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Hoyerswerda geht gegen Pappe-Sünder vor

104 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet. Und die meisten Erwischten zahlen.

Diese Aufforderung findet man am Wertstoffcontainerstellplatz Am Bahndamm in Hoyerswerda. Doch leider ist sie manchem egal.
Diese Aufforderung findet man am Wertstoffcontainerstellplatz Am Bahndamm in Hoyerswerda. Doch leider ist sie manchem egal. © Foto. Uwe Schulz

Hoyerswerda. Seit einigen Wochen macht die Stadt Hoyerswerda ernst. Das Bürgeramt hat seine Aktivitäten an den Wertstoffcontainerplätzen verstärkt. Einerseits geht es darum, jene Mitmenschen, die hier Pappen neben den Container aufstapeln oder aber illegal Müll entsorgen, zu erwischen. Und man schaut bei den abgelagerten Dingen, ob sich der Verursacher ermitteln lässt, beispielsweise über Adressetiketten. Die Methode ist durchaus erfolgreich.

„Es wurden derzeit bereits 104 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Und Verwarnungsgelder in Höhe von 2.300 Euro verhangen“, sagt Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) auf TAGEBLATT-Nachfrage. Und das bezieht sich allein auf dieses Jahr, also gerade mal 15 Wochen. Jana Nitschmann, Fachbereichsleiterin Bürgeramt, fügt hinzu, dass in 77 Fällen die Verwarngelder gezahlt wurden. In zehn Fällen nahmen die angeschriebenen Bürger das Recht der Anhörung wahr. In den meisten Fällen konnten sie plausibel darlegen, dass sie nicht der Verursacher waren. Die Behörde agiert dabei durchaus mit Augenmaß. In einem Fall wurde aber auch schon ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Alle anderen Fälle befinden sich noch in der Bearbeitung.

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So richtig toll ist die Lage an keinem der Wertstoffcontainerplätze in der Stadt. Auch aus anderen Kommunen wurde schon entsprechend berichtet. Und das seit Monaten. Überquellende Container, gerade bei Pappen, sind ein Dauerbrenner. „Für die Container sowie den Stellplatz der Container trägt der Landkreis Bautzen die Verantwortung“, erläutert Torsten Ruban-Zeh gern auch immer wieder Bürgern der Stadt, die auf unhaltbare Situationen an den Containerstellplätzen hinweisen. Jana Nitschmann hat da etliche Standorte vor Augen, besonders hervor stechen aber der Containerplatz in der Grimmstraße/Ecke Luxemburgstraße und als einsamer Spitzenreiter der Am Bahndamm.

Es ist der Stellplatz in der Altstadt, der am bequemsten mit Pkw oder Transportern angesteuert werden kann. Landkreis bzw. beauftragter Entsorger haben die Anzahl der Container stetig erhöht. „Darüber hinaus konnte über das Landratsamt eine Verkürzung der Abholzeiten erreicht werden. In Zeiten von Corona, bei einem enorm hohen Paketaufkommen, scheint aber auch dies noch nicht zu reichen“, schätzt der Oberbürgermeister ein. „Wir werden daher das Landratsamt noch einmal auffordern hier Abhilfe durch kürzere Rhythmen in der Abholung zu schaffen. Dies wird letztendlich allerdings zur Erhöhung der Kosten führen.“

Freilich ist nicht nur die reine Containerkapazität ein Problem, sondern etliche Leute scheuen die Mühe, gerade große Verpackungen in handliche Stücke zu zerkleinern, so dass sie in die Container eingeworfen werden können – selbst in die mit den großen Öffnungen. Die Pappen werden einfach neben die Container gelegt. Dabei könnten solche Großpappen auch problemlos beim Entsorger im Industriegelände vorbeigebracht werden. Ein weiteres Problem ist die illegale Abfallentsorgung an den Containerplätzen. Die wiederum Menschen anziehen, die auch diese Dinge noch nach Brauchbarem durchwühlen.

Traurige Höhepunkte sind hin und wieder ausrangierte Elektrogeräte, die ja kostenfrei ebenfalls im Industriegelände abgegeben werden können. Erst am Dienstagvormittag stand ein kleiner Kühlschrank am ansonsten vergleichsweise sauberen Containerstandort Am Bahndamm, dessen Behälter offenbar erst vor Kurzem geleert worden waren. Ein Anwohner dieses Containerstellplatzes, der seinen Vermieter und die Stadtverwaltung regelmäßig auf die Situation vor Ort hinweist, hat jetzt Post von Torsten Ruban-Zeh bekommen, in der vieles von dem hier schon Gesagtes geschrieben steht.

Der OB schreibt beispielsweise: „Ich selbst fahre auch diesen Platz an, da er meinem Wohnort am nächsten liegt. Treffe ich dabei auf Personen, die ihre Pappe nicht ordnungsgemäß entsorgen, spreche ich diese auch an und fordere diese auf, den Müll wegzuräumen. Aus meiner Sicht geht es hier um ein menschliches Miteinander und weniger um ein «Aufsichtsproblem». Aber auch dieses nehmen wir aktiv war. Mehrfach im Monat kontrolliert unser Vollzugsdienst nicht nur diesen Stellplatz.“

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