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Görlitzer Ratsarchiv erhält eigenes Buch

Ein Berater der Stadt findet, dass das Archiv zum Welterbe gehört. Das hat Folgen für den Ratsarchivar.

Von Ingo Kramer
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Ratsarchivar Siegfried Hoche zeigt eine Chronik von Schlauroth. Viele solche Schätze schlummern in seinen Räumen im Görlitzer Rathaus.
Ratsarchivar Siegfried Hoche zeigt eine Chronik von Schlauroth. Viele solche Schätze schlummern in seinen Räumen im Görlitzer Rathaus. © freier Fotograf

Für viele Historiker, die über Görlitz forschen oder schreiben, ist das Ratsarchiv ein erster Anlaufpunkt und Ort, an dem sie wichtige Dokumente für ihre Bücher oder Veröffentlichungen finden und einsehen können. Doch nun wird das Ratsarchiv selbst zu einem Buch. Den Anstoß dazu gab ein freundlicher Hinweis von außen.

Barry Gamble, Berater der Stadt Görlitz bei der Bewerbung um den Weltkulturerbetitel, hat auf den unschätzbaren Wert der Bestände des Ratsarchivs für die europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie die Denkmalpflege in Görlitz verwiesen. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Verwaltungsausschusses hervor. „Gamble definierte das Ratsarchiv neben der erhaltenen Architektur als sehr wichtigen und integralen Bestandteil des überlieferten Welterbes im Kontext einer spätmittelalterlichen Handelsstadt“, heißt es darin.

Die Folge: Auf Initiative von Bürgermeister Michael Wieler übernahm Ratsarchivar Siegfried Hoche die Aufgabe, eine Monografie – also eine in sich vollständige Abhandlung – über das Ratsarchiv zu erarbeiten. Darin sollen die Bestände des Archivs, dessen Aufgaben, aber auch Ergebnisse der Forschung dargestellt werden. Sehr wichtige und verschiedenen Orts erschienene ältere, aber wesentlich auch neuverfasste Beiträge sollen Verwendung finden. Die Monografie versteht sich als Beitrag für die Bewerbung um den Weltkulturerbe-Titel wie auch des Jubiläums 950 Jahre Ersterwähnung der Stadt Görlitz.

„Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien hat sich nach Verhandlungen bereiterklärt, das Projekt mit einer Spende in Höhe von 10.500 Euro zu finanzieren“, erklärte Hoche im Ausschuss. Diese Summe decke lediglich die Druckkosten: „Wir selbst als Autoren bekommen davon nichts.“ Die anwesenden Räte beschlossen einstimmig, die Spende anzunehmen.