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Thomas Krause kauft die Straßenbahn

Jetzt gibt es doch eine Lösung für ein weiteres Fahrzeug der K&K-Bahnen von Wolfgang Krause. Sein Namensvetter will die Bahn in Großenhain halten.

Thomas Krause (r.) übernimmt die Straßenbahn von Manfred Krause. Beide sind Freunde, aber nicht verwandt.
Thomas Krause (r.) übernimmt die Straßenbahn von Manfred Krause. Beide sind Freunde, aber nicht verwandt. © Kristin Richter

Großenhain. Anfang Oktober hängte K&K-Bahner Wolfgang Krause sein Hobby an den Nagel. Zu Ende ging damit vorerst eine lange Tradition. Seit Juni 1990 konnte sich die Stadt mit ihrer Kleinbahn schmücken. Die K&K-Straßenbahn war immer dabei, wenn was los war: Bei den großen Feierlichkeiten wie Tag der Sachsen oder der 800-Jahr-Feier. Oder zum Kneipenfest. Zum Weihnachtsmarkt tuckerte sie am Wochenende hörbar durch die Innenstadt. Kindergärten und vor allem die Pflegeheime nutzten sie gern. "So kamen die alten Leute mal raus und konnten sehen, was es in der Stadt Neues gibt", wusste Wolfgang Krause.

Doch aus gesundheitlichen Gründen machte der 75-Jährige Schluss. Er wollte von seinen sechs Bahnen nur zwei behalten. Neben dem Oldtimerauto nur die Kinderbahn und die Mückenbahn, die schon von Thomas Krause an der Mückenschänke als Parkbahn genutzt wird. Die Eisenbahn hat Frank Weser vom Ortrander Kulturbahnhof gekauft. Durch den Verkauf wollte Wolfgang Krause die monatliche Miete sparen, die er für das Einstellen der Fahrzeuge am Alberttreff bezahlen muss.

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Nun hat sich Namensvetter Thomas Krause entschlossen, auch noch die Straßenbahn in Großenhain zu behalten. Das ist für viele Großenhainer eine tolle Neuigkeit in der Adventszeit. "Es wäre jammerschade, wenn sie woandershin gekommen wäre", sagt der Inhaber der Schützenhaus-Eventgroup. Die Parkbahn, die im Sommer immer sonntags bei schönem Wetter jeweils eine halbe Stunde ab dem Stadtparkrestaurant ihre Runde dreht, sei eine große Bereicherung für die "Mücke". Und ein Angebot für Gäste, die hier Familien- oder andere Feiern ausrichten.

Krause und Krause kennen sich enger - sie sind nicht verwandt, seit Thomas Krause die Remontehalle kaufte und Wolfgang Krause dort seine Werkstatt als Mieter hatte. "Deshalb liegen mir die Bahnen am Herzen", sagt er. Die Krauses sehen sich als Seelenverwandte, der Schützenhaus-Chef ist selbst schon selbst Mücken- und auch Straßenbahn gefahren, letztere zum Beispiel zum Biergartenfest vor drei Jahren. Das hat ihm sehr viel Spaß gemacht.

K&K steht nun für Krause und Krause

"Für mich hat die Übernahme der Straßenbahn keinen großen wirtschaftlichen Hintergrund. Ich sehe es als Bereicherung für die Stadt", sagt Thomas Krause. Noch müsse einiges geklärt werden, doch das Ziel, dass die Bahn in Großenhain bleibt, ist klar. "Es ist nicht ohne, ich muss an den TÜV, die Wartung und den Fahrer denken", sagt Thomas Krause. Doch ein örtlicher Kfz-Betrieb sei schon gefunden, der die technischen Sachen übernehmen will.

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K&K-Bahn steht nun also künftig für Krause und Krause. Anfangs war es die Abkürzung für Krause und Kunath. Mit Kollege Stefan Kunath gründete Wolfgang Krause nach der Wende seine Hobby-Unternehmung. Mit Thomas Krause hatte er in den letzten Jahren durch Bahnvermietungen für Feiern schon viel zu tun. "Jetzt werden sich gleich die Telefone klingeln, und die Leute wollen die Straßenbahn für künftig buchen", vermutet der Schützenhaus-Chef. Tatsächlich will er die Bahn für alle Häuser der Eventgroup nutzen. Das sind neben Mücke, Schützenhaus, Bad Goltzscha und die Remontehalle auch das Traumschloss Schönfeld und künftig vielleicht die Gastronomie im Palais Zabeltitz.

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Thomas Krause ist die Straßenbahn schon gefahren, zum Beispiel beim Biergartenfest vor drei Jahren.
Thomas Krause ist die Straßenbahn schon gefahren, zum Beispiel beim Biergartenfest vor drei Jahren. © privat

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