beide an dem Punkt sehr unterschiedlich gestrickt sind. Zum Problem wird das in einer Partnerschaft vor allem dann, wenn wir vom anderen erwarten, dass er es so macht wie wir selbst. Der andere ist aber vor allem eins – anders. Und jeder von uns möchte in einer Partnerschaft vor allem eines: Verstanden werden.

Natürlich dürfen Sie Ihren Partner bitten, Ihnen zuliebe eine neue Behandlung auszuprobieren. Ein „Du musst.“ führt jedoch in aller Regel zu einer Konfrontation mit unglücklichem Ausgang.

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Jede Beziehung wird schwierig, wenn wir zu sehr das sehen, was uns am anderen stört – und das auch noch häufig sagen. Je öfter wir hingegen sagen, was wir am anderen schätzen und wie gerne wir mit ihm zusammen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Liebe bleibt.

Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. Haben Sie Fragen an ihn? Schicken Sie eine Mail an [email protected]

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