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Von ihnen mussten wir uns 2020 verabschieden

Auch in diesem Jahr mussten wir von Persönlichkeiten in Niesky und Görlitz Abschied nehmen. Wir erinnern an einige an dieser Stelle.

Die sind sechs Persönlichkeiten, die 2020 gestorben sind.
Die sind sechs Persönlichkeiten, die 2020 gestorben sind. © SZ

Harald Schwarz, Unternehmer

Harald Schwarz.
Harald Schwarz. © André Schulze

Zeit seines Lebens blieb Harald Schwarz seiner Heimat treu. Der Hähnichener sollte eigentlich die Tischlerei seines Vaters einmal übernehmen, doch dann erhielt er 1988 das Angebot, das kleine Busunternehmen von Heinrich Tzschoppe zu übernehmen. Der Anfang von "Schwarz Reisen". Nebenbei aber galt der Natur seine Aufmerksamkeit: Als Imker, als Angler und als Wassersportler. Und immer suchte er dafür auch die Nähe zu Gleichgesinnten in Vereinen, arbeitete im Gemeinderat Hähnichen mit und baute ein ehemaliges NVA-Tanklager zum Firmen- und Wohnsitz "Tankhausen" aus. Noch ehe das Jahr begann, am 30. Dezember 2019, starb er mit 63 Jahren.

Einen ausführlichen Nachruf lesen Sie hier.

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Andreas Böer, Bürgermeister

Andreas Böer.
Andreas Böer. © Nikolai Schmidt

Für Reichenbach war er ein Glücksfall. 24 Jahre leitete er ab 1991 die Geschicke der kleinen Stadt. In aufregenden Zeiten, für ihn und für seine Stadt. Die friedliche Revolution gab seinem Leben eine völlig andere Wende. Aus dem Handwerker wurde ein Bürgermeister, der mächtige Chef des Kirchenparlamentes, ein vielseitig aktiver CDU-Politiker. Seine Netzwerke nutzte er, um Reichenbach neue Perspektiven zu geben. Nicht so sehr in der Wirtschaft, dafür aber schuf er mit Via-regia- und Nollau-Haus, mit Schloss Krobnitz und dem Ackerbürgermuseum eine dichte Kulturlandschaft. Am 3. Januar starb Böer nach schwerer Krankheit, nur wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag.

Einen ausführlichen Nachruf auf Andreas Böer lesen Sie hier.

Ulf Großmann, Kulturpolitiker

Ulf Großmann.
Ulf Großmann. © nikolaischmidt.de

Ulf Großmann war vieles: Lehrer und Chorleiter, Bürgermeister und Präsident der Kulturstiftung Sachsen, CDU-Politiker und Dozent. Vor allem aber war er ein begnadeter Kulturvermittler. Ein Leben ohne Kultur - das konnte sich der geborene Dresdner, der in Görlitz und in Markersdorf seinen Lebensmittelpunkt fand, nie vorstellen. Für sich, aber auch für andere nicht. Und so nutzte er seine Positionen, um die Kultur zu fördern, wo immer es ging. Und dadurch Görlitz ins nationale Gespräch zu bringen. Und widerstand dabei Kleingeisterei und Provinzialismus. Am 7. Januar aber verlor er mit 62 Jahren den Kampf gegen den Krebs.

Einen ausführlichen Nachruf auf Ulf Großmann lesen Sie hier

Ruth Pilz, Zeitzeugin

Sie war eine Jahrhundertzeugin. Geboren 1921 in Berlin als Kind des jüdischen Viehhändlers Georg Schlesinger, wuchs sie in Görlitz auf, ging beim Textilgroßhändler Louis Stern in Lehre und überlebte das Nazi-Reich in Görlitz. Seit 1944 saß sie im Görlitzer Gefängnis wegen Verbreitung von Feindpropaganda - sie hatte den englischen Radiosender BBC mit Freunden gehört. In den Wirren der Auflösung aller staatlichen Ordnung gelang ihr im Februar 1945 die Flucht. Trotz der Verfolgungen blieb sie ihr Leben lang in Görlitz, wo sie am 13. Januar, nur wenige Tage vor ihrem 99. Geburtstag, starb.

Eine Würdigung von Ruth Pilz lesen Sie hier

Hermann Josef Schmitz, Mediziner

Dr. Hermann Josef Schmitz.
Dr. Hermann Josef Schmitz. © Pawel Sosnowski

Er war der Auslöser des Görlitzer Klinikkrieges zwischen dem Carolus und dem Klinikum. Der damalige Klinikum-Geschäftsführer Bostelaar warb den Urologen vom Carolus ab, um das kleinere Krankenhaus zu schwächen. Womit er nicht gerechnet hatte: Urologen, Anästhesisten und Chirurgen wechselten anschließend vom Klinikum zum Carolus. Für den angesehenen Mediziner Schmitz lohnte sich der Wechsel kaum: Im Klinikum wurde er nie richtig akzeptiert, das durchgestochene Jahresgehalt für einen Halbtagsjob verletzte das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen. Am 29. Januar verstarb Schmitz mit 65 Jahren.

Einen Bericht zu den Folgen seines Todes finden Sie hier.

Ullrich Geisler, Arzt

Ullrich Geisler (mit seiner Frau Waltraut).
Ullrich Geisler (mit seiner Frau Waltraut). © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Drei Jahrzehnte war er der Inbegriff des Landarztes in Jauernick-Buschbach. Zusammen mit seiner Frau Waltraut eröffnete er im Januar 1964 seine Praxis in Jauernick. Sie war Zahnärztin, so dass das Bergdorf gleich eine Doppelpraxis erhielt. Generationen von Jauernickern hat Ullrich Geisler bis 1998 begleitet. Dann war für ihn Schluss, seine Tochter Bettina übernahm die Praxis. Auch wenn Waltraut Geisler durch ihre Malerei stärker in der Öffentlichkeit stand, die Geislers waren nur mit Ullrich komplett. Am 6. Februar starb er mit 84 Jahren.

Ein Porträt der Landarztfamilie lesen Sie hier.

Hans-Dieter Grand, Arzt

Fast vier Jahrzehnte arbeitete Dr. Hans-Dieter Grand an der Frauenklinik des Görlitzer Klinikums, 16 Jahre davon leitete er die Gynäkologie. Tausende Kinder brachte er auf die Welt. Grand erlebte aber auch den Einbruch durch die Veränderungen der politischen Wende. Wurden 1980 noch 2.226 Geburten im Klinikum gezählt, waren es Mitte der 1990er Jahre nur rund 440. Die Einweihung des neuen Frauen-Mutter-Kind-Zentrums am Klinikum in diesem Jahr erlebte er nicht mehr. Er starb am 9. Februar mit 82 Jahren.

Einen Nachruf auf Hans-Dieter Grand lesen Sie hier

Reinhard Müller, Bürgermeister

Der in Weigersdorf aufgewachsene Reinhard Müller war nach der Wende der erste Bürgermeister in der Gemeinde Weigersdorf. Zuvor arbeitete der Familienvater im Sägewerk Dauban. Bis zum Zusammenschluss zur Großgemeinde Hohendubrau im Jahr 1995 führte Müller hauptamtlich die Geschicke der Gemeinde. Zu seinen Verdiensten zählt der Erhalt der Kindereinrichtung im Ort und die Unterstützung der St. Trinitatisgemeinde Weigersdorf beim Bau ihres Gästehauses. In der neuen Gemeinde Hohendubrau war Müller im Bauhof beschäftigt. Für seine Tätigkeit kam ihm seine Ausbildung als Autoschlosser und sein Fernstudium zum Ingenieur für Maschinenbau zugute. Zudem war er langjähriges Mitglied im Schützenverein "Zur Hohen Dubrau". Reinhard Müller starb am 14. Februar im Alter von 74 Jahren. (SZ/sg)

Matthias Buchwald, Touristiker

Matthias Buchwald.
Matthias Buchwald. © nikolaischmidt.de

Wandern und Touristik, das liebte Matthias Buchwald schon als Schüler an der Weinhübler Schule. Und letztlich bestimmten diese beiden Pole auch sein Leben. Als Kreiswegemeister, als Mitglied des Riesengebirgsvereins, als Initiator des Görlitzer Wandertages einerseits und als Chef des Unternehmens "Görlitz-Tourist" auf der anderen Seite. Sein Spezialgebiet waren Tages- und Mehrtagesfahrten im Dreiländereck. Und auch selbst liebte er das Reisen - als Camper. Am 7. März starb Buchwald, erst 56 Jahre alt.

Einen Nachruf auf Matthias Buchwald lesen Sie hier

Gotthard von Wallenberg, Schlossbesitzer

Gotthard von Wallenberg.
Gotthard von Wallenberg. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Ohne Gotthard von Wallenberg würden das Schloss Deutsch Paulsdorf und das Rittergut Dittmansdorf wohl weiter dem Verfall preisgegeben sein. Doch Wallenberg wollte das nicht, erwarb die beiden Herrenhäuser und sanierte sie. So wurden sie wieder zu lebendigen Orten in den Dörfern. Als er am 13. März im Alter von 82 Jahren starb, war in den Ortschaften die Trauer groß. Jetzt ruht er unter einem alten Baum in seinem Park in Deutsch Paulsdorf, den er in den vergangenen Jahren zu einem Friedwald umgestaltet hatte.

Einen Nachruf auf Gotthard von Wallenberg lesen Sie hier

Karl-Heinz Vogel, Hauptamtsleiter Reichenbach

Karl-Heinz Vogels große Zeit kam mit der politischen Revolution. Erst wurde er Bürgermeister von Meuselwitz, nach dessen Eingemeindung nach Reichenbach, amtierte der Krobnitzer als Hauptamtsleiter und rechte Hand von Bürgermeister Andreas Böer. Viele kannten ihn: Als Standesbeamten, als Mitglied des Heimatvereins, als kundigen Fachmann des Reichenbacher Stadtarchivs und als Mitglied der Original Heideländer Musikanten. Am 15. März starb Vogel im Alter von 59 Jahren. (cj)

Alfred Schönfelder, Musikdirektor

Er war schon 92 Jahre alt, als er es sich nicht nehmen ließ, zum 60-jährigen Bestehen des Görlitzer Lehrerchors zu kommen, den er 1957 selbst gegründet hatte. Seit 1955 war er Musikdirektor des Görlitzer Theaters. Sein Name ist mit der Blütephase des Hauses verbunden. 1971 ging er schließlich an die Leipziger Hochschule für Musik und Theater, wo er noch bis 2002 lehrte. Doch Görlitz trug er immer im Herzen. Am 29. März starb er 95-jährig.

Einen Nachruf auf Alfred Schönfelder lesen Sie hier

Lothar Voigt, Goldschmied

Lothar Voigt.
Lothar Voigt. © Pawel Sosnowski

Er war Görlitzer, Handwerker und Handballer. Und bei allen Dingen mit großem Enthusiasmus und Herz dabei. Als Goldschmied war er eine Görlitzer Institution, führte den väterlichen Betrieb durch die gesamte DDR-Zeit hindurch, bis ihn seine Tochter fortsetzte. Im Ruhestand schrieb er die Geschichte der Görlitzer Gold- und Silberschmiede auf. Die Chronik steht jetzt im Görlitzer Ratsarchiv, genauso wie eine über den Handballsport bei NSV Gelb-Weiß Görlitz, dessen Handballabteilung er 50 Jahre lang führte. Voigt starb am 9. April im Alter von 85 Jahren.

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Randolph Braumann, Journalist

Randolph Braumann (mit seiner Frau Dorothea).
Randolph Braumann (mit seiner Frau Dorothea). © Nikolai Schmidt

Er kam 2009 nach Görlitz. Da war seine große Zeit als Journalist beim Hamburger Magazin "Stern" längst vorbei. Trotzdem umwehte Braumann noch die Aura des lebenserfahrenen Kriegsreporters. Dabei war er gänzlich unprätentiös, Braumann interessierte sich in Görlitz für die Unangepassten und Lebenskrummen, für die Aussteiger und Weltensucher. Da war er unter seinesgleichen. Er starb am 21. August, mitten im Schlaf und im 86. Lebensjahr.

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Lotte Schulze, älteste Görlitzerin

Lotte Schulze.
Lotte Schulze. © nikolaischmidt.de

Lotte Schulze war eine seltene Zeitzeugin, auch wenn sie uns wegen einer Demenz-Erkrankung nichts mehr davon erzählen konnte. Geboren am 6. Juni 1914 erlebte sie die Spanische Grippe 1918/1919 mit, an die in der Corona-Pandemie immer wieder erinnert wird. Die Görlitzerin überlebte nicht nur ihren Ehemann, ihre Schwester und vier ihrer sieben Kinder, sondern war zwei Jahre lang auch die älteste Einwohnerin von Görlitz. Am 8. August ist sie gestorben. Mit 106 Jahren. So alt waren vor ihr erst vier Görlitzer.

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Gerti Totschek-Colbert

Gerti Totschek (li.) mit ihrer Familie 1939.
Gerti Totschek (li.) mit ihrer Familie 1939. © United States Holocaust Memorial

Sie lebte schon lange nicht mehr in Görlitz, 1941 musste sie die Stadt auf der Flucht vor den Nazis verlassen. Doch der Name ihrer Familie hat sich in der Stadt bis heute gehalten: Totschek. Deren Kaufhaus in der Steinstraße ist zwar nur noch ein Schatten seiner selbst nach jahrelangem Leerstand. Doch es gibt Hoffnung auf Besserung. Wenn auch künftig damit der Name Totschek verbunden bliebe, wäre das die größte Wertschätzung und Wiedergutmachung, die die Stadt und ihre Bürger dieser Familie entgegenbringen könnten. Gerti Totschek-Colbert starb am 21. August im Alter von 98 Jahren in New York.

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Gisela Pfenniger, Kultur-Oma

Gisela Pfenniger.
Gisela Pfenniger. © Nikolai Schmidt

Sie war ein Unikum. Kaum eine Ausstellungseröffnung, kaum ein Jugendfestival ohne sie. Mit schlohweißem Haar war sie in dem viel jüngeren Publikum schnell zu erkennen, das sie liebevoll Oma Gisela nennen durfte. Die gebürtige Dresdnerin war eine bekennende Linke. Je älter sie wurde, umso näher war ihr das große Kindheitstrauma: Die Feuernacht im Februar 1945 in Dresden, die sie in einem Keller miterleben musste. Und so mahnte sie überall, sich für den Frieden einzusetzen. Gisela Pfenniger starb am 22. August. Sie wurde 89 Jahre alt.

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Hans-Heinrich Mitschke, Ausgrabungstechniker

Jahrelang hatte sich der gebürtige Nieder Seifersdorfer Heiner Mitschke um die große archäologische Sammlung in Görlitz gekümmert, Ausgrabungen in den Landkreisen Niesky und Görlitz bestritten. Doch Anerkennung erhielt er nicht, sondern die Kündigung 1996. Dabei hätte er viel mehr gewürdigt werden müssen, für all das, was ihm unter schwierigen Bedingungen gelungen ist und bleiben wird. Sein geschichtliches Interesse hatte ihn zum Ausgrabungstechniker und Restaurator gemacht, nachdem er seinen ersten Beruf - Elektromonteur bei der LPG Jänkendorf - nach einem Motorradunfall nicht mehr ausüben konnte. Wären die Himmelsscheibe von Nebra und die Zusammenhänge mit der Aunjetitzer Kultur in der Bronzezeit - die damals das Modernste vom Modernen war - ein paar Jahre früher aufgezeigt worden, Heiner Mitschke wäre einer der Deuter dieser Zeitenwende geworden. Über die Zeugnisse der Aunjetitzer Kultur rund um Niesky und Görlitz schrieb er bereits Anfang der 1990er Jahre im Görlitzer Magazin. Am 4. September starb Mitschke im Alter von 72 Jahren.

Hanna Majewska, Lehrerin

Hanna Majewska.
Hanna Majewska. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Sie war die große Netzwerkerin zwischen Görlitz und Zgorzelec in den 1990er Jahren. Mit freundlicher Hartnäckigkeit weitete sie den Blick der Görlitzer über die Neiße und umgekehrt - bei ihren Schülern schon vor der friedlichen Revolution. Görlitz/Zgorzelec war für die Lehrerin, die bei Warschau geboren wurde und einige Jahre in Jelenia Gora lebte, zu ihrem Lebensthema. Sie konnte noch erleben, wie die Grenze viel von ihrer früheren Abschreckung verlor. Hanna Majewska starb am 27. November. Am Tag danach wäre sie 92 Jahre alt geworden.

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Monika Kamphake, Kulturstadt-Enthusiastin

Monika Kamphake.
Monika Kamphake. © Matthias Weber

Sie war lange arbeitslos, ehe sie mit der Kulturhauptstadtbewerbung von Görlitz noch einmal durchstartete. Ein Ein-Euro-Job verhalf ihr zu neuem Lebensmut. Sie erforschte das Leben ehemaliger jüdischer Mitbürger, ging in die Schulen und lehrte Zeitgeschichte, entwarf Stadtführungen zur Kriminalitätsgeschichte, begeisterte als Turmführerin und war schnell für die Wiederbelebung des Görlitzer Kinderfestes im Stadthallengarten gewonnen. Die Stadt ehrte sie vor sieben Jahren mit ihrem Meridian des Ehrenamtes. Am 29. November starb Monika Kamphake im Alter von 67 Jahren.

Kurt Serafinowicz, Unternehmer

Serafinowicz gehörte zu den Görlitzer Unternehmern, die Engagement für ihre Stadt mit Heimatstolz verbanden. Der Chef des Görlitzer Kühlanlagen-Services spendete Sitzbänke für die Landeskrone, erwarb die alte Molkerei auf der Emmerichstraße und baute sie zu einer Pension aus. Doch mit seinem politischen Engagement hatte er Pech. 1999 trat er für die DSU vergeblich zur Stadtratswahl an, und auch 2009 schaffte er für die Wählervereinigung "Zur Sache" nicht den Sprung in den Stadtrat. Am 2. Dezember starb Serafinowicz im Alter von 79 Jahren.

Ernst Kretzschmar, Historiker

Dr. Ernst Kretzschmar.
Dr. Ernst Kretzschmar. © SZ/Thomas Fiedler

Er war einer der wenigen Görlitzer Historiker, die sich um das 19. und 20. Jahrhundert kümmerte, der sich auch in zeitgeschichtliche Diskussionen einmischte. Das machte ihn angreifbar, zugleich wurde er dafür geachtet. Den Respekt hatte er sich seit 1974 als Stadthistoriker mit zahlreichen Ausstellungen und Veröffentlichungen erarbeitet. Seine Lehrer-Zeit zuvor an der früheren Görlitzer EOS und sein Einsatz für die DDR blieben bis zuletzt umstritten. Er starb am 4. Dezember im Alter von 87 Jahren im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

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Karlheinz Blaschke, Historiker

Dr. Karlheinz Blaschke.
Dr. Karlheinz Blaschke. © SZ

Zu DDR-Zeiten als "bürgerlicher Historiker" in Nischen des Landesarchivs und einer kirchlichen Hochschule tätig, wurde er nach 1989 der Landeshistoriker Sachsens schlechthin, hatte einen Lehrstuhl an der TU Dresden inne, schrieb Buch um Buch, hielt Vortrag um Vortrag - und war zudem ein glühender Fürsprecher der einheitlichen Oberlausitz und wandte sich gegen preußische Traditionen. Das hatte auch biografische Gründe, Blaschke stammte aus Schönlinde, dem heutigen Krasna Lipa, gleich bei Seifhennersdorf. Von 2000 bis 2004 war er Präsident der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz. Blaschke starb am 25. Dezember in Moritzburg, er wurde 93 Jahre alt.

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