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Sachsen

„Das ist zurzeit mein Zielkorridor“

Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow erhält von seiner Partei nur mäßige Unterstützung – wieder einmal.

Holger Zastrow während seiner Rede auf dem Landesparteitag der FDP im Internationalen Congress Center Dresden am 6. April 2019. © dpa/Robert Michael

Sachsens FDP hadert im Jahr der Landtagswahl weiter mit ihrem Chef Holger Zastrow. Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen erhielt der 50-Jährige, der sich am Wochenende auf dem Parteitag der Liberalen in Dresden bereits das zehnte Mal in Folge zur Wahl als Landesvorsitzender stellte, lediglich 64,4 Prozent der Stimmen. Zastrow war zur Abstimmung ohne einen Gegenkandidaten angetreten. 139 Delegierte stimmten für und 73 gegen ihn. Neben einer ungültigen Stimme gab es noch vier Enthaltungen. Zastrow kommentierte das Ergebnis lakonisch: „Es war das Erwartete. Das ist zurzeit mein Zielkorridor.“

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Ein ähnliches Ergebnis hatte es tatsächlich bereits vor zwei Monaten gegeben, als die Sachsen-FDP Holger Zastrow – ebenfalls ohne Gegenkandidaten – mit nur 62,2 Prozent zu ihrem Spitzenkandidaten wählte, der die Partei in den Wahlkampf führen und den Wiedereinzug in den Landtag erreichen soll. Die Liberalen hatten das Parlament 2014 verlassen müssen, nachdem man trotz einer fünfjährigen Regierungskoalition mit der CDU überraschend deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

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Der Parteichef musste sich zuvor aber erst einem unbekannten Kontrahenten stellen – und der schnitt überraschend gut ab.

Aktuell würde FDP in Landtag einziehen

Auf dem Parteitag in Dresden wurde erneut deutlich, dass in der FDP, die laut aktuellen Umfragen zur Wahl im September mit sechs Prozent der Stimmen rechnen kann, Uneinigkeit über den Arbeits- und Kommunikationsstil des Parteichefs und über die künftige politische Ausrichtung herrscht. Während Zastrow in seiner Rede vor einem Linksruck in Sachsen warnte und besonders die Grünen attackierte, sprachen sich maßgebliche Mitglieder wie der frühere Landtagsabgeordnete Carsten Biesok sowie Sachsens Ex-Justizminister und heutige Bundestagsabgeordnete Jürgen Martens für mehr Selbstkritik sowie das Offenhalten aller Koalitionsoptionen aus.

Zastrow selbst behält als alter und neuer FDP-Chef einen engen Weggefährten an der Seite. Generalsekretär Torsten Herbst kam bei seiner Wiederwahl auf rund 75 Prozent.