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Ein Testladen für zwei Unternehmen

Ein Produktdesigner und ein Digital-Dienstleister nutzen in der Altstadt ein Angebot der Wirtschaftsförderung.

Steven Finke und René Teinze im neuen Testladen in der Kirchstraße 8. In den Händen halten sie jeweils einen der Kugelwürfel. Links im Hintergrund ist Finkes modulares Taschensystem zu sehen.
Steven Finke und René Teinze im neuen Testladen in der Kirchstraße 8. In den Händen halten sie jeweils einen der Kugelwürfel. Links im Hintergrund ist Finkes modulares Taschensystem zu sehen. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Als Jürgen von Woyski 1980 für die Bautzener Ortenburg den Sorbenbrunnen schuf, war der als Brunnen, als Wasserspiel konzipiert. Und so wird er auch seit 1994 nach seiner Umsetzung auf den Hoyerswerdaer Marktplatz weiter genutzt. Im sechseckigen Becken steht eine viereckige Säule und darauf die Bronzeplastik eines Paares.

Steven Finke hat sich davon inspirieren lassen und einen Kugelwürfel entworfen, der dem Brunnen sehr ähnlich sieht. Bei ihm ist das Becken in sechs nummerierte Fächer unterteilt. Statt der Plastik auf der Mittelsäule gibt es ein Loch, in das man eine Kugel einwirft. Und wie es dann der Zufall will, nimmt die Kugel unten im Sockel eine der sechs Öffnungen und man hat eine Zahl. Mit unzähligen Würfen hat es der Hoyerswerdaer getestet: Das Zufallsprinzip funktioniert auch noch zuverlässig, wenn der Kugelwürfel nicht ganz eben steht.

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Wer testet den Würfel?

Steven Finke ist Produktdesigner und hat nach beruflichen Stationen in Dresden, Berlin und dem Erzgebirge 2020 wieder den Weg nach Hoyerswerda gefunden, sich selbstständig gemacht. Er bietet Firmen vor allem die dreidimensionale Visualisierung von Produkten an und entwickelt eigene Ideen, eigene Produkte, zum Beispiel einen großen Würfel mit einer Art Mensch-Ärger-Dich-Nicht drauf oder ein modulares Reisetaschensystem namens „Upack“.

Jetzt hat er die Offerte der Stadt Hoyerswerda an- und in der Altstadt einen Testladen übernommen. Dabei handelt es sich um das Ladenlokal Kirchstraße 8, das zuletzt leer stand. Die Stadt Hoyerswerda hat es für eine Pauschale vom privaten Eigentümer angemietet. Möglich macht dies das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, über das bis zum Jahresende auch das Citymanagement finanziert wird. Der Ladennutzer muss in der Zeit nur seine spezifischen Eigenkosten tragen.

Es ist nun schon der dritte Testladen dieser Art. Und Steven Finke möchte hier seine Tätigkeit und seine Produkte präsentieren, strebt auch eine Serienproduktion an. Momentan entsteht der Kugelwürfel beispielsweise noch recht aufwendig als 3-D-Druck. Kostengünstig wird es erst im Spritzgussverfahren oder in der Holzvariante mit CNC-Fräse. Gut möglich, dass der Jungunternehmer demnächst eher eine Produktionsstätte bzw. eine Werkstatt sucht. Wer will, der kann einen seiner Würfel-Prototypen testen. Und wenn alles klappt, dann wird daraus ein neues Hoyerswerda-Souvenir.

Mit eingezogen im Ladengeschäft ist René Teinze. Der gebürtige Hoyerswerdaer und Wahl-Dresdener ist mit seiner Firma „buero digitale“ ein paar Meter weiter in der Kirchstraße 16 schon seit geraumer Zeit präsent. Jetzt beschäftigt er nach eigenen Angaben sieben Leute und muss sich räumlich erweitern. Im Testladen hat er nun Arbeitsplätze geschaffen, sucht aber eigentlich, um Alt- und Neustadt weiter zu verbinden, etwas Passendes im Neustadtzentrum, ist bislang nur noch nicht fündig geworden.

Hoyerswerdas Bürgermeister Mirko Pink und Citymanager Frank Graumüller sind über die Belegung des Testladens jedenfalls froh. Wer sich für die Ideen der beiden Unternehmer interessiert, kann gern vorbei schauen. Frank Graumüller denkt, dass mithilfe des Gewerberings Stadtzukunft auch Schulklassen eingebunden werden könnten. Immerhin war man vor Corona mit dem Projekt „Wirtschaft trifft Schule“ erfolgreich präsent.

Unabhängig davon denkt man seitens der Stadt nach, im Rahmen des Stadtmarketings Steven Finkes großen Spielwürfel einzubeziehen. zum Beispiel für eine Stadtrallye. Dann könnten einige der Spielfelder auch mit hoyerswerdatypischen Fragen bestückt werden. Geklärt ist bislang noch nicht, wie man sicherstellen will, dass die benötigte Kugel nicht abhandenkommt. Manche Probleme eines Produktentwicklers sind eben wirklich speziell.

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