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Bibelmobil sammelt Spenden für neuen Bus

In über 1.000 Orten in verschiedenen Ländern war die fahrende Bibliothek bereits. Die Mitarbeiter kommen mit Interessierten über die Bibel ins Gespräch.

Über 1.000 Orte in Deutschland und einige Orte in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien besuchte das BibelMobil bereits. Mitarbeiter Andreas Schmidt zeigt eine Blinden-Bibel.
Über 1.000 Orte in Deutschland und einige Orte in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien besuchte das BibelMobil bereits. Mitarbeiter Andreas Schmidt zeigt eine Blinden-Bibel. © Kirschke

Sage und schreibe 1.034.000 Kilometer zeigt der Tacho-Stand an. Der Neoplan-Bus Marke MAN fährt auf Verschleiß. Die Kosten für Reparaturen, Wartungen und TÜV steigen seit einiger Zeit. Es ist der dritte Bus seit Bestehen des Ökumenischen Bibelmobils 1992. „Allein mit ihm sind wir in den vergangenen elf Jahren rund 500.000 Kilometer gefahren“, schildern der 57-jährige Andreas Schmidt aus Ullersdorf und der 64-jährige Stephan Naumann aus Görlitz, Referenten des bundesweiten Vereins BibelMobil.

Über 1.000 Orte in Deutschland und einige Orte in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien besuchten Schmidt und Naumann bereits mit dem BibelMobil. Da­bei verweilten sie in Kirchengemeinden, auf Marktplätzen, in Ein­kaufs­­zentren, auf Schul­höfen, auf Buchmessen, auf Märkten und auf Festen. „Wir kommen in viele Orte, in denen sonst Kirche fehlt. Wichtig ist uns, stets zuzuhören und das Gespräch zu suchen“, meinen die beiden. Sie wollen Offenheit und Neugier für den Glauben wecken und über die Bibel ins Gespräch kommen.

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Mindestens 30.000 Euro Spenden benötigt

Dringend notwendig ist mittlerweile ein neuer, gebrauchter Bus, teilt Andreas Kirschke vom BibelMobil-Verein mit. 250.000 Euro werden dafür gebraucht. Der Verein will mindestens 30.000 Euro Spenden sammeln. Rund 10.000 Euro sollen aus der Kollekte der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands kommen, rund 30.000 Euro aus der Kollekte der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg Schlesische Oberlausitz, 30.000 Euro sollen als öffentliche Mittel fließen. 100.000 Euro sollen Sponsoren beisteuern. Für den Innenausbau des Busses sind 50.000 Euro nötig.

„Aufgeben ist keine Option. Ein neuer (gebrauchter Bus) soll uns in den nächsten zehn Jahren mit neuen Bibelprojekten zu den Menschen in nah und fern bringen“, unterstreicht Stephan Naumann. „Allein können wir das nicht stemmen. Wir brauchen Unterstützer. Der Verein BibelMobil ist ein Glaubenswerk. Darum ermutigen wir Gemeinden und einzelne Christen, uns zu unterstützen: durch Gebet, durch freiwillige Einsätze und durch Spenden.“

Schmidt und Naumann engagieren sich

Schmidt ist von Anfang dabei. Im Volkseigenen Betrieb Bau in Niesky lernte er ursprünglich Zimmermann. Nach der Lehre kam er zum Bau-Trupp der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Nieder Seifersdorf. Seit 29 Jahren arbeitet er als Referent für das BibelMobil. Zu Hause, verwurzelt in der Evangelischen Kirchengemeinde Jänkendorf-Ullersdorf, engagiert er sich im Gemein­dekirchenrat und im Gebetskreis.

Naumann stammt aus dem Vogtland. Seit dem zehnten Lebensjahr wohnt er in Görlitz. Dort lernte er ursprünglich Kfz-Mechaniker im Autohaus Skoda Klische. In der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Görlitz engagiert er sich mit im Predigtdienst und in der musikalischen Arbeit. Seit 2003 arbeitet er als Referent für das BibelMobil.

Im Bus, der wie ein Klassenzimmer, ein Buchladen und ein Info-Zentrum zugleich wirkt, können Besucher Bibeln in über 40 Sprachen entdecken. Das reicht von A wie Arabisch über H wie Hebräisch bis T wie Tok Pisin (Papua Neuguinea) und Türkisch.
Im Bus, der wie ein Klassenzimmer, ein Buchladen und ein Info-Zentrum zugleich wirkt, können Besucher Bibeln in über 40 Sprachen entdecken. Das reicht von A wie Arabisch über H wie Hebräisch bis T wie Tok Pisin (Papua Neuguinea) und Türkisch. © Kirschke

Im Bus, der wie ein Klassenzimmer, ein Buchladen und ein Info-Zentrum zugleich wirkt, können Besucher Bibeln in über 40 Sprachen entdecken. Das reicht von A wie Arabisch über H wie Hebräisch bis T wie Tok Pisin (Papua Neuguinea) und Türkisch. Mittendrin ist die „kleinste Bibel der Welt“ auf Englisch. Nur drei mal drei Zentimeter misst der Mikro-Film. Darauf sind 1.245 Buchseiten mit drei Millionen Buchstaben vermerkt. „Das Original ist heute in den USA in der Hauptstadt Washington DC im weltweit größten Bibelmuseum ausgestellt“, sagt Schmidt. „Im BibelMobil haben wir eine Kopie.“ Im Bus gibt es zudem eine vier mal vier Millimeter kleine „Nano-Bibel“ auf Deutsch. Nur unter dem Mikroskop lässt sie sich lesen.

Vier Bibel-Zitate zum Ausdrucken und Mitnehmen

Auch eine Buchdrucker-Presse steht dort. Sie erinnert an Johannes Gutenberg, den Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. „Oft kommen wir mit Besuchern darüber ins Gespräch. Da geht es um die Geschichte. Ebenso um das Buchdrucker-Handwerk“, sagt Naumann. Die Besucher können sich unter Anleitung je nach Wunsch vier Bibel-Zitate drucken.

Hält das BibelMobil auf Messen wie der Jugendmesse „You“ in Berlin und der Leipziger Buchmesse, ist es dort der größte christliche Stand. Vor fünf Jahren war es zu Gast im sächsischen Borna. Naumann stellte dort symbolisch eine Thesen-Tür auf. Diese erinnerte an Martin Luthers 95 Thesen 1517 in Wittenberg veröffentlicht. „In Borna sollte an unsere Thesen-Tür ein jeder seine eigene These heften. Das sollte zu Diskus­sion und Austausch anregen“, sagt Stephan Naumann. „Ein Ein­wohner schlug spontan eine islamfeindliche These an die Tür. Er schrieb noch dazu, dass das christliche Abendland verfällt. Daraufhin fragte ich ihn, ob er weiß, was christliche Werte sind, und er konnte sie mir nicht erklären. Ich lud ihn ein, die Seligpreisungen zu drucken mit der Bemerkung 'Da haben Sie die christlichen Werte Schwarz auf Weiß'. Nach etwa zwei Stunden kam er wieder. Er fand seine These doch nicht mehr so gut und wollte sie selbst entfernen.“ Solche Begegnungen berühren die Mitarbeiter des BibelMobils immer wieder.

Zweiwöchige Tour durch Rumäninen

Es sind auch die Begegnungen zwischen Christen verschiedener Konfessionen. „Das BibelMobil kann Christen vereinen“, sagt Stephan Naumann überzeugt. Er erzählt beispielsweise von einer zweiwöchigen Tour 2008 durch Rumä­nien. Sie führte nach Siebenbürgen – unter anderem nach Oradea, Zalău, Satu Mare, Cluj-Napoca und Mera. 5.000 Interessierte kamen binnen weniger Tage ins BibelMobil. (SZ)

Kontakt: BibelMobil e. V. Langenstraße 43, 02826 Görlitz, www.bibelmobil.de Spendenkonto: BibelMobil e.V. Volks- und Raiffeisenbank ; Kennwort: Bibelmobil

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