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Tiertransporter aus dem Verkehr gezogen - und dann?

Einen solchen Fall gab es kürzlich auf der A4. Ein Auflieger mit Rindern wurde stillgelegt. Aber was passiert mit den Vierbeinern? Hier gibt es die Antwort.

Symbolbild
Symbolbild © Stefan Puchner/dpa

Autobahnpolizisten hatten in der vergangenen Woche an der A4-Anschlussstelle einen Tiertransporter aus dem Verkehr gezogen. Dessen griechischer Fahrer war von Weißkeißel nach Ungarn unterwegs. Weit kam er nicht. Im Zuge der Polizeikontrolle hatte sich herausgestellt, dass dass die Bremsen an der Achse des Aufliegers nicht funktionierten und Teile vom Auflieger durchgerostet waren. Weiter ging es nicht, denn nach Begutachtung durch einen Sachverständigen wurde der Auflieger still gelegt. Doch was passiert in seinem solchen Fall mit den Tieren?

Laut Polizeibericht hatte das Veterinäramt die Rinder in Obhut genommen. Vonseiten des Landkreises heißt es: „In dem Fall wurden die Transportmittel durch die Polizei stillgelegt. Es gab keinen Grund, die Tiere zu beschlagnahmen.“ So teilt das Kreissprecherin Franziska Glaubitz auf SZ-Nachfrage mit. Die Rinder, die eigentlich nach Ungarn und damit mindestens 800 Kilometer weit transportiert werden sollten, wurden nach Kreisangaben mit einem anderen Transportunternehmen abgeholt und wieder in den Herkunftsbetrieb zurück gebracht. Wie Landkreissprecherin Julia Bjar nach Rücksprache mit dem zuständigen Amt mitteilt, sind sie mittlerweile mit einem anderen Transportunternehmen an ihrem Bestimmungsort angekommen.

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Welche Möglichkeiten das Veterinäramt im Allgemeinen bei aus dem Verkehr gezogenen Tiertransporten hat, ob Nutztiere dann beispielsweise auf Bauernhöfen untergebracht oder der Schlachtung zugeführt werden, beantwortet Franziska Glaubitz so: „Das muss im Einzelfall entschieden werden, da das von vielen Faktoren abhängig ist.“ Dazu zählten unter anderem Gesundheitszustand, Tierart und Herkunft. 2020 und im laufenden Jahr seien keine Nutztiere von Tiertransporten beschlagnahmt worden, so die Kreissprecherin.

Eingreifen musste das Veterinäramt im letzten Jahr jedoch bei 178 Nutztieren wegen schlechter Haltungsbedingungen. Das betraf verschiedene Tierarten von Hühnern bis hin zu Pferden. Geeignete Unterbringungen zu finden, sei schwieriger, teilte der Kreis im Januar mit. Versucht würde in der Regel, die Tiere in landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen artgerecht unterzubringen. Offenbar gelingt das nicht immer, vor allem, wenn es sich um eine größere Zahl handelt. "Bei Nutztieren ist auch die Zuführung zur Schlachtung möglich", erklärte die Kreissprecherin Anfang 2021.

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