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Gefeuerter SEK-Chef wird Vize an der Neiße

Sven Mewes leitete die Spezialkräfte der Polizei in Sachsen. Die "Munitionsaffäre" wurde ihm zum Verhängnis, er wird nach Görlitz versetzt. Jetzt steht fest, wann.

Sven Mewes war Chef der Spezialeinheiten der sächsischen Polizei und wird nun Stabschef in Görlitz.
Sven Mewes war Chef der Spezialeinheiten der sächsischen Polizei und wird nun Stabschef in Görlitz. © Landeskriminalamt Sachsen

Am Ende hat Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) die Konsequenzen gezogen - nicht für sich, sondern für führende Mitarbeiter im Landeskriminalamt (LKA). Dessen Chef, Petric Kleine (58), wurde von seinen Aufgaben entbunden, ebenso Sven Mewes (60), Leiter der Abteilung 4, Chef der Spezialkräfte. Letzterer wird demnächst in Görlitz einen neuen Job antreten.

Hintergrund des Personalwechsels bei der sächsischen Polizei ist die so genannte Munitionsaffäre im Landeskriminalamt. 17 Polizisten sind beschuldigt. Der Vorwurf: Diebstahl beziehungsweise Beihilfe zum Diebstahl, Verstoß gegen das Waffengesetz, Bestechlichkeit. So sieht es die sächsische Generalstaatsanwaltschaft.

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Nicht erlaubtes Schießtraining in Güstrow

Die Polizisten sollen im Jahr 2018 insgesamt 7.000 Schuss Munition aus den Beständen der sächsischen Polizei entwendet haben. Die nutzten sie, so der Vorwurf, als Bezahlung für ein Schießtraining auf einer privaten Schießanlage in Güstrow.

Darüber stolperte nun nicht nur der LKA-Chef selbst, sondern auch Sven Mewes als Chef der Spezialeinheiten. Wobei letzter Fall doch bei Insidern für Erstaunen sorgte. Denn LKA-Chef Petric Kleine hatte sowohl in einer Pressekonferenz als auch während einer Sondersitzung des sächsischen Innenausschusses in der vergangenen Woche gesagt, dass der Chef der Sonderheiten ein Schießtraining in Güstrow offiziell untersagt hatte. Deshalb war bislang von Vorwürfen gegen Sven Mewes auch keine Rede. Nun offenbar doch.

Neuer Job für Sven Mewes Anfang Mai

So oder so: Der frühere Abteilungsleiter wechselt von der Elbe an die Neiße. Am 3. Mai wird er seinen neuen Job als Leiter des Führungsstabes, also sozusagen als Vize des Leiters der Polizeidirektion Görlitz, antreten. Das bestätigt Kai Siebenäuger, Sprecher der Polizeidirektion.

Sven Mewes ist seit mehr als 30 Jahren im Polizeidienst. Deutschlandweit bekannt wurde er, als er 2017 eine Spezialeinheit der sächsischen Polizei im Hamburger Schanzenviertel anführte. Gemeinsam mit der österreichischen Cobra-Einheit gingen die sächsischen Kollegen gegen extrem gewaltbereite G20-Gegner vor. Sie machten damals den Weg frei für die folgende Bereitschaftspolizei. In unterschiedlichen Medien gab es danach allerdings Kritik am angeblich zu heftigen Vorgehen der Sachsen.

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