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Trommelwirbel für die Gartenbauer

Der Tag der offenen Gärtnereien ist für viele der eigentliche Startschuss in die Saison. Die SZ hat das in Zabeltitz bestätigt bekommen.

Armin Rühle vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb in Zabeltitz präsentiert die Pflanze des Jahres - den "Trommelwirbel". Beim Tag der offenen Gärtnerei am Sonnabend konnte er sich über regen Kundenbesuch freuen.
Armin Rühle vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb in Zabeltitz präsentiert die Pflanze des Jahres - den "Trommelwirbel". Beim Tag der offenen Gärtnerei am Sonnabend konnte er sich über regen Kundenbesuch freuen. © Kristin Richter

Zabeltitz. Der "Trommelwirbel" bringt mit seinen gelben Kugel-Blüten Schwung in jeden Pflanzkübel und in jede Bepflanzung. Dabei ist der charismatische Korbblütler nicht nur Augenschmaus, sondern auch nahrhafter Snack für Bienen, Hummeln & Co. In diesem Jahr ist der "Trommelwirbel" nun sogar zur Balkonpflanze des Jahres aufgestiegen. Und weil es in Zabeltitz einen Spielmannszug gibt, hat sich Armin Rühle vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb am Bahnhof eine Trommel für den "Tag der offenen Gärtnerei" ausgeborgt. Immer Ende April nutzen ihn die Unternehmen zur Präsentation, die Garten- und Eigenheimbesitzer schauen sich um.

"Viele kommen tatsächlich erst einmal zum Schauen, sind aber noch unschlüssig", weiß Armin Rühle aus Erfahrung. Fürs Ausbringen vieler Pflanzen ist es angesichts der Temperaturen eh oft noch zu früh. "Das geht erst los", sagt Armin Rühle. Und doch ist die Resonanz an diesem Samstagvormittag auf dem Areal des Familienbetriebes mehr als beachtlich.

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Der Anbau zum Eigenbedarf ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, hat der 60-Jährige festgestellt. Die Corona-Pandemie habe dazu nicht unwesentlich beigetragen, weil die Leute gerade deshalb die "eigene Scholle" noch mehr als bislang in den Fokus rücken. Natürlich stehen herkömmliche Gemüsepflanzen und Blumen dabei im Vordergrund. "Doch es gibt oftmals auch den Wunsch, mal etwas auszuprobieren", so Armin Rühle. Auch deshalb ist der Tag der offenen Gärtnerei für den Familienbetrieb mit fünf Mitarbeitern ein großartiges Podium für eventuelle Beratungswünsche der Laubenpieper.

Rund 4.000 Quadratmeter an Gewächshausfläche betreibt und bewirtschaftet das Unternehmen. Ein Knochenjob für die Mitarbeiter. Denn Pflanzen wachsen nun einmal jeden Tag. "Von Montag bis Montag", beschreibt Armin Rühle die Arbeitszeiten und schmunzelt. Allein das Gießen der Pflanzen nimmt einen Beschäftigten rund vier Stunden am Morgen in Anspruch - trotz moderner Technik. Viele Sorten werden in Zabeltitz selbst gezogen - Tomaten und Paprika zum Beispiel. Andere Gemüsepflanzen werden von regionalen Erzeugern bezogen. So oder so: Gehegt und gepflegt werden muss ständig.

Beeindruckend: Rund 4.000 Fläche zählen allein die Gewächshäuser bei Rühles.
Beeindruckend: Rund 4.000 Fläche zählen allein die Gewächshäuser bei Rühles. © Kristin Richter
Patrice, Carola und Ralf Schwarzer aus Großenhain haben einen großen Bauerngarten mit eigenem Gemüse und Kräutern. In Zabeltitz wurden sie fündig.
Patrice, Carola und Ralf Schwarzer aus Großenhain haben einen großen Bauerngarten mit eigenem Gemüse und Kräutern. In Zabeltitz wurden sie fündig. © Kristin Richter

1985 hat Armin Rühle den Betrieb übernommen. "Nebenbei" betreibt die Firma noch auf rund 5.000 Quadratmetern eine Weihnachtsbaum-Plantage. Aber gibt es nun die Mär, dass man mit den Pflanzen sprechen muss, damit sie gedeihen? Armin Rühle lächelt. "Ich sage jeden Tag ,Guten Morgen', wenn ich ins Gewächshaus komme." Für einen persönlichen Gruß an jedes Pflänzchen bleibe keine Zeit. Radiomusik müsse ausreichen. "Die Grundversorgung der Pflanzen ist viel wichtiger", weiß Armin Rühle.

Die Besucher beim Tag der offenen Gärtnerei honorieren das. Familie Schwarzer aus Großenhain verlässt das Areal gut bestückt. Ein Ehepaar im besten Gartenbau-Alter hat wie jedes Jahr an diesem Datum die knapp 20 Kilometer Wegstrecke aus seinem Heimatdorf nach Zabeltitz gewählt. "Die Fülle der Angebote bei Rühles ist einfach super, die Qualität ebenso", ist sich das Paar einig. Der Einkaufskorb füllt sich langsam - und der "Trommelwirbel" hat die Neugier der Dame des Hauses geweckt. "Die Leute hier sind immer freundlich", sagt sie nach einer kurzen fachmännischen Beratung durch Armin Rühle.

Der gesteht: "Für einen eigenen Garten hätte ich gar keine Zeit." Bis Ende Mai sind die Gewächshäuser zu besuchen. Große Pausen kann sich ein Gärtner nicht leisten, nur im Winter sei es "manchmal etwas ruhiger". Die Hege und Pflege der Pflänzchen duldet keinen Aufschub. "Das ist lebende Ware", sagt Armin Rühle. Die Reparatur eines Autos könne oft warten, eine Pflanze aber nicht, so sein Credo. Dafür gibt es einen echten Trommelwirbel!

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