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Bevor Kerstin Ott zum Mikrofon greifen kann

Auf dem Hoyerswerdaer Festplatz war ein Groß-Konzert vorzubereiten.

Für so ein Konzert ist jede Menge Technik vonnöten, bezüglich Bühne, Ton und Licht. Veranstalter Michael Schilling schätzt, dass allein anderthalb Kilometer an größeren Kabeln zu verlegen gewesen sind.
Für so ein Konzert ist jede Menge Technik vonnöten, bezüglich Bühne, Ton und Licht. Veranstalter Michael Schilling schätzt, dass allein anderthalb Kilometer an größeren Kabeln zu verlegen gewesen sind. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. So ganz langsam begann sich ab Mittwochvormittag der Festplatz am Hoyerswerdaer Gondelteich in eine Konzert-Arena zu verwandeln. Eine Bühne wuchs in den Himmel, ein Absperrzaun wurde Meter um Meter länger und Kai Ruthenberg von den Versorgungsbetrieben (VBH) setzte einen Hydranten in Gang. „Da kommen noch zwei große Lautsprechertürme und wir brauchen jeweils tausend Liter Wasser als Gegengewicht, damit der Wind sie nicht umstoßen kann“, erklärte Michael Schilling.

Der 56-Jährige ist der Inhaber und Betreiber des „Speicher No. 1“ im Gewerbegebiet Seidewinkel, der auch für seine Konzerte bekannt ist. Und am heutigen Donnerstag dürfte es das größte Konzert des Jahres in der Stadt geben. Schon für Juli vorigen Jahres hatte Schilling Sängerin Kerstin Ott („Die immer lacht“) eingeladen. Sehr schnell zeigte der Kartenvorverkauf: Es gibt deutlich mehr Interessenten als jene 1.800 Menschen, die laut amtlicher Erlaubnis am „Speicher“ zuhören dürfen. Schilling verlegte das Konzert an den Gondelteich. „Die Stadt war sehr kooperativ“ sagt er. Nur die Viren beziehungsweise die staatlichen Stellen, die sich um ihre Eindämmung kümmern, waren es nicht. Dreimal musste der Auftritt seit dem vorigen Sommer verschoben werden.

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Gute Partner sind gefragt

Doch nun können Kerstin Ott und ihre Vorband „Vor Rotterdam“ endlich auftreten, was im Schlussspurt der Vorbereitungsphase einigen Leuten so einiges abverlangt hat. Der Veranstalter selbst zum Beispiel macht den Eindruck, als habe er recht wenig geschlafen. „Naja, die letzten zwei Wochen waren von 7 Uhr bis open end“, sagt Schilling. Zugleich macht er sich wohl keine großen Sorgen und scheint gefasst: „Man braucht für so eine Sache gute Partner.“

An der Bühne bauten zum Beispiel die Fachleute vom 1A-Veranstaltungsservice aus Herzberg, während für Ton- und Lichttechnik die Experten von MMC Cottbus verantwortlich zeichnen. Marlen und Rico Gläßer vom Ferienpark Knappensee beziehungsweise vom Waldbad Bernsdorf kümmern sich beim Konzert um alle, die Hunger haben. Und Hoyerswerdas Wach- und Sicherheits GmbH WSG schickt gleich 25 Kollegen zum Konzert. Schließlich hat laut Gesundheitskonzept nur Zutritt, wer gegen Covid-19 geimpft ist, von der Krankheit genesen ist oder sich auf Sars-CoV-2-Viren hat testen lassen – und das jeweils nachweisen kann. Michael Schilling hat sogar für eine Möglichkeit gesorgt, vor Ort einen Virentest vornehmen zu lassen.

Gäste aus dem ganzen Land

Der Online-Ticket-Verkauf hat gezeigt, dass die Konzert-Besucher nicht nur aus der Region stammen werden. „Die kommen aus dem ganzen Land“, sagt der Speicher-Wirt. Er hat aus Hotels gehört, dass sie ganz gut an Fans von Kerstin Ott vermietet haben. Ihre Popularität, meint Schilling, habe wohl einerseits mit der aktuellen Beliebtheit von Deutsch-Pop zu tun. Andererseits seien die Texte über den Alltag ganz normaler Menschen zum Mitsingen geeignet. „Und sie ist sehr sympathisch.“ Er hat schon mit der Künstlerin telefoniert und freut sich aufs Zusammentreffen. Übers Wochenende macht der „Speicher“ dann Betriebsferien. Ein klein wenig Erholung nach dem Dauer-Dienst tut schon Not.

Marlen Gläßer beschäftigte sich mit dem Aufbau des Catering-Zeltes.
Marlen Gläßer beschäftigte sich mit dem Aufbau des Catering-Zeltes. © Foto: Gernot Menzel
25 Miettoiletten kommen vom Unternehmen Adco Umweltdienste.
25 Miettoiletten kommen vom Unternehmen Adco Umweltdienste. © Foto: Gernot Menzel

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