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Als erstes ziehen die Gemälde ein

Im neuen Depot des Stadtmuseums Hoyerswerda werden die Möbel montiert. Im Frühjahr 2021 sollen sie erste Sammlungsgüter aufnehmen.

Diese Rollregalsysteme im neuen Museumsdepot werden noch mit Gitterwänden ausgestattet, an denen dann die Gemälde der Sammlung aufbewahrt werden.
Diese Rollregalsysteme im neuen Museumsdepot werden noch mit Gitterwänden ausgestattet, an denen dann die Gemälde der Sammlung aufbewahrt werden. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Ein Archiv muss wohl verwinkelt sein. Kerstin Noack kennt sich allerdings im neuen Depot des Stadtmuseums Hoyerswerda bestens aus. Nach langer Suche konnte der Eigenbetrieb Zoo, Kultur und Bildung GmbH mit der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda einen Mietvertrag über dreißig Jahre unterzeichnen.

Es passt ganz gut, dass beide Partner hundertprozentige Unternehmen der Stadt Hoyerswerda sind. Denn die meisten Sammlungsgüter, die das Museum bewahrt, gehören der Stadt Hoyerswerda. Bislang lagerten diese im Schloss, vor allem auf dem Dachboden. Doch dessen Traglast ist endlich, zudem sind Teile des Dachstuhls mit Hylotox belastet. Und die klimatischen Bedingungen direkt unterm Dach sind auch nicht die besten. Für einen Depotneubau mit allen Schikanen fehlte freilich das Geld. Im Hochhaus Bonhoefferstraße fand man aber annehmbare Bedingungen. Die Traglast von bis 1.500 Kilogramm je Quadratmeter stimmt. Nach allem, was man weiß, sollten die Kellerräume einst auch dann noch Menschen Sicherheit bieten, wenn der Elfgeschosser beispielsweise nach Kampfhandlungen, die man zu Zeiten des Kalten Krieges wohl für möglich hielt, darüber eingestürzt gewesen wäre.

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Üppige Traglast im Keller

Freilich ist es ein Keller, freilich führen Wasserleitungen durch die Räume, doch einige Schwachpunkte wurden beseitigt. Ein Lastenaufzug wurde eingebaut. Seit einigen Tagen werden hier die von Lkw gebrachten Teile für die Depoteinrichtung montiert. Es sollte alles fertig sein – Dutzende Schwerlastregale mit flexibel einsetzbaren Böden sind an Wänden oder als Rollregalsysteme raumsparend platziert. Rund 80.000 Euro kosten die Depotmöbel, deren Anschaffung dank der Förderung des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien möglich ist. Das Landesamt für Museumswesen hat seinerseits den Einsatz von zwei Restauratorinnen und die Anschaffung von Technik bezahlt. Rund 100 Gemälde konnten in den letzten Wochen so zumindest grob restauriert werden. Und neben dem versteckten Akt, einst gezeichnet von Ernst Janetzky (TAGEBLATT berichtete), entdeckte man im Bestand auch einige farbkräftige Werke von Otto Altenkirch, um deren Bedeutung man so noch nicht wusste. Auch rund 90 historische Landkarten sind mittlerweile dank des bei der Stadtverwaltung Hoyerswerda vorhandenen A0-Scanners mittlerweile digitalisiert.

Die Landkarten werden im neuen Depot in einem der acht A0-Schränke ihren Platz finden. Die ersten Sammlungsgüter, die im Frühjahr 2021 von der Alt- in die Neustadt ziehen, werden aber die 300-400 Gemälde des Museums und die über 1.000 Grafiken sein. Danach geht es Schritt für Schritt weiter.

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