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Alte Kelterei - als Lager zu schade

Das Kulturzentrum Schloss braucht weitere Wirtschaftsräume. Doch die Museumsdiskussion ist noch nicht vom Tisch. Jetzt fiel ein Grundsatzbeschluss.

Die Stadt hatte die Alte Kelterei vorm Tag der Sachsen 2014 gekauft. Sie sollte Museum werden. Das ist gescheitert. Jetzt sollen weitere Wirtschaftsräume her.
Die Stadt hatte die Alte Kelterei vorm Tag der Sachsen 2014 gekauft. Sie sollte Museum werden. Das ist gescheitert. Jetzt sollen weitere Wirtschaftsräume her. © Kristin Richter

Großenhain. Seit sieben Jahren ist die Stadt an der Alten Kelterei neben dem Kulturschloss dran. Das Kulturzentrum nutzt die Räume, auch die im Nebengebäude Frauengasse 13/15, als Lager und Wirtschaftsbereich. Doch die Arbeitsverhältnisse für die Mitarbeiter und die technische Ausstattung mit Beleuchtung und Heizung sowie der allgemeine Bauzustand entsprechen nicht mehr geltenden Richtlinien und Vorschriften.

Die Alte Kelterei müsste zwingend saniert werden. Regenwasser und Feuchtigkeit aus dem Erdreich dringen ins Gebäude ein. Aber noch im alten Stadtrat im vorigen Jahr wurde beschlossen, dass der jetzige Stadtrat für Nutzung, Gestaltung und bauliche Herrichtung von Gebäude und Hof Vorschläge einbringen soll. Denn der Bereich wurde als Filetstück im Stadtzentrum anerkannt. Das nutzt man nicht einfach nur als Lager. Die Öffentlichkeit ist in geeigneter Weise einzubeziehen, so der Auftrag aus dem Vorjahr.

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Letzteres ist nicht passiert. Vielmehr wird hinter verschlossenen Türen die Museumsdiskussion weitergeführt. Zwar wurde ein Neubau mit Einbeziehung der Alten Kelterei 2013 aus Kostengründen abgelehnt - er hätte rund fünf Millionen Euro gekostet. Die Alte Lateinschule ist aber immer noch zu klein, die Dauerausstellung im Obergeschoss für Behinderte nicht zugänglich. Fraglich ist auch, wie lange das Historische Klassenzimmer noch einen Raum in der Außenstelle des Gymnasiums beanspruchen kann. 

Während eine Variantendiskussion fürs Museum auch mit Einbeziehung des Schlossplatzes nichtöffentlich im Stadtrat läuft, haben die Gewählten jetzt öffentlich einen Grundsatzbeschluss gefasst. Das Kulturschloss soll doch kurzfristig zusätzliche Wirtschaftsräume im Erdgeschoss der Alten Kelterei erhalten. Eine vertiefende Planung wurde umgehend beauftragt. Im Haushalt sind Mittel über 650.000 Euro eingestellt. Eine Umsetzung baulicher  Veränderungen soll nächstes Jahr erfolgen. Aus der Förderung des Städtebaulichen Denkmalschutzes will man sich 80 Prozent der Kosten wiederholen. 228.000 Euro bleiben als prognostizierter Eigenanteil.

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Eine Einigung zum Gesamtnutzungskonzept, wie seinerzeit von Stadtrat Falk Terrey (SPD) gefordert, ist bis zum heutigen Tag nicht erfolgt. Vielmehr lässt man sich das Hintertürchen offen, zukünftig die Obergeschosse für weitere Zwecke (Seminarräume, Ausstellungsbereiche) auszubauen. 

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