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Die lange Geschichte für mehr Schallschutz an der A4

Autobahnlärm - ein altes Thema für die Ludwigsdorfer. Trotz erneuerter Schutz-Pläne treibt sie noch Manches um.

Die Häuser des Schäfereiwegs in Ludwigsdorf liegen direkt an der Autobahn. Aber auch die Anwohner weiter weg hören oft, wie viel gerade auf der A4 los ist.
Die Häuser des Schäfereiwegs in Ludwigsdorf liegen direkt an der Autobahn. Aber auch die Anwohner weiter weg hören oft, wie viel gerade auf der A4 los ist. © Archiv: nikolaischmidt.de

Wie viel auf der A4 in Grenznähe so los ist - die Ludwigsdorfer können es hören. Vor allem, wenn der Wind ungünstig steht, der Lkw-Anteil hoch ist. Es soll Abhilfe kommen - schon lange.

Die Lärmschutzwände sollen wachsen, die Fahrbahn bei Ludwigsdorf mit offenporigem Asphalt ausgestattet werden. Dafür aber soll die Tempobegrenzung von 80 Kilometern pro Stunde fallen, stattdessen Richtgeschwindigkeit 130 gelten. Ein Punkt, mit dem sich Mario Conrad vom Ortschaftsrat Ludwigsdorf nach wie vor nicht anfreunden kann.

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Gegen den Schatten: Schallschutz transparent

Einen neuen Punkt, den er dagegen als Vorteil sieht: Die Schallschutzwände sollen teiltransparent sein. Mehr Schatten - das würde, wachsen die Schutzwände, womöglich fünf Häuser am Schäfereiweg direkt an der A 4 betreffen. Um das Problem zu mindern, sollen die Wände, soweit Conrad weiß, im oberen Teil transparent sein.

Insgesamt geht es um rund zwei Kilometer bei Ludwigsdorf. Derzeit gibt es hier Lärmschutzwände in Höhe von 3,50 Metern auf einer Länge von 340 Metern. Die sollen auf nördlicher Seite auf 1.200 Metern Länge auf eine Höhe von sechs bis 6,50 Meter wachsen. Für die Südseite sei „eine Länge von 932 Metern mit einer durchgängigen Wandhöhe von sechs Metern geplant“, heißt es in einer Vorprüfung der Landesdirektion zu den Planungen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Nicht viel Neues

Auf diese Einschätzung, aus der die Lasuv-Planungen hervorgehen, bezieht sich etwa das Portal „Alles Lausitz“ in einem Beitrag. Tatsächlich neu ist das aber nicht. Schon früher ging es etwa um sechs Meter hohe Schutzwände. Die Stellungnahme der Landesdirektion ist ein halbes Jahr alt. Zu der Zeit waren die Autobahnen noch Ländersache, das Lasuv zuständig - seit Januar ist es inzwischen die Autobahn GmbH des Bundes.

Seit 2016 gibt es Planungen für mehr Schutz. Eine Schwierigkeit war immer, dass das Verkehrsaufkommen stärker wuchs, als Prognosen annahmen. So war etwa 2019 das Verkehrsaufkommen, das im Landesverkehrsplan 2030 prognostiziert war, fast erreicht, erklärt Tino Möhring, Sprecher der Autobahn GmbH. Deshalb sei durch einen Fachgutachter eine separate Trendprognose erstellt worden, „unter Beachtung der jährlichen Zuwächse in den davorliegenden Jahren“.

Und wegen des Verkehrsaufkommens hatte das Lasuv ab 2018 die Vorplanungen überprüft. Damals forderte etwa der frühere Landtagsabgeordnete und heutige Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu - ob der langen Vorlaufzeit, die die Schutzmaßnahmen brauchen - eine Übergangslösung.

Für die Ludwigsdorfer bleiben Fragen

Danach wurden die veränderten Planungen öffentlich ausgelegt - damit Betroffene Vorschläge oder Einwände bringen können - und ein Antrag auf sogenannte Planfeststellung bei der Landesdirektion gestellt. Die kam vor einem halben Jahr zu einer positiven Einschätzung, die Planänderung verbessere „den aktiven Lärmschutz erheblich“, auch die Lebensqualität in der Wohnnachbarschaft.

Dass die Schutzwände, die jetzt noch viel kleiner sind, auf jeden Fall einen positiven Effekt haben, ist sich auch Mario Conrad sicher. Die Frage ist, ob es reicht. Einen hundertprozentigen Schutz werde es nicht geben, ist ihm bewusst. Ein Punkt, der die Ludwigsdorfer neben der Geschwindigkeit dennoch weiter umtreibt: Dass die Schutzwände nicht über die Neißebrücke reichen. Das ist schwer umsetzbar, die Anwohner würden es aber für sinnvoll erachten. Auch sie haben sich vorigen Sommer mit der Stadt Görlitz zum Vorhaben geäußert. Nächster Schritt ist nun der Planfeststellungsbeschluss, erklärt Tino Möhring.

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