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Neiße-Toter: Polnische Ermittlungsergebnisse fehlen

Die Oberstaatsanwaltschaft Dresden ist mit dem Unglück vom August in Deutsch-Ossig beschäftigt. Bisher kommt sie aber offenbar nicht weiter.

Das Neiße-Wehr in der Nähe von Deutsch-Ossig. Hier passierte das Unglück.
Das Neiße-Wehr in der Nähe von Deutsch-Ossig. Hier passierte das Unglück. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Die Ermittlungen zum tragischen Tod eines 62-Jährigen am Neiße-Wehr bei Deutsch-Ossig dauern an. Das teilt die Oberstaatsanwaltschaft Dresden auf Nachfrage der SZ mit. Sie hat inzwischen die Untersuchungen übernommen, damit nicht in Polen und Deutschland zu dem selben Fall doppelt ermittelt wird. Aber die Dresdner sind vor allem auch auf Ermittlungsergebnisse aus Polen angewiesen.

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Deshalb hat die deutsche Seite inzwischen die Kollegen in Polen um Mithilfe gebeten. "Die Ermittlungsergebnisse der polnischen Polizei liegen noch nicht vor", so Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt.

Bei dem Unglück im August war an dem Wehr ein Schlauchboot stecken geblieben. Der 62-Jährige ist, so die bisherigen Erkenntnisse, aus dem Boot gestiegen wurde abgetrieben und ist ertrunken. Andere Bootsinsassen konnten sich an das polnische Ufer retten.

Laut Staatsanwaltschaft wird vom Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung ausgegangen. Anders als bei dem Unfall nur wenige Wochen zuvor an demselben Wehr, bei dem ein Kajakfahrer ums Leben kam, hatten die Schlauchbootfahrer die Tour beim Görlitzer Unternehmen "Boats & Friends" gebucht.

Inzwischen haben sich der Chef von "Boats & Friends" und Tino Kittner, der nördlich von Görlitz Touren auf der Neiße anbietet, auf eine "Neiße-Ampel" geeinigt. Die Geschäftsführer wollen ihre Kunden, aber auch individuelle Bootsfahrer, besser aufklären und vor Gefahren warnen.

Beide Anbieter hatten angekündigt, sich künftig abstimmen zu wollen, ob bei fraglichen Wetterlagen gefahren werde oder nicht - damit man sich nicht gegenseitig Kunden wegschnappt, weil einer entscheidet zu fahren, der andere aber nicht. „Wir haben dazu zusammengesessen“, so Kittner. Er sagt, dass noch viel mehr Aufklärung nötig ist. Gerade private Fahrer müssen von den Gefahren des Flusses wissen.

Gefahren sind seit den Unglücken bereits wieder viele Menschen in den Neiße-Booten. Menzel und Kittner bestätigten beide, dass es keinen großen Abbruch - wohl aber viele Fragen der Kunden - gab, was passiert ist und ob alles sicher sei.

Je nach Wetterlage geht es bei beiden Unternehmen jetzt noch ein paar Wochen weiter, ehe die Saison endet.

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