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Vorm Advent die Schatzkammer geputzt

Monika und Joachim Wende sind keine Sänger beim Männerchor Großenhain-Reinersdorf. Doch sie sind stolz darauf, das Archiv des Ensembles sortiert zu haben.

Monika und Joachim Wende sind die beiden akribischen Chronisten des Männerchors.
Monika und Joachim Wende sind die beiden akribischen Chronisten des Männerchors. © Kristin Richter

Großenhain. Monika und Joachim Wende haben jetzt Zeit, die Weihnachtspyramide anzuzünden, die Adventskerzen zum Leuchten zu bringen bei duftendem Kaffee und Stollen. Sie haben in diesem Jahr ein großes Werk vollbracht, und zwar, als es noch heiß war im Sommer und die beiden sich in den kühlen Keller im Alberttreff zurückziehen konnten.

Die beiden Senioren sind fördernde Mitglieder des Männerchores Großenhain-Reinersdorf. Der hat im SkZ-Keller sein Archiv und Lager. Hier kommt alles rein, was dem Chor gehört an Auszeichnungen, Dokumenten und sonstigen Utensilien. Doch nach dem Tod von Chronist Klaus Grimm hatte das Männerensemble ein Problem. Jemand musste der zunehmenden Unordnung entgegenwirken.

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Bessere Putzer ihrer "Schatzkiste" als Joachim und Monika Wende hätte sich der Männerchor nicht wünschen können. Die 74-jährige frühere Sekretärin und der 82-jährige ehemalige Oberstleutnant fanden das passende System, um den 40 dicken Ordnern eine Struktur zu geben. "Ich hab ihn ganz toll dafür gelobt", sagt Monika Wende und zeigt auf die akkurate und exakte Auflistung aller Archivalien. Hier würde sich auch ein Fremder jetzt gut zurechtfinden - eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Nachwelt.

Ordnung im Erbe

2017 übernahmen die beiden Rentner die Chor-Chronik. Aus persönlicher Verbundenheit zu Klaus Grimm hatten sie diesen Entschluss gefasst. Und sie haben es nie bereut. "Nicht ein Mal haben wir gesagt, dass uns das zuviel ist", versichern die beiden Großenhainer. Im Gegenteil, sie fanden es sehr spannend und interessant, die Schätze des Chores zu verwalten. Es sind nicht nur jahrgangsweise alle Auftritte, Vereinsaktivitäten, Fotos , Schriftverkehr und sonstige Unterlagen dokumentiert. Es gibt auch ganz alte Raritäten und alles aus der DDR-Zeit, als der Männerchor zur Lautex gehörte.

Joachim Wende entrollt handgemalte Plakate aus den 70ern, die zum Fasching des Chores einluden. "Jeder Schritt, jeder Blödsinn des Programmes ist in den Unterlagen festgehalten", sagt Joachim Wende. Die Geselligkeit hat im Chor immer eine große Rolle gespielt. Selbst humoristische Tafelgesänge von anno dunnemals haben die Wendes entdeckt. Auch zahlreiche Gastgeschenke von anderen Chören und Auslandsreisen stehen in den Regalen. Monika Wende schaute sich gern die alten Mitgliederbücher an, zum Teil noch aus den 1930er Jahren. Neben der Kantorei ist der Männerchor die älteste noch existierende Gesangsgruppe der Stadt.

Das Wertvollste des Erbes und damit der Seele des Chores befindet sich in einer Stahlkassette in einem dicken Safe. Hier lagern die Auszeichnungen für Mitglieder, die wertvolle große Zelter-Plakette, die dem Männerchor 1995 verliehen wurde. Und einige alte Medaillen und Anstecknadeln, teilweise über 100 Jahre alt.

"Wir waren früher noch nie hier unten im Archiv, und viele Sänger waren es auch noch nicht", sagen die Wendes stolz. Wenn der Chor wieder im Alberttreff proben darf, soll er sich gemeinschaftlich die neue Ordnung mal anschauen. Ein bis zwei Mal die Woche waren die neuen Chronisten seit Mai teilweise im Keller, um alles, was für den Verein wichtig ist, sachgerecht zu archivieren. Sogar ein eigenes Findbuch hat Joachim Wende angelegt.

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Lustiges Plakat von 1968. © Kristin Richter
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Fasching in der Stadthalle. © Kristin Richter
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