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Görlitzer Klinikum erleichtert Ausbildung von Ärzten

Die Psychosomatische Klinik am Städtischen Klinikum richtet eine Weiterbildungsambulanz ein. Das ist sachsenweit einmalig.

Chefarzt Dr. Hans-Martin Rothe leitet die psychosomatische Weiterbildungsambulanz im Görlitzer Klinikum.
Chefarzt Dr. Hans-Martin Rothe leitet die psychosomatische Weiterbildungsambulanz im Görlitzer Klinikum. © PR / Klinikum Görlitz

Als erste Klinik in Sachsen bietet die Psychosomatik des Städtischen Klinikums Görlitz mit ihrer Weiterbildungsambulanz die komplette Weiterbildung am Standort in der Neißestadt an. „Das erleichtert die Ausbildungssituation unserer Ärzte entscheidend. Zudem tragen wir damit einen wichtigen Beitrag zur Ausbildungsabsicherung bei“, sagt Dr. Hans-Martin Rothe, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Bislang müssen Ärzte in Sachsen, die sich in einem Krankenhaus auf dem Fachgebiet der Psychosomatik spezialisieren, einen Großteil der Weiterbildung in dafür vorgesehenen Einrichtungen machen. Ihr Wissen rund um die stationäre Betreuung von Patienten erwerben sie direkt an den Krankenhäusern. Für die Ausbildung auf dem ambulanten Sektor sind sie jedoch auf Institute in Leipzig oder Dresden angewiesen.

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Weiterbildung an einem Standort ermöglicht

„Mit unserem Angebot sind wir die ersten und bislang die einzigen in Sachsen, die die Weiterbildung an einem Standort ermöglichen, so dass die Ärzte in Weiterbildung keine weiten Wege mit den verbundenen Kosten mehr in Kauf nehmen müssen“, sagt Dr. Rothe. Die Ambulanz ist jetzt von Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung genehmigt worden.

Die seit Jahren steigende Zahl psychischer Erkrankungen zeige, wie wichtig es sei, ausreichend Ärzte auf diesem Fachgebiet qualifiziert auszubilden. So berichten große Krankenkassen wie die AOK oder die BKK darüber, dass immer mehr Menschen wegen psychischer Diagnosen krankgeschrieben werden. Innerhalb der DAK hat sich das Arbeitsunfähigkeitsvolumen aufgrund psychischer Erkrankungen in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht.

Psychische Probleme nehmen zu

Ähnliches beschreibt Dr. Jens Bas von der Techniker Krankenkasse: „Während bei fast allen Diagnosen ein Rückgang festzustellen ist, haben die Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme auch 2020 wieder leicht zugenommen. Diesen Trend beobachten wir seit mehreren Jahren, nicht erst seit Corona. Mit einem Anteil von rund 20 Prozent machen die psychischen Diagnosen damit das dritte Jahr in Folge den höchsten Anteil der krankheitsbedingten Fehlzeiten aus - noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten."

Dr. Hans-Martin Rothe bildet im Görlitzer Klinikum derzeit fünf Ärzte auf dem Fachgebiet der Psychosomatik aus. Als Top-Mediziner für Psychosomatik wird Dr. Rothe als solcher wieder auf der Focus-Ärzteliste geführt. Die Liste wird auf der Grundlage unabhängig erhobener Daten erstellt. In diese Bewertung fließen Empfehlungen von Fachkollegen, Patientenverbänden, medizinischen Fachgesellschaften, Selbsthilfegruppen und niedergelassenen Medizinern mit ein.

Lebenskrisen können Angststörungen auslösen

Die Psychosomatik ist ein übergreifendes Fachgebiet, das sich mit dem Einfluss psychischer und sozialer Faktoren auf den Körper auseinandersetzt. Lebenskrisen wie der Verlust eines Menschen, eine schwere Erkrankung oder andere traumatische Ereignisse können körperliche Beschwerden auslösen, zum Beispiel Angststörungen, Phobien, Essstörungen, chronischer Kopfschmerz und Migräne, Stresserkrankungen und Persönlichkeitsprobleme. Diese Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper steht im Fokus der psychosomatischen Medizin. Mit dem breiten medizinischen Leistungsspektrum eines Schwerpunktkrankenhauses im Hintergrund, werden Patienten laut Pietsch umfassend im Görlitzer Klinikum versorgt.

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