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Neuer Fall von Schweinepest in Sachsen

Erneut wurde ein Kadaver aus dem Norden des Kreises Görlitz positiv auf das Tierseuchen-Virus getestet. Das verschärft die Lage aber nicht.

An der Neiße wurde ein fester Zaun errichtet, um das Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest zu erschweren.
An der Neiße wurde ein fester Zaun errichtet, um das Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest zu erschweren. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Trotz eines weiteren Falls der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Görlitz sind weitergehende Maßnahmen gegen die Seuche nicht nötig. Das erklärt das zuständige Sozialministerium.

Zugleich bestätigt es, dass die Laboruntersuchungen eines Kadaverteils sowohl in der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen als auch im Friedrich-Loeffler-Institut das Schweinepest-Virus nachgewiesen haben. Es ist das 16. Tier, das mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest in Sachsen verendet ist. Der Fundort lag, wie bei allen 15 vorangegangenen Tieren oder Kadaver, auch in unmittelbarer Nähe der Neiße, östlich des jüngst errichteten festen Wildschweinabwehrzauns. Zwar bleiben alle Verfügungen des Freistaates weiterhin in Kraft, die Pufferzone rund um die Fundorte muss aber nicht verändert oder gar vergrößert werden.

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Sachsens Sozialministerin Petra Köpping zeigte sich wenig überrascht von dem weiteren Fund. "Es war zu erwarten, dass bei der intensiven Fallwildsuche weitere infizierte Tiere entdeckt werden würden", erklärte sie. "Um die Tierseuche zu bekämpfen und in der jetzigen Infektionszone einzudämmen ist es nötig, dass alle Wildschweine gefunden werden und das Gebiet von Wildschweinen befreit wird. Eine erfolgreiche Fallwildsuche ist dafür der Schlüssel. Nur so können wir eine Ausbreitung der Seuche auf ganz Sachsen verhindern."

Diese Zonen hat das Sozialministerium im Landkreis Görlitz rund um die bisherigen Funde von Wildschweinen gezogen, die sich mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert hatten.
Diese Zonen hat das Sozialministerium im Landkreis Görlitz rund um die bisherigen Funde von Wildschweinen gezogen, die sich mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert hatten. © Sozialministerium

Bislang wurden bei der Suche 70 Kadaver oder Kadaverteile von Wildschweinen gefunden. Von diesen 70 Funden entfallen 37 auf den Truppenübungsplatz der Bundeswehr zwischen Rietschen und Weißkeißel. Die Proben dieser Funde fielen entweder alle negativ aus oder es konnten gar keine Proben genommen werden, weil die Teile bereits zu stark zersetzt waren.

Außerhalb des militärischen Gebietes wurden nach Angaben des Freistaates 33 Fallwildfunde gemeldet, von denen bisher 15 positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest sind. Alle bisher positiven ASP-Fälle befinden sich in der Gemeinde Krauschwitz und erstrecken sich einer Perlenkette gleich zwischen Sagar und Werdeck.

Insgesamt errichtete der Freistaat um das gefährdete Gebiet einen etwa 90 Kilometer festen Zaun, davon 56 Kilometer an der deutsch-polnischen Grenze zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg im Norden und der Autobahn A 4 bei Görlitz im Süden. Nun laufen die Vorbereitungen für die Fortführung des Zaunes nordwestlich von Bad Muskau. Die Planungen sind abgeschlossen, mit dem Ausforsten der Trasse wurde noch vor Weihnachten begonnen.

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Aktuell gibt es in Sachsen damit 16 amtlich bestätigte Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen. Der erste Fall ist am 31. Oktober bei einem erlegten Tier bestätigt worden. Die ASP ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel (Fleisch, Wurst) sowie über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

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