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Weniger Blitzer-Einnahmen wegen Corona

Der Kreis kassierte 2020 weniger von Rasern als im Vorjahr, dagegen stieg aber die Zahl der zugelassenen Autos. Beides hat mit Corona zu tun.

Geschwindigkeitsmessung in Görlitz: Die Daten können gleich vor Ort ausgewertet werden.
Geschwindigkeitsmessung in Görlitz: Die Daten können gleich vor Ort ausgewertet werden. © sosnowwski

Weniger Verkehr, weniger Raser: Im Corona-Jahr 2020 schnappten im Landkreis Görlitz nicht so oft die Radarfallen zu wie im Jahr zuvor. Es gab weniger Grenzverkehr und Urlauber, der mobile Messbetrieb wurde zweitweise eingestellt, hinzu kamen Ausgangsbeschränkungen und so weiter, hat das Landratsamt als Gründe festgestellt.

Gründe, die sich handfest in Zahlen nachweisen lassen: Im vergangenen Jahr hatte das Landratsamt Blitzer-Einnahmen in Höhe von reichlich 1,4 Millionen Euro. 2019 waren es fast 1,8 Millionen Euro. "Die Ursachen für die gesunkenen Einnahmezahlen stehen in der Tat Verbindung mit der Corona-Pandemie", so Landratsamt-Sprecherin Franziska Glaubitz. Die Zahlen können sich allerdings noch etwas ändern, da einzelne Messungen noch nicht ausgewertet sind. Einbußen muss der Kreis vermutlich auch beim Schülerverkehr einplanen. In den beiden Lockdowns fiel er weg, die Eltern bekamen die Beiträge erstattet.

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Trend geht wieder zum eigenen Auto

Demgegenüber gibt es ein anderes Phänomen. Im Corona-Jahr 2020 setzten die Bewohner des Kreises offensichtlich mehr auf den Individualverkehr. Fast jeder dritte Deutsche hat sein Mobilitätsverhalten während der Corona-Pandemie geändert. Das geht aus einer von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) beauftragen Umfrage hervor. Der Individualverkehr, also der eigene Pkw, hat in an Bedeutung gewonnen.

Das lässt sich auch an den Zulassungszahlen von Pkw im Landkreis Görlitz ablesen. Im vergangenen Jahr wurden 32.141 Autos, neue und gebrauchte zugelassen. Im Jahr zuvor waren es nur 27.695 Zulassungen von Neu- und Gebrauchtwagen. Ein deutschlandweites Phänomen. Erstmals seit Jahren steigt bei den unter 35-Jährigen das Interesse an einem eigenen Auto wieder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Capgemini.

Sie hatte 11.000 Menschen deutschlandweit befragt, welche Auswirkungen die Folgen der Pandemie auf die individuelle Mobilität hat. Dabei kam heraus, dass 45 Prozent der jüngeren Kunden, die bislang kein Auto besaßen, nun darüber nachdenken, sich in den kommenden Monaten einen eigenen Pkw anzuschaffen.

Großer Sprung nach vorn bei E-Autos im Kreis

Dabei tun das die Autofahrer im Landkreis Görlitz offensichtlich auch mit Blick auf den Klimawandel. Im Jahr wurden 693 Hybrid-Fahrzeuge und 188 reine Elektro Fahrzeuge neu zugelassen. Ein Jahr zuvor waren es noch 219 Hybrid Fahrzeuge und 68 Elektromobile. Das bedeutet bei beiden Fahrzeugvarianten einen großen Sprung nach vorn.

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Demgegenüber geht den Kreisbewohnern offensichtlich die Lust am SUV-Fahren aus. Wurden 2019 noch 1.073 der sportlichen Geländewagen zugelassen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 801.

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