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Neue Corona-Testzentren werben um Kunden

Firmen aus Hessen und Bayern starten am Freitag und Montag in Görlitz und Kodersdorf. Die Test-Abläufe sind nahezu gleich, die Preise nicht.

Nicole Modl ist die Chefin von Modl Medical aus Bayern. Sie ist beim Start des Görlitzer Testzentrums dabei.
Nicole Modl ist die Chefin von Modl Medical aus Bayern. Sie ist beim Start des Görlitzer Testzentrums dabei. © Martin Schneider

Ein Imbisswagen auf dem Görlitzer Birkenstock-Gelände? "Nein nicht ganz", schmunzelt Helge Rupprich. "Es handelt sich um einen Übertragungscontainer für Fernsehsendungen." Und nun um ein Corona-Testzentrum. Am Freitag wird es aufgebaut, Montag soll es starten. Helge Rupprich hatte die Idee dazu.

Er stammt aus Reichenbach, arbeitet als Sportwissenschaftler an der Uni Mainz und kam in Kontakt mit der Firma Modl Medical, die das Testzentrum betreibt. "Dazu gibt es eine Vorgeschichte", sagt Helge Rupprich. Er hat schon Sportveranstaltungen am Berzdorfer See und in Görlitz organisiert und im Sommer darüber gegrübelt, unter welchen Bedingungen dies in Corona-Zeiten wieder möglich sein könnte. Die Idee: Schnelltests direkt vor den Veranstaltungen, etwa Fußballspielen. "Das ergab einen kleinen Shitstorm", erinnert sich Helge Rupprich.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Reichenbacher hatte die Idee für Testzentrum

"Wir haben aber bereits im Juni, Juli ein großes Interesse an den Tests in der Bevölkerung gespürt", sagt Nicole Modl, geschäftsführende Gesellschafterin der Modl Medical GmbH aus Pappenheim im bayrischen Mittelfranken. Bis dahin verkaufte das Unternehmen Corona-Schnelltests nur an "Bezugsberechtigte". "Aber wir wollten die Tests auch ,Zivilisten' ermöglichen", so Nicole Modl.

Das Unternehmen nahm Diskotheken als mögliche Testzentren ins Visier. "Sie haben geschlossen, entsprechende Räumlichkeiten und ausreichend Parkplätze", sagt die Unternehmerin. Bei den Betreibern stieß sie auf offene Ohren. Deutschlandweit bekannt wurde Modl Medical, als das Unternehmen ein Testzentrum im berühmt-berüchtigten Berliner KitKat-Club eröffnete. Insgesamt betreibt die Firma momentan acht Testzentren.

Anmeldung bei beiden Zentren über das Internet

Nun also Görlitz. Helge Rupprich hatte Birkenstock von dem Vorhaben überzeugt. "Wir freuen uns, hier zu sein", sagt Nicole Modl. Und: "Uns ist es nie darum gegangen, mit den Testzentren den großen Reibach zu machen." Natürlich setze das Unternehmen auf Firmen, die viele Grenzpendler beschäftigen und die sich deshalb regelmäßig testen lassen müssen - wie eben bei Birkenstock. Ein Test kostet bei Modl Medical 30 Euro. Bezahlt wird per EC-Karte vor Ort.

Die Krankenpflegerinnen Anita Mißbach (links im Bild) und Eva Radovska arbeiten am Computer im Corona-Schnelltest-Zentrum in Kodersdorf.
Die Krankenpflegerinnen Anita Mißbach (links im Bild) und Eva Radovska arbeiten am Computer im Corona-Schnelltest-Zentrum in Kodersdorf. © Martin Schneider

Der Testablauf ist einfach. Angemeldet wird sich über das Internet. Man bekommt einen QR-Code, legt ihn am Testzentrum vor, dann geht es zum Fenster mit dem eigentlichen Test, dem Abstrich. Nach etwa einer Viertelstunde liegt das Ergebnis vor. Die Getesteten bekommen es per SMS und E-Mail zugeschickt.

Zugehörige App wurde in Görlitz entwickelt

Die App wurde von der Tallence AG in Görlitz entwickelt. Ein Herzensprojekt, sagt der Leiter des hiesigen Standortes, Terence Böhme. "Allerdings ging auch jede Menge Familienzeit zu Weihnachten dafür drauf", schildert er.

Ganz ähnlich läuft das Test-Prozedere bei Covimedical. Die Firma aus dem hessischen Dillenburg hat ein Testzentrum hinter der Aral-Tankstelle auf dem Rasthof in Kodersdorf aufgebaut. David Timm ist verantwortlich für die Neueröffung der Zentren und macht schon mal probehalber ein Fenster in den zwei nebeneinanderstehenden Bürocontainern auf. "Hier könnte jetzt der Abstrich genommen werden", sagt er. Länger als eine Minute soll das nicht dauern, der gesamte Aufenthalt am Zentrum nicht länger als fünf Minuten. Anmeldung per Internet, dann mit QR-Code zum Zentrum, anmelden, einmal um den Container herum zum Test, Mund- und Nasenabstrich, fertig. Auch hier liegt nach etwa einer Viertelstunde das Ergebnis vor.

So sieht es aus, das Corona-Schnelltest-Zentrum in Kodersdorf.
So sieht es aus, das Corona-Schnelltest-Zentrum in Kodersdorf. © Martin Schneider

Covimedical hat Tests bereits gestartet

Covimedical ist Modl Medical einen kleinen Schritt voraus, die Tests können schon am Freitag starten. "Ein paar Privatpersonen waren auch schon da", sagt David Timm. Den großen Ansturm erwartet er aber auch erst ab Montag. Auch Covimedical setzt auf die Grenzpendler als größte Kundschaft, auf ganze Firmen, die sich testen lassen. "Wir sind mit hiesigen Firmen im Gespräch. Logistisch ist das kein Problem", sagt David Timm. Aus insgesamt vier Fenstern können die Tests vorgenommen werden, er rechnet aber, das erst einmal zwei reichen werden. Vorerst bietet das Kodersdorfer Testzentrum Schnelltests an, will aber in Zukunft auch die genaueren PCR-Tests ins Programm nehmen. Covimedical betreibt 20 Testzentren bundesweit, die nächsten eröffnen in Dresden und Zwickau. "Bautzen ist auch noch im Gespräch", sagt David Timm.

Ein Test kostet bei Covimedical 34,90 Euro. Bezahlt wird online, beispielsweise mit Kreditkarte oder über PayPal. "Wir haben aber festgestellt, dass viele polnische Kunden nicht die Möglichkeit haben, etwa mit PayPal zu zahlen", sagt David Timm. Deshalb soll demnächst vor Ort mit EC-Karte bezahlt werden können. Bargeld kommt jedenfalls nicht infrage. "Schon aus hygienischen Gründen nicht", so David Timm.

Nächstes Modl Medical Zentrum öffnet in Zittau

Rund 20 Kolleginnen und Kollegen sind bei Covimedical in Kodersdorf beschäftigt, sie arbeiten in mehreren Schichten, pro Schicht drei bis vier Personen. "Es handelt sich um medizinisch geschultes Fachpersonal", sagt David Timm. Die Mitarbeiter kommen von Zeitarbeitsfirmen und zum Teil aus Polen. "Es ist wichtig, polnischsprechende Kolleginnen dabei zu haben", so David Timm mit Blick auf die zu erwartende Kundschaft.

Modl Medical bei Birkenstock beschäftigt ebenfalls geschultes Fachpersonal, etwa 35 Leute. Ein Teil davon wird in der kommenden Woche in Zittau zum Einsatz kommen. Dort eröffnen die Bayern Dienstag oder Mittwoch in der Turnhalle Kantstraße ein weiteres Testzentrum auch mit Blick auf die Grenzpendler aus Tschechien. Weitere Testzentren sind bundesweit in der Planung, hinzu kommen drei mobile Teams für den Einsatz in Unternehmen.

Helge Rupprich jedenfalls hat immer noch die Veranstaltungen in Corona-Zeiten im Sinn. Er sieht das Testzentrum deshalb auch als eine Referenz für Veranstalter. 300 bis 500 Leute könnten, schätzt er, direkt vor einer Veranstaltung getestet werden.

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