merken
PLUS Hoyerswerda

Anhaltende Diskussion zur Kühnichter Straße

Die Stadt Hoyerswerda hat den Kühnichtern jetzt verschiedene Szenarien zum Umgang mit der Straße vorgestellt.

Wird die Kühnichter Straße saniert, so müssten wohl Bäume weg.
Wird die Kühnichter Straße saniert, so müssten wohl Bäume weg. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Bei einer Sanierung der Kühnichter Straße in Hoyerswerda wird es wahrscheinlich doch nicht ohne die Beseitigung der meisten Allee-Bäume gehen. Dietmar Wolf von der Stadtverwaltung sagt, unter Beachtung des Umstandes, dass die Krone eines Baumes etwa soviel Fläche einnimmt wie auch die Wurzeln, werde man nicht um Fällungen herumkommen.

Wolf, OB Torsten Ruban-Zeh (SPD) sowie weitere Verwaltungsmitarbeiter waren dieser Tage auf dem Kühnichter Dorfplatz, um den Anwohnern die aus Sicht der Stadt möglichen Varianten zum Umgang mit der Kühnichter Straße zu erläutern und um Anregungen zu weiteren Optionen aufzunehmen. Die Straße ist nicht nur sanierungsbedürftig, sondern es gab von den unmittelbaren Anrainern auch Beschwerden über Lärm. Die Kühnichter sollen demnächst über die Varianten abstimmen dürfen.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Variante 1: Kühnichter Spange

Obwohl vom Stadtrat zunächst aus der Diskussion genommen, hält sich das Rathaus die Option einer neuen Straße zwischen Weinert- und Nieskyer Straße hinter dem Klinikum offen. „Wenn 80 Prozent sagen, sie wollen die Kühnichter Spange, dann müssen wir in neue Diskussionen mit dem Stadtrat gehen“, so Ruban-Zeh. Allerdings, sagt er auch, wären dann trotzdem Maßnahmen auf der Kühnichter Straße erforderlich. Das Rathaus spricht bei dieser Variante davon, dass Planung und Bau ziemlich teuer werden würden.

Variante 2: Sperrung der Durchfahrt

Man würde nach dem Ortsschild Poller einbauen, die sich für Busse und Rettungsfahrzeuge absenken ließen. Die Kühnichter Straße bliebe so motorisierten Anliegern vorbehalten und könnte auch zur Fahrradstraße umfunktioniert werden – womit leichter an Fördergeld zur Sanierung zu kommen wäre. Nachteile: Für viele Leute würde das Umwege nach sich ziehen, so auch für alle, die morgens mit dem Pkw aus Richtung Lohsa zur Arbeit im Seenland-Klinikum fahren.

Variante 3a: Unechte Einbahnstraße

Wie schon einmal diskutiert, würde die Zufahrt aus Richtung S 108 gesperrt: raus ja, rein nicht. Auch hier würden sich aber zwangsläufig Umwege ergeben. Das Rathaus weiß zudem, dass es mit Kontrollen schwierig wäre. Schließlich bliebe ein Wenden in der Straße mit Fahrt in Richtung Stadt zulässig.

Variante 3b: Öffnung Kastanienweg

Auch hier würde die Kühnichter Straße zur unechten Einbahnstraße – aber umgedreht: rein ja, raus über den zur Einbahnstraße umfunktionierten Kastanienweg, der am südlichen Ende zur Nieskyer Straße geöffnet werden müsste. Erforderlich wären dort ein regelgerechter Ausbau sowie an der Kreuzung Kastanienweg/Kühnichter Straße wegen der engen Kurven-Verhältnisse wohl eine neue Ampelanlage.

Variante 4: Ausbau zur Erschließung

Es läuft auf eine Sanierung zur schmalen und für schnelles Fahren unattraktiven Dorfstraße hinaus. Tempo 30 würde nicht nur bleiben, sondern baulich unterstützt. „Da werden wir den Durchgangsverkehr aber sicher nicht deutlich reduzieren“, sagt Dietmar Wolf. Das sei aus seiner Sicht keine optimale, aber doch eine zweckmäßige Lösung der Probleme.

Bei der Variantenvorstellung war der Dorfplatz gut gefüllt, nach der Vorstellung gab es sogar Applaus. Auf die Frage, wann denn mit einer möglichen Sanierung zu rechnen sei, wurde auf die erforderliche Finanzbereitstellung verwiesen. Damit wäre ein Planungs-Beginn frühestens 2023 denkbar. Und: Es würden Straßenausbaubeiträge fällig. Laut Satzung müssten 7,5 Prozent der Baukosten also von den direkten Anliegern getragen werden. Es wurden zudem Stimmen laut, bei der Umfrage die Meinung dieser Anlieger höher zu gewichten.

Mehr zum Thema Hoyerswerda