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Ärger um Schönfelder Parkteich

Besucher des Parks am Traumschloss wundern sich über den unwürdigen Zustand des Gewässers. Die Gemeinde ist Eigentümer. Doch Nutzer ist ein Fischer.

Der Parkteich am Schloss Schönfeld ist dringend sanierungsbedürftig. Große Äste liegen hier im verschlammten Wasser.
Der Parkteich am Schloss Schönfeld ist dringend sanierungsbedürftig. Große Äste liegen hier im verschlammten Wasser. © Norbert Millauer

Schönfeld. Große und kleinere Äste ragen aus dem Wasser, Schlamm macht sich überall breit - der Mittel- oder Parkteich im Schönfelder Schlosspark macht derzeit keinen attraktiven Eindruck. Und das in einem Gelände, das nicht nur von einheimischen, sondern gern auch von auswärtigen Spaziergängern genutzt wird. Außerdem von den Bewohnern und Besuchern des nahegelegenen Seniorenzentrums Schönfeld.

Ortsvorsteher Simon Johne brachte das Problem jetzt im Schönfelder Gemeinderat zur Sprache. Im März sei dort abgefischt worden. Doch der Dreck im Teich ist liegengeblieben. Zwar ist der Parkteich nachweislich Gemeindeeigentum. Allerdings wird er von Teichwirt Bodo Blümel bewirtschaftet. Der arbeitet zwar bei der Teichwirtschaft Schönfeld an der Dammmühle. Doch der Betrieb habe mit dem Parkteich nichts zu tun, erklärt Chef Tilo Groß auf SZ-Nachfrage. Blümel nutze den Parkteich privat.

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Die Gemeinde will nicht allein auf den Kosten der Beräumung sitzenbleiben, heißt es im Rat. Man müsse sich mit dem Teichwirt, der hier Karpfen züchtet, an einen Tisch setzen. Es müsse Konsequenzen geben, zumal die Kommune finanziell klamm ist - die Teichwirtschaft aber über entsprechende Technik verfügt, heißt es. Ortsvorsteher Johne verweist auf den Dorfteich an der Großenhainer Straße, der ebenfalls von Privaten zur Karpfenzucht verwendet wird. "Die kümmern sich und haben voriges Jahr mehrere Fuhren Schilf abgefahren", so Simon Johne. Auch dieser Teich gehöre der Gemeinde.

Für die Teichentschlammung gibt es Förderprogramme. So wurde beispielsweise der Mühlteich in Brößnitz, Gemeinde Lampertswalde, in diesem Frühjahr mit Fördergeld des Dresdner Heidebogens saniert. Obwohl er Privateigentum ist. Besitzerin Christina Klausch beantragte die Unterstützung als "Biotopgestaltungs- und Artenschutzvorhaben". Das müsste in Schönfeld also doch die Gemeinde beantragen. Bodo Blümel, der den Teich schon seit DDR-Zeit als Hobby bewirtschaftet, sagte auf SZ-Nachfrage: "Ich habe mit Bauhofleiter Hoyer gesprochen. Aber ich darf die Äste nicht allein herausziehen, denn ich könnte im Park ja was kaputtmachen." Teilweise wäre das Holz schon im Schilf eingewachsen.

Bodo Blümel versichert, die Stauanlage in Ordnung zu halten, wenn Äste in den Abflussgraben fallen, ziehe er sie raus. Aller zehn Jahre werde der Schlammfang gemeinsam mit der Gemeinde geräumt, da beteilige er sich finanziell. Auch den Durchlauf am Schlammfang habe er selbst repariert. Doch für die 20 Karpfen, die er jährlich hier abfische, würde er eine Entschlammung nicht bezahlen wollen, die vielleicht 30.000 Euro kostet. Doch bei einem stehenden Gewässer sei das mal nötig.

Gemeinderat Siegmar Dörschel erinnert daran, dass in den 90er Jahren die Schönfelder Parkteiche - es gibt insgesamt drei - für "Hunderttausende" saniert wurden. Das ist jetzt aber schon rund 30 Jahre her. Es gehe heute auch um Haftungsfragen. Teichnutzer haben eine Verpflichtung für die nachfolgenden Gewässer. Denn die Teiche sind allesamt durch den Schönfelder Dorfbach verbunden. "Hier geht es auch um Hochwasserschutz", so Dörschel. Wenn zu viel Schlamm die Wasseraufnahme der Teiche behindert, kann das zur Überflutung führen. Deshalb sieht man mit Sorge auch auf den Schäferteich, der der Teichwirtschaft Schönfeld gehört. Hier stünde zu viel Schilf, so der Vorwurf im Gemeinderat. Doch Bodo Blümel sagt, dass auch der Schlammfang am Schäferteich von der Teichwirtschaft regelmäßig gereinigt werde.

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Eine spektakuläre Beräumungsaktion am Parkteich fand schon im Juli 2017 statt. Damals war das Abrissteam der Großenhainer Firma Lindemann nach einem Sturm damit beauftragt worden, bei den Aufräumarbeiten im Schönfelder Schlosspark mitzuhelfen. Der Sturm hatte aus der grünen Idylle ein Schlachtfeld gemacht. Mehrere Bäume wurden umgerissen oder wie ein Streichholz umgeknickt. Seitdem lagen auch zwei große Eichen im Parkteich. Um die Bäume da herauszukriegen, brauchte man größere Technik. Die Bergungsaktion war allerdings an einem Tag erledigt. Der Bagger der Firma Lindemann hat die Bäume Meter um Meter aus dem Wasser gezogen, um die Eichenstämme in vier bis fünf Meter lange Einzelzeile zersägen zu können.

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