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Leben und Stil

Balsamico ist nicht gleich Balsamico 

Es gibt große Unterschiede in Preis und Geschmack. Nicht mal jeder zweite Essig überzeugte Stiftung Warentest. Eine gute Nachricht gibt es aber.

Der Klassiker: Tomaten und Mozzarella werden mit Balsamico serviert.
Der Klassiker: Tomaten und Mozzarella werden mit Balsamico serviert. © www.pixabay.com

Nur selten wird ein Lebensmittel für seinen Zuckergehalt gelobt. Doch genau auf solch eine ausgeprägte Süße waren die Tester der Stiftung Warentest bei ihrem Balsamico-Test aus. Denn sie spricht für einen hohen Traubenmostanteil, der bei der Essigspezialität aus Modena in Italien erst so richtig die Frucht-, Most- und Malzaromen hervorbringt.

Diesem Anspruch wird aber noch nicht einmal jeder zweite Balsamico gerecht, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift test (Ausgabe 3/2020). Es gebe geschmacklich wie preislich große Unterschiede zwischen den 27 untersuchten Produkten. 

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So kosten Edelvarianten zwischen 52 Euro („Giuseppe Cremonini“) und 120 Euro („Giuseppe Giusti“) pro Liter. Diese beiden wurden wie neun weitere Balsamici mit „gut“ bewertet. Für gerade mal 1,98 Euro gibt es aber bei Kaufland und Aldi Süd ebenfalls mit „gut“ benotete Tropfen. Zu den geschmacklichen Spitzenreitern zählen laut den Testern außerdem der dunkle Bio-Balsamico von „Rapunzel“ (18 Euro pro Liter) sowie „Alnatura“ mit seinem dunklen und hellen Balsamessig (je 5,40 Euro pro Liter).

Qualitätsverbesserung

Angesichts der enormen Preisunterschiede empfehlen die Warentester, die hochwertigen Modena-Spezialitäten zum Verfeinern von Speisen zu nutzen, zum Beispiel von Parmesan, Desserts, Obstsalat oder Eis. Für ein Salatdressing reiche dagegen ein Standard-Balsamessig. Die Balsamici, die mit den Urteilen „befriedigend“ und „ausreichend“ weniger überzeugten, unterteilen sich in zehn dunkle und sechs weiße Sorten. Hauptkritikpunkte waren hier ein einseitig saurer Geschmack, Essigester-Geruch, eine mangelhafte Deklaration und ein, geringer Traubenmostanteil.

Erfreut zeigen sich die Tester dagegen über die Qualitätsverbesserung im Vergleich zu einem Test im Jahr 2011. Damals stammten Essig und Zucker nicht immer aus Trauben – dafür gab es im jetzigen Test keine Hinweise mehr. Auch die Mindestsäure von sechs Prozent hielten alle dunklen Balsamici ein. Und keiner schmückte sich zu Unrecht mit der geschützten geografischen Herkunftsangabe Aceto Balsamico di Modena. (dpa)