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Gefahr durch die Schweinepest wächst

Im Görlitzer Kreisnorden werden immer mehr Kadaver von Wildschweinen gefunden, befallen vom Virus. Der Kampf gegen die Seuche wird lang dauern.

Rund um die Fundorte der Schweinepest werden im Norden des Kreises Zäune errichtet.
Rund um die Fundorte der Schweinepest werden im Norden des Kreises Zäune errichtet. © André Schulze (Archiv)

Der Landkreis Görlitz stellt sich darauf ein, dass die Sperr- und Pufferzonen wegen der Afrikanischen Schweinepest ausgeweitet werden müssen. Das erklärte am Montag Fatima Bulla vor Kreisräten im Gesundheitsausschuss. Frau Bulla ist Mitarbeiterin im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises und für die Bekämpfung von Tierseuchen zuständig.

Nach ihren Worten könnte das gefährdete Gebiet auf mehr als 1.000 Quadratmeter verdoppelt werden. Die um das gefährdete Gebiet herumliegende Pufferzone würde sich dadurch ebenso erheblich vergrößern.

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Aktuell beträgt die Fläche des gefährdeten Gebietes 322 Quadratkilometer. Das Gebiet der angrenzenden Pufferzone umfasst 826 Quadratkilometer. Schon jetzt ist damit der gesamte Landkreis nördlich der A 4 von den Schweinepest-Gegenmaßnahmen betroffen.

Sollte es so kommen, ist offen, welche zusätzlichen Einschränkungen damit für die Landwirtschaft verbunden wären. Das alles würde derzeit zusammen mit dem Freistaat beraten. Eine Entscheidung muss in den nächsten Tagen fallen, da die Bestellung auf den Feldern beginnt.

Bislang 55 Fälle von Schweinepest gefunden

Bislang sind 55 positive Schweinepest-Fälle in den Zonen im Nordteil des Landkreises Görlitz gefunden worden. Doch noch liegen nicht alle Befunde der Untersuchungen von Kadavern vor. Zahlreiche Fundorte befinden sich südlich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz im Niederspreer Teichgebiet, einem großen Naturschutzgebiet nordwestlich von Neusorge.

Das Naturschutzgebiet besteht aus einer Vielzahl von Teichen und ist in die Heidelandschaft eingebettet. Es ist für die Wildschweine ein natürlicher Lebensraum, für den Menschen aber schwer zugänglich und somit ein ideales Rückzugsgebiet für die Tiere. Das erschwert in dem Fall aber die Bekämpfung der Tierseuche. Ebenso problematisch ist, dass die Bachen momentan Frischlinge tragen. Nördlich des Truppenübungsplatzes wurde sogar ein Frischling tot aufgefunden, bei dem das Schweinepest-Virus festgestellt wurde.

Barriere auch südlich der A 4 geplant

Um die Ausbreitung zu verhindern, errichtet das Technische Hilfswerk einen festen Zaun entlang der B 115 von Rietschen bis Niesky sowie entlang der Bahnstrecke von Niesky über Horka Richtung Zentendorf. Auch entlang der Neiße steht bereits ein Zaun.

Der Zaun ist mit einer Höhe von rund einem Meter so konzipiert, dass er für andere Tiere, wie Rehe und Hirsche, passierbar bleibt. Dieser Wildschweinabwehrzaun ergänzt an der Grenze zu Polen die bereits bestehende mobile Elektrobarriere.

Es ist geplant die bestehende mobile Schwarzwildbarriere auch südlich der Bundesautobahn A 4 durch weitere 72 Kilometer feste Zäunung zu verstärken. Die Vorbereitung für eine Ausschreibung läuft bereits.

Seuche wird von Polen aus eingetragen

Die Schweinepest wird von Polen aus nach Deutschland eingetragen. Frau Bulla sprach von einem Riesenseuchengebiet auf polnischer Seite, woraus ein Dauerviruseintrag in den Landkreis Görlitz und die nördlich angrenzenden Kreise Brandenburgs resultiere. Während Belgien und Tschechien vor Jahren die Schweinepest nach zwei Jahren besiegt hatten, weil es sich nur um einzelne Fälle handelte und kein Seuchengebiet in der Nachbarschaft wie in Polen existierte, rechnet Fatima Bulla mit zehn Jahren und länger, bis die Schweinepest ausgemerzt ist.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge), in der Natur entsorgte Lebensmittel und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

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