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Görlitzer Kunststreit: Künstlerin spielt auf Zeit

Die Stadt will, dass das Werk „Kulisse“ von Lisa Maria Baier an der Stadthalle abgebaut wird. Aktuell geht das aber nicht.

Das Kunstwerk „Kulisse“ von Lisa Maria Baier steht vor der Stadthalle in Görlitz.
Das Kunstwerk „Kulisse“ von Lisa Maria Baier steht vor der Stadthalle in Görlitz. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Stillstand beim Streit um den Abbau des Kunstwerkes „Kulisse“ vor der Görlitzer Stadthalle: Zwar hatte das Verwaltungsgericht Dresden am 26. Juli entschieden, dass das Kunstwerk durch die Stadt Görlitz abgebaut werden darf.

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Die Künstlerin Lisa Maria Baier hat aber am Oberverwaltungsgericht gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt, erklärte Bürgermeister Michael Wieler jetzt im Technischen Ausschuss. „Sie hat den Einspruch ohne Begründung eingereicht und hat nun bis 26. August Zeit, eine Begründung nachzureichen“, so Wieler. Bis dahin gebe es keinen neuen Stand, die Stadt könne nur abwarten.

Hintergrund des Streits ist das Kunstprojekt Görlitzer Art. Meisterschüler der Hochschule für Bildende Künste in Dresden hatten Entwürfe für Installationen im öffentlichen Raum in Görlitz eingereicht. Eine Jury prämierte neun Ideen – darunter die „Kulisse“ von Lisa Maria Baier. Eigentlich sollte es bei dem Kunstwerk um Görlitz als Filmstadt gehen. In der Umsetzung aber änderte Lisa Maria Baier ihr Kunstwerk, im Fokus steht jetzt das Thema Frauenrechte und das Abtreibungsgesetz in Polen, gegen das voriges Jahr tausende Frauen auf die Straße gegangen waren.

Die Stadt sieht darin einen Vertragsbruch. Denn für die Görlitzer Art sei durch die Jury nicht ein Künstler, sondern ein konkretes Kunstwerk ausgewählt worden. Wieler hatte auch damit argumentiert, dass das „nicht die Art der politischen Kommunikation ist, welche wir als Stadt mit der polnischen Seite pflegen.“ Zgorzelec indes sieht den Kunststreit gelassen.

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