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Angewandte Forschung im Industriegelände

Baggersteuerung von einem Leitstand aus soll in Hoyerswerda erprobt werden – unter Realbedingungen.

Vortrag zum Thema „Digitales Bauen“ von Thomas Welsch, Program Manager Campus Networks der TU Dresden, in der Aula des Foucaultgymnasiums Hoyerswerda.
Vortrag zum Thema „Digitales Bauen“ von Thomas Welsch, Program Manager Campus Networks der TU Dresden, in der Aula des Foucaultgymnasiums Hoyerswerda. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Thomas Welsch kann etwas, was viele Technikfreaks nicht können: Komplizierte technische Vorgänge so zu erklären, dass sie für eine breite Masse verständlich ist. Ihm ist auch keine Frage zu blöd und gleichzeitig kann er Angriffe fachlich parieren. Beste Voraussetzungen also, um ein Projekt wie „DigiBauHoy“ zu erklären. Der Programm-Manager Campus Networks der Technischen Universität Dresden (TU) tat dies am Mittwochabend in der Aula des Foucault-Gymnasiums. Die Stadtverwaltung hatte zusammen mit den Versorgungsbetrieben eingeladen, um eine im Industriegelände geplante temporäre digitale Baustelle öffentlich vorzustellen.

Ab dem Spätherbst bzw. zeitigen Winter wird dafür die rund 10.000 Quadratmeter große Wiese neben dem VBH-Verwaltungsgebäude in der Straße A für mehrere Monate zur Baustelle. Es geht nicht darum, dass hier tatsächlich etwas gebaut wird, sondern um die Erforschung und Erprobung ferngesteuerter, automatisierter und kooperativer Anwendungen unter Nutzung des neuen Mobilfunkstandards 5G. So wie die großen Automobilhersteller am autonomen Fahren arbeiten, gibt es das nach Ansicht der TU weltweit noch nicht bei den Herstellern von Baufahrzeugen. Und genau da setzt man mit der Forschung an. Das Projekt „5G Lab Germany Forschungsfeld Lausitz“ wird vom Bund mit rund 7 Millionen Euro gefördert. An den Standorten Dresden, Hoyerswerda und Welzow arbeitet und testet die TU in den Bereichen Bauen, Fahren und Fliegen. In Hoyerswerda ist das Versuchsfeld Bauen angesiedelt. Ziel ist es in diesem Fall Baumaschinen wie zum Beispiel einen Bagger nicht direkt von einem Baggerfahrer, der sich in seiner Kanzel im Fahrzeug befindet, zu steuern, sondern von einem anderen Ort aus. Zunächst aus der Entfernung von einigen Dutzend Metern, später von einem ganz anderen Ort. So ließen sich solche Geräte an gefährlichen Orten oder aber in sehr entlegenen Gegenden aus der Ferne steuern, in einer späteren Stufe auch mehrere Geräte parallel. Größte Herausforderung: Es muss in Echtzeit passieren und es muss so sicher wie nur möglich sein, damit keine Unfälle oder Ausfälle geschehen. Also wird der Testbagger in Hoyerswerda mit 3-6 hochauflösenden Kameras ausgestattet, sind etliche Sensoren erforderlich, um das Geschehen vor Ort komplett erfassen zu können. Um die gigantischen Datenmengen zu transportieren, wird vor Ort ein lokales Campus-Mobilfunknetz installiert, das später wiederum via dem in Sichtweite befindlichen Mobilfunkmast ins allgemeine 5G-Netz eingebunden werden kann. Zunächst wird bei der Erprobung der „Baggerfahrer“ in einem Steuerungscontainer vor Ort sitzen, den Bagger einerseits in Sicht, andererseits wird der auch verdeckt hinter Hindernissen arbeiten. Für die Sicherstellung der Datenübertragung sollen zur Reichweitenverlängerung auch Drohnen eingesetzt werden.

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In dem Container, zum einen der Teleoperationsstand, wird zum anderen auch ein Informations- und Präsentationsstand Platz finden, wo sich Jedermann über das Projekt informieren kann. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh freut sich, dass dies angewandte Forschung vor Ort sei. Thomas Welsch strebt ohnehin eine langfristige Nutzung des Areals an, am besten eben auch für Dritte aus der Industrie. Denn die TU empfängt schon Signale, dass Maschinenhersteller an dem interessiert sind, was dort erforscht wird: „Eine Anschlussnutzung der Fläche ab Ende 2022 wird angestrebt“. Und wenn das nicht geschieht, so sagt VBH-Geschäftsführer Wolf-Thomas Hendrich, dann wird aus dem Grundstück eben wieder eine Wiese, wie sie es jetzt ist.

Ein Fahrzeug fernzusteuern ist längst nicht ungewöhnlich. Ein Arbeitsgerät wie einen Bagger in Echtzeit unter Realbedingungen einer Baustelle agieren zu lassen, ist aber was anderes. In Hoyerswerda wird dies im Industriegelände zu erleben sein – der Container mit dem Steuerstand wird zugleich Präsentationsfläche.
Ein Fahrzeug fernzusteuern ist längst nicht ungewöhnlich. Ein Arbeitsgerät wie einen Bagger in Echtzeit unter Realbedingungen einer Baustelle agieren zu lassen, ist aber was anderes. In Hoyerswerda wird dies im Industriegelände zu erleben sein – der Container mit dem Steuerstand wird zugleich Präsentationsfläche. © Foto: Gernot Menzel
Ein Fahrzeug fernzusteuern ist längst nicht ungewöhnlich. Ein Arbeitsgerät wie einen Bagger in Echtzeit unter Realbedingungen einer Baustelle agieren zu lassen, ist aber was anderes. In Hoyerswerda wird dies im Industriegelände zu erleben sein – der Container mit dem Steuerstand wird zugleich Präsentationsfläche.
Ein Fahrzeug fernzusteuern ist längst nicht ungewöhnlich. Ein Arbeitsgerät wie einen Bagger in Echtzeit unter Realbedingungen einer Baustelle agieren zu lassen, ist aber was anderes. In Hoyerswerda wird dies im Industriegelände zu erleben sein – der Container mit dem Steuerstand wird zugleich Präsentationsfläche. © Foto: Gernot Menzel

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