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Hubschrauber über Görlitz: Was es damit auf sich hat

Ob der Hubschrauber jetzt wieder jede Nacht fliegt, fragen sich Görlitzer. Die Bundespolizei sagt, worum es geht.

Symbolbild
Symbolbild © SZ/Steffen Gerhardt

Warum fliegt der Hubschrauber wieder jede Nacht? Mit der Frage startete am Wochenende eine lange Diskussion im sozialen Netzwerk Facebook. Mancher nimmt an, es könnte mit Kontrollen der Ausgangssperre ab 22 Uhr, die im Kreis Görlitz seit Donnerstag gilt, zu tun haben.

Hubschrauber fliegt nicht wegen Coronamaßnahmen

Michael Engler, Sprecher der Bundespolizei in Ludwigsdorf, bestätigt, dass es sich um einen Hubschrauber der Bundespolizei handelt, der in den vergangenen Tagen mehrfach unterwegs war. Mit den Corona-Schutzmaßnahmen hat der Einsatz aber nichts zu tun. "Wir arbeiten mit dem Hubschrauber für die intensivierte Binnengrenzfahndung", erklärt Engler. Dabei gehe es beispielsweise um die Kontrolle von Bahnstrecken - und das Aufspüren von Metalldieben. So war es etwa auch am Sonnabend, als der Hubschrauber zwischen 22 und 23 Uhr für die Inspektion Ludwigsdorf über Bahnlinien in der Gegend im Einsatz war, erzählt Engler.

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"Der Hubschrauber ist ein normales Einsatzmittel für solche Überwachungsflüge." Dass er gerade zu Beginn des zweiten Lockdowns nachts in der Görlitzer Region zu hören war, sei Zufall. Jede Nacht sei er nicht im Kreis Görlitz im Einsatz. "Das ist gar nicht möglich, weil mehrere Stellen der Bundespolizei ihn nutzen", erklärt Engler. Mit dem Hubschrauber haben die Polizisten schneller einen Überblick über ein deutlich größeres Umfeld als die Einsatzwagen am Boden.

Fürs Feuerwerk nach Polen?

"Natürlich achten wir auch auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen", erklärt Engler. Allerdings mache sich dafür wiederum der Einsatz am Boden besser als der Hubschrauber. Ein Punkt, auf den jetzt verstärkt geachtet wird: Einreisen aus Polen mit verbotenem Feuerwerk. Wahrscheinlich wird im Kreis Görlitz die Ausgangssperre ab 22 Uhr auch zu Silvester gelten, Böllern um Punkt Mitternacht also nicht möglich sein. Außerdem haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs am Sonntag auf ein Verbot des Feuerwerksverkaufs im harten Lockdown geeinigt. "Wer deshalb ausgerechnet jetzt nach Polen oder Tschechien fährt, um dort Feuerwerk zu kaufen, ist schlecht beraten", sagt Michael Engler.

Zum einen: Kauft man illegales Feuerwerk, also ohne Prüfzeichen, begeht man eine Straftat, "so wie auch 2019 und in all den Vorjahren", so Engler. Zum anderen: Es gilt nach wie vor die sächsische Quarantäne-Verordnung, nach der der kleine Grenzverkehr seit einem Monat eingeschränkt ist. Ausnahmen von der Quarantänepflicht gelten nicht mehr fürs Tanken oder Einkaufen. Nach einem Shopping-Besuch in Polen für Feuerwerk gilt mit der Rückkehr nach Sachsen die Quarantänepflicht. "Mitunter wird man also auch ein Fall für das Gesundheitsamt", sagt Michael Engler.

Bisher halte sich dieses Thema aber in Grenzen. Wegen der Einfuhr illegaler Feuerwerkskörper habe die Bundespolizei in den Vorjahren deutlich mehr zu tun gehabt.

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