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Görlitzer Fitnessstudio hält an Öffnung fest

Der Betreiber des FitInn in Rauschwalde spricht von einer rechtlichen Grauzone. Allzu viele Kunden kommen aber nicht.

Fitnessstudios in Sachsen sind seit 2. November wegen der Corona-Situation geschlossen - eigentlich.
Fitnessstudios in Sachsen sind seit 2. November wegen der Corona-Situation geschlossen - eigentlich. © dpa-Zentralbild

Das Fitnessstudio FitInn in Rauschwalde ist nach wie vor geöffnet – für den Individualsport von maximal zwei Kunden pro Raum und Stunde, insgesamt sechs pro Stunde. „Das Angebot wird angenommen, aber die Bürger sind verhalten und vorsichtig“, sagt Andy Theuerkauf als geschäftsführender Gesellschafter: „Die Zahl von sechs Kunden je Stunde erreichen wir nicht immer.“

Seiner Meinung nach hält sich das Studio an den rechtlichen Rahmen. Allerdings bezeichnet er die Aussagen zum Individualsport in der Corona-Schutz-Verordnung als „rechtliche Grauzone“ . Danach ist der Individualsport allein, zu zweit oder im eigenen Hausstand in Einrichtungen des Sportbetriebs weiterhin gestattet. „Dazu zählen auch Fitnessstudios“, glaubt Theuerkauf.

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Landkreis dringt auf Schließung

Der Landkreis Görlitz sieht das anders. „Nach der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ist der Betrieb von Fitnessstudios untersagt“, hatte Sprecherin Julia Bjar Anfang der Woche auf SZ-Nachfrage erklärt. Der Landkreis habe den Betreiber bereits aufgefordert, seine Einrichtung zu schließen. Bisher verweigere er das. „Wir werden die Schließung herbeiführen, sollte er das Studio nicht freiwillig schließen“, hatte Julia Bjar erklärt. Dazu, wie das gehen soll und wie lange der Landkreis noch warten will, schweigt sie. „Aus ermittlungstaktischen Gründen wird sich der Landkreis in dieser Angelegenheit nicht weiter äußern“, sagte die Sprecherin am Mittwoch.

Theuerkauf erklärt, die Polizei sei bereits einmal vor Ort gewesen. „Ob und inwieweit diese ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet hat, ist bislang nicht bekannt“, sagt er. Auf die Aufforderung des Landkreises geht er in seiner Antwort nicht ein. Auf staatliche Hilfen verlasse er sich nicht. Er will mit der Öffnung wenigstens ein bisschen Geld einnehmen.

Konkurrent zeigt Verständnis

Verständnis bekommt er jetzt von einem Konkurrenten. „Es gibt genug Studien, die nachweisen, welchen positiven Einfluss das Training auf das Immunsystem hat“, sagt Michael Walter vom Bodyfit bei Marktkauf. Die Fitnessbranche sei nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Seit die Studios geschlossen sind, hätten sich die Infektionszahlen nicht verringert. Das zeige, dass die Schließung Unsinn war. „Ich wünsche dem Kollegen viel Erfolg“, sagt Walter. Er selbst könne aber nicht öffnen, weil er keine abtrennbaren Räume habe.

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