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Stadthalle öffnet für Führungen

Gelegenheit dazu gibt es an diesem Freitag und Sonnabend. Aber auch so wird die Halle mehr genutzt als gedacht.

Führt an diesem Freitag und Sonnabend durch die Görlitzer Stadthalle: Benedikt Hummel, Geschäftsführer des Görlitzer Kulturservices.
Führt an diesem Freitag und Sonnabend durch die Görlitzer Stadthalle: Benedikt Hummel, Geschäftsführer des Görlitzer Kulturservices. © Nikolai Schmidt

Wer bislang keine Gelegenheit hatte, sich mit der Stadthalle vertraut zu machen, bekommt sie jetzt.

Der Städtische Kulturservice nimmt an diesem Wochenende wieder die öffentlichen Führungen durch das Haus auf. Geschäftsführer Benedikt Hummel führt an diesem Freitag, um 14 Uhr sowie an diesem Sonnabend um 10 und 12 Uhr durch das Haus. „Er will dabei“, sagt Kulturservice-Sprecher Mario Kuban, „sowohl viele informative Details zu der bevorstehenden Sanierung als auch zu dem Haus als bemerkenswerten Zeitzeugen vermitteln.“

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Die Führungen dauern rund eine Stunde und sind kostenfrei, wer etwas geben will, kann der Stadthallenstiftung spenden. Nur 30 Personen können jeweils an einer Führung teilnehmen. Bislang gab es die Karten nur beim Kulturservice auf der Brüderstraße, neuerdings können Interessierte auch gleich zur Stadthalle kommen. Bis Ende des Jahres plant der Kulturservice regelmäßig weitere Führungen.

Konzerte und Feiern füllen die Stadthalle schon jetzt

Obwohl die Stadthalle noch immer ihrer Sanierung harrt, stand sie in den vergangenen Wochen oft im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Während des Lausitz-Festivals fanden zwei Konzerte in der Stadthalle statt, darunter auch an der großen Sauer-Orgel im Großen Saal. „Beides waren sehr stark nachgefragte Veranstaltungen, die einen kleinen Ausblick auf die zukünftige Wirkung einer restaurierten Stadthalle werfen konnten“, berichtet Mario Kuban. Genauso war es auch am Denkmaltag.

Um die Bedeutung der Stadthalle für die SPD in Görlitz, aber sogar bundesweit ging es etwas später. Am 17. September gedachten die Sozialdemokraten mit einer abwechslungsreichen Feierstunde dem Görlitzer Parteitag vor 100 Jahren. Die SPD rückte damals die Frauenfrage in den Mittelpunkt und emanzipierte sich von einer reinen Arbeiterpartei. Vier Jahre später in Heidelberg vollführte sie einen Salto rückwärts, ehe sie dann mit dem Godesberger Programm von 1959 sich zum modernen Parteityp einer Volkspartei bekannte.

Das Jubiläum feierte in der Stadthalle vom Bundesvorstand auch Klara Geywitz mit, die sich vor zwei Jahren mit Olaf Scholz um den Parteivorsitz bewarb. Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, schickte ein kurzes Grußwort.

Jurk: Ereignisse brauchen Stätten der Erinnerung

SPD-Politiker Thomas Jurk (li.) brachte vor zwei Jahren seinen Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich (Mitte) in die Stadthalle. Jetzt würdigte Jurk erneut die Stadthalle für die Geschichte der Sozialdemokratie.
SPD-Politiker Thomas Jurk (li.) brachte vor zwei Jahren seinen Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich (Mitte) in die Stadthalle. Jetzt würdigte Jurk erneut die Stadthalle für die Geschichte der Sozialdemokratie. © Nikolai Schmidt

Vor allem war es aber Thomas Jurk, der für die sächsische SPD als Wirtschaftsminister und Bundestagsabgeordneter wirkte, der die Bedeutung der Stadthalle für die SPD einordnete. „Historische Ereignisse brauchen Stätten der Erinnerung“, erklärte er und verband damit auch seinen Einsatz für eine Sanierung der Halle. Jurk hatte im Haushaltsausschuss im Bundestag mitgewirkt, dass 18 Millionen Euro Fördermittel vom Bund für die Sanierung der Stadthalle zur Verfügung stehen.

Für den Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu bekomme die Region „perspektivisch einen hochwertigen Konzertsaal und ein modernes Tagungszentrum“ für internationale Kongresse der Görlitzer Forschungseinrichtungen.

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Der Burgfrieden in der SPD über die Stadthalle hielt freilich nicht lange. Zwei Tage später postete der SPD-Ortsverein Görlitz: „Ein großspuriges Konzert- und Kongresszentrum für Forschungsinstitute droht die Stadt weiter gesellschaftlich zu spalten und finanziell zu ruinieren.“

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