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Karnevalisten geben trotz Corona nicht auf

Die Faschingsvereine im Kreis Görlitz sagen reihenweise ihre Auftaktveranstaltungen ab. Doch die Proben gehen meist weiter.

So ging Karneval vor Corona: Hier ein Bild aus Reichenbach vom 11.11.2016.
So ging Karneval vor Corona: Hier ein Bild aus Reichenbach vom 11.11.2016. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Den Schlüssel wird Carina Dittrich los, Corona hin oder her. Am 11.11. übernehmen die Narren in Reichenbach die Macht und besuchen die Bürgermeisterin im Rathaus. Auch wenn das in diesem Jahr etwas anders aussehen wird. Es gibt keine große Schlüsselübergabe auf dem Marktplatz und die Auftaktveranstaltung fällt ebenfalls aus. „Es wird eher eine Sache in kleinem Rahmen“, beschreibt Uwe Thomas vom Reichenbacher Carnevalsclub die Pandemie-Zeremonie.

Kein Brunnenfest, die Schlagerparty abgesagt, nun auch kein „richtiger“ Saisonauftakt - es gab wohl schon bessere Jahre für den Reichenbacher Karneval. Kleinkriegen lässt sich der Verein deswegen aber nicht. Die Funken trainieren schon seit Längerem, auch die Programmgruppe ist unterwegs. Aber Karneval unter den derzeitigen Umständen? Nein, das funktioniert nicht. „Wir hoffen auf das kommende Jahr“, sagt Uwe Thomas.  

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Proben fürs Programm gehen weiter

Ob es dann Veranstaltungen in altbewährter Form geben wird, ist allerdings völlig offen. So oder so, am 11.11. wird auf jeden Fall das Motto der Saison verkündet. Daran halten die Reichenbacher fest. Ebenso die Nieskyer. Auch beim dortigen Karnevalsclub ist die Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus gestrichen. „Unter den derzeitigen Bedingungen ist sie einfach nicht umsetzbar“, sagt Udo Fleischer, Präsident des Karnevalsclubs Niesky. Aber auch hier ist man verhalten optimistisch. Die Proben für die Veranstaltungen im kommenden Jahr gehen weiter - auch wenn derzeit nicht klar ist, wie und in welchem Umfang die Partys stattfinden können. Und auch in Niesky wird am 11.11. ganz optimistisch das Motto der Saison verraten. 

Es ist wohl die schwerste Entscheidung gewesen, zu der sich Matthias Mönich, der Präsident des Rietschener Karnevalclubs, gemeinsam mit Marco Holz und Nico Kambor durchringen mussten. Nach reiflicher Überlegung und dem Abwägen des Risikos entschließen sich die drei zur Absage der Auftaktveranstaltung zur 66. Saison des RKC. 

 Matthias Mönich erläutert die Beweggründe, die zu diesem Entschluss geführt haben. „Ich habe in den letzten Wochen mehrfach mit den dafür Zuständigen im Landratsamt telefoniert. Dabei gab es keine klare Ansage, ob oder ob nicht, denn weit aus dem Fenster lehnen wollte sich so recht keiner.“

Neues Hygienekonzept ab November

Ab dem 1. November wird es zudem ein neues Hygienekonzept geben. Dessen Inhalt ist noch nicht bekannt. Angesichts der jetzt wieder steigenden Zahlen von Neuinfektionen ist aber absehbar, dass die Auflagen für die Durchführung von Veranstaltungen nicht weniger, sondern im Gegenteil eher noch strenger werden.

„Es ist schade, ich hätte heute gern eine positive Nachricht verkündet“, sagt der Präsident des RKC. Er hat dabei diejenigen besonders im Blick, die seit Wochen wieder fleißig trainieren. Vom Bürgermeister Ralf Brehmer erging die Ermutigung, ein Konzept für die Durchführung der Karnevalsveranstaltungen einzureichen. Dies sei auch vor rund drei Wochen geschehen, teilt Matthias Mönich den Anwesenden mit. 

Karnevalclub trägt bei Absage volles Risiko

Seitens des Landratsamtes erging der Hinweis, dass der Karnevalclub das volle Risiko bei einer eventuellen, vielleicht auch sehr kurzfristigen, Absage trägt. Doch darauf wollen sich die Karnevalisten nun doch nicht einlassen. Denn neben den Proben bedeutet das Festhalten an den geplanten Veranstaltungen auch eine Reihe von finanziellen Unwägbarkeiten. So müssten unter anderem Plakate gedruckt und der Kartenvorverkauf organisiert werden. Bereits verkaufte Karten müsste der RKC bei einer Absage zurückerstatten. Diese Ausgaben belasten die finanziellen Mittel unnötig. Den Vorschlag, als Alternative eine Veranstaltung auf der Freilichtbühne oder einen kleinen Umzug durch Rietschen zu organisieren, haben die Karnevalisten aus mehreren Gründen zu Grabe getragen.

Trotz der Absage geben die Rietschener Karnevalisten nicht auf. So berichtet Doreen Holz, dass die Tänzerinnen und Tänzer unverdrossen weiter üben. „Die Kinder waren total happy, als wir nach den Beschränkungen zum ersten Mal wieder gemeinsam in der Gruppe zusammengekommen und üben konnten“, so die Trainerin.

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Seither treffen sich die Kinder der Minigarde, die RK-Teenies sowie die Funken des RKC einmal wöchentlich zur Probe. Auch die Herren vom Männerballett trainieren unverdrossen weiter. Sie alle tragen die Hoffnung in sich, dass die Veranstaltungen in der närrischen Zeit im Februar stattfinden können. Geplant ist dabei ein kunterbuntes Programm, in dem Ausschnitte aus den letzten Jahren das Publikum erneut begeistern sollen. Dann hoffentlich mit allem Drum und Dran, was einen zünftigen Karneval auszeichnet und das Publikum in Scharen in den Saal der Fema lockt.

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