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Großenhain

Großenhain ist auf dem Friedensweg

Hunderte Wimpel wurden mit Friedensbotschaften beschrieben. Sie hängen zum Erlebnisfest auf der Illuminationswiese.

Auf diesem Weg können die Friedenswünsche von Kindern und Erwachsenen betrachtet werden. Die Wimpelkette soll noch einige Tage hängen bleiben.
Auf diesem Weg können die Friedenswünsche von Kindern und Erwachsenen betrachtet werden. Die Wimpelkette soll noch einige Tage hängen bleiben. © K. Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Pfarrer Sebastian Zehme ist begeistert: Hunderte bunter Wimpel wurden von Vereinen und Kindereinrichtungen, Kirchengruppen und Einzelpersonen mit Friedenswünschen oder Zeichnungen gestaltet. Nun liegen sie zum ökumenischen Gottesdienst zum Erlebnisfest im Stadtpark zum Aufhängen bereit. 

Der Gottesdienst widmet sich der Frage, wie „zuFRIEDENsein“ geht und wo Unfrieden herrscht – zwischen den Menschen und international. Die Vertreter der Großenhainer Kirchgemeinden tragen symbolisch Bausteine auf die Bühne. Da steht Ablehnung drauf, Hass, Unfrieden in der Welt, und Unfrieden mit Gott. Weil Menschen darunter leiden, suchen sie Auswege.

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Sehr aufrichtig und persönlich erzählen Wilfried Rode von den Hauskreisen, Pfarrer Dietmar Pohl von der Marienkirchgemeinde, Ulrich Held von der Jesusgemeinde und Pfarrer Andreas Eckert von den Katholiken ihren Weg zum Frieden. Wilfried Rode, der das „will Frieden“ sogar im Vornamen trägt, schildert seinen früheren Lebensstil, der von Unruhe und Leistungsdruck geprägt war. 

Die Worte der Bibel halfen ihm, seine Selbstzweifel und inneren Ängste zu überwinden. „Für mich wurde aus Ablehnung Annahme“, sagt Rode und zeigt dieses Wort auf der anderen Seite seines Bausteins. Dietmar Pohl erinnert an seine Erfahrungen mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“. 

Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, mache ihn zu deinem Freund“, zitiert er und spricht von der Wandlung eines Verbots in ein Gebot, eine Einladung. Schon Dietrich Bonhoeffer wusste 1934, dass Frieden und Sicherheit sich eigentlich ausschließen. Frieden sei ein Wagnis. Deshalb setze Großenhain mit seiner Friedenskette ein Zeichen der Hoffnung.

Ulrich Held merkt beim Thema „Frieden im Alltag“, dass man sich in den engsten Beziehungen auch am tiefsten verletzen kann. Seine Erfahrung nach 28 Jahren Ehe: Es geht nur mit täglicher Annahme und Vergebung. Das steht dann auch auf der Rückseite seines Bausteins. „Die engsten Beziehungen sollen wir am meisten schützen“, so Held, der der ganzen Stadt Frieden wünscht. 

Der katholische Pfarrer Andreas Eckert bedient sich sogar bei Liedermacher Wolf Biermann. Der hat über seine pubertierende Stieftochter Nina Hagen gesagt: „Ich liebe sie, anders ist sie nicht zu ertragen.“ Gemeint sei kein leidendes Erdulden, sondern aktive Haltung. Es brauche Kraft und innere Gelassenheit, selbst nervtötende Angewohnheiten „einfach wegzulieben“. 

Ähnliche Gedanken sind auf den Wimpeln, die nun in langer Reihe aufgehangen werden, zu lesen. Die Kinder vom Sonnenkäfer e. V. haben sogar Friedenstauben oder Marienkäfer gemalt. Auch Samuel Rösch und seine Band Paperclip stimmen da auf der Bühne mit ein. „Finden, was ich such“, so ihr Lied dazu.

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