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Casus hat jetzt Geld für Corona-Forschung

Das neue Institut in Görlitz erhält eine Million Euro vom Freistaat. Damit soll eine wichtige Software entstehen. Und das ganz schnell.

Gründungsbeauftragter Michael Bussmann (vorn) und die Forscher Maximilian Böhme, Tobias Dornheim und Jan Stephan (hinten, v. l.) arbeiten mit weiteren Kollegen bei Casus am Untermarkt in Görlitz.
Gründungsbeauftragter Michael Bussmann (vorn) und die Forscher Maximilian Böhme, Tobias Dornheim und Jan Stephan (hinten, v. l.) arbeiten mit weiteren Kollegen bei Casus am Untermarkt in Görlitz. © André Schulze

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützt der Freistaat Sachsen ein Projekt des neuen Casus-Instituts am Görlitzer Untermarkt mit einer Million Euro. Darüber informierte Simon Schmitt von Casus am Mittwoch. Mit dem Geld wollen die Görlitzer Forscher eine Software entwickeln, die den Einsatz von Tests auf das Coronavirus optimieren soll. "Erste Ergebnisse werden schon bald erwartet", sagt Schmitt.

Schwerpunkt liegt zunächst auf Sachsen

Die Gelder kommen aus dem Etat des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und dem Corona-Bewältigungsfonds des Freistaats. Der Schwerpunkt der Forschung liegt zunächst auf Sachsen und kann anschließend deutschland- oder gar weltweit -ausgedehnt werden. 

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Neben der Entwicklung von Therapien und eines Impfstoffes zur Bekämpfung von Corona seien umfangreiche Tests eines der wichtigsten Werkzeuge, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Kenntnisse über die genauen Infektionszahlen und die schnelle Identifikation neuer Infektionsherde tragen entscheidend dazu bei, die Situation richtig einschätzen und Handlungsempfehlungen ableiten zu können. „Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht überwunden und obwohl die Testkapazitäten in Deutschland sehr groß sind, wird mit steigenden Infektionszahlen ihr effektiver Einsatz schwieriger", erklärt Professor Justin Calabrese von Casus. Und weiter: "Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, um Strategien zu entwickeln, wie man die vorhandenen Testkapazitäten so effektiv wie möglich nutzen kann.“

Internationales Team zusammengestellt

Calabrese stammt aus den USA und hat bereits zum Zika-Virus und zur Verbreitung von Infektionskrankheiten, die durch Tiere übertragen werden, geforscht. Er hat in den vergangenen Monaten ein internationales Team aus Datenwissenschaftlern, Statistikern und Epidemiologen zusammengestellt. Ihr Ziel ist es, eine Software zu entwickeln, die Aussagen zum optimalen räumlichen, zeitlichen und strategischen Einsatz von Tests macht.

Weronika Schlechte-Welnicz hat die Projektkoordination übernommen. „Unsere digitale Plattform soll dabei helfen, zu ermitteln, welche Personen zu welchem Zeitpunkt an welchen Orten getestet und welche Art von Tests verwendet werden sollen, um die vorhandenen Testkapazitäten so effektiv und gezielt wie möglich einzusetzen“, erläutert sie. Zunächst sollen in Zusammenarbeit mit den Behörden und Ämtern umfassende Daten zur Anzahl und den Ergebnissen durchgeführter Tests erfasst werden. Anschließend sollen epidemiologische Modelle eingebunden werden, um verschiedene „Was-wäre-wenn“-Szenarien für die Planung von Teststrategien untersuchen zu können. Ein erster Prototyp sei für 2021 zu erwarten.

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