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Wasserschutzpolizei ermittelt zum Neiße-Unfall

Der Tod eines 62-Jährigen am Neiße-Wehr bei Deutsch Ossig beschäftigt neben der polnischen Staatsanwaltschaft nun auch deutsche Behörden.

Das Neißewehr in der Nähe von Deutsch Ossig: Hier starben innerhalb weniger Wochen zwei Männer.
Das Neißewehr in der Nähe von Deutsch Ossig: Hier starben innerhalb weniger Wochen zwei Männer. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Görlitz. Der tragische Unfall am vergangenen Sonnabend auf der Neiße, am Wehr bei Deutsch Ossig, bei dem ein 62-jähriger Mann ums Leben kam, er hat nun ein polizeiliches Nachspiel. Zum einen ermittelt die polnische Staatsanwaltschaft in dem Fall. "Das ist völlig verständlich, schließlich ist das Schlauchboot von polnischer Seite aus gestartet, es handelt sich um eine Firma, die in Polen gemeldet ist", so Christopher Gerhardi, Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz.

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Aber, so sagt er, auch die deutschen Ermittlungsbehörden werden in dem Fall tätig. Bei dem Unfall handele es sich um eine Angelegenheit der Binnenschifffahrt. Insofern führe die Wasserschutzpolizei die weiteren Untersuchungen. Bei der Staatsanwaltschaft in Dresden gibt es eine Abteilung, die dann die Ergebnisse auswertet. Ob es diese schon gibt, davon war am Montag noch keine Auskunft zu bekommen.

Die Tour, die über das Wehr bei Deutsch Ossig führt, hatte am Sonnabend gegen 11 Uhr eine Gruppe von acht Personen in zwei Schlauchbooten gebucht. Der Start der Tour war offensichtlich in der Nähe des Wehrs. Für das Wochenende war eigentlich Regen angesagt.

Fest steht: An diesem Sonnabendvormittag stieg die Durchflussmenge der Neiße um 8 Uhr auf über 47 Kubikmeter pro Sekunde. Gegen 16 Uhr waren es immer noch 40 Kubikmeter pro Sekunde. Im Schnitt liegt die Durchflussmenge um die 20 Kubikmeter pro Sekunde.

Auch der Wasserstand stieg in dieser Zeit an. 242 Zentimeter waren es 8 Uhr, 16 Uhr noch 227 Zentimeter. Die Werte wurden in Görlitz gemessen. Laut sächsischem Umweltministerium lagen sie allesamt im grünen Bereich. Eine Hochwasserwarnstufe wurde nicht ausgerufen.

Stephan Menzel, Inhaber der betroffenen Firma Boats and Friends hatte in der SZ bereits angekündigt, dass das Neißewehr in Deutsch Ossig bei seinen Touren nicht mehr befahren werde.

„Wichtig ist, dass ganz genau untersucht wird, wie es zu diesen Unfällen am Wehr in Deutsch Ossig gekommen ist", sagt der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU). Er gehe davon aus, dass bis zum Abschluss der Untersuchungen an dieser Stelle keine Bootsfahrten stattfinden können.

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Denn der tragische Unfall am Wehr in Deutsch Ossig ist bereits der zweite innerhalb weniger Wochen. Bereits im Juli dieses Jahres war hier ein 34-jähriger Deutscher verunglückt und konnte Tage später nur tot geborgen werden. Bei dem jüngsten Unglücksopfer vom vergangenen Sonnabend soll es sich um einen Mann aus der Region handeln.

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