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Brunnen-Plastik gerettet

Das Kunstwerk schmückte das Einkaufszentrum an der Mittelstraße in Lauta. Mit dessen Abriss musste es weichen.

Das ist das Modell des Brunnens, der in etwa in dieser Form von 1992 an viele Jahre im Karree des Einkaufszentrums an der Mittelstraße in Lauta gestanden hat. Es ist übrigens voll funktionsfähig, wie sein Erschaffer Artur Flohe (im Bild) sagt.
Das ist das Modell des Brunnens, der in etwa in dieser Form von 1992 an viele Jahre im Karree des Einkaufszentrums an der Mittelstraße in Lauta gestanden hat. Es ist übrigens voll funktionsfähig, wie sein Erschaffer Artur Flohe (im Bild) sagt. © Foto: Ralf Grunert

Lauta. Erst hatte Artur Flohe aus Hoyerswerda schlaflose Nächte, nun ist er erleichtert, zumindest ein wenig. Eine von ihm kreierte Brunnen-Plastik wurde vor wenigen Tagen von einem Schutthaufen in Lauta geborgen und sicher eingelagert. Vor knapp 30 Jahren ist die Plastik in der Künstlerischen Produktionsgenossenschaft (KPG) „neue form“ in Seidewinkel angefertig worden.

Es handelte sich um ein Auftragswerk für das seinerzeit neu errichtete Einkaufszentrum an der Mittelstraße in Lauta. Der Entwurf stammt von Artur Flohe. Inspiriert hat ihn ein Modell, das er seinerzeit für den Brunnen auf dem Lausitzer Platz in Hoyerswerda angefertigt hat, mit dem er aber nur zweiter Sieger geworden war. „Das hat mir aber so gut gefallen, das wollte ich gern irgendwo anders verwirklichen.“ Lauta bot sich an. Die Ausführung erfolgte durch das „neue form“-Team.

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Von 1992 an sprudelte der Brunnen im Innenhof zwischen Plus-Markt, NKD und Ärztehaus. Um 2008 herum wurde er abgestellt. Das Einkaufszentrum verwaiste. Vor fast genau einem Jahr begann der Abriss, um Platz zu schaffen für einen neuen Netto-Markt, dessen Konturen schon deutlich erkennbar sind und der im Verlauf des Sommers eröffnet werden soll. Mit den Gebäuden verschwand auch der Brunnen samt Plastik. Noch im Winter hatte Artur Flohe ein Foto davon geschossen. Wenig später erfuhr er von einem einstigen Kollegen, dass der Brunnen abgerissen wurde. Vor Ort entdeckte er ihn schließlich beschädigt inmitten von Schutt. „Das hat mich so geärgert“, sagt der einstige Lehrausbilder bei der KPG „neue form“.

Sorgen gemacht um die Brunnen-Plastik hat er sich schon seit ein paar Jahren. Auch an Lautas Bürgermeister Frank Lehmann hat er sich vor geraumer Zeit gewandt. Hilfe bei der Bewahrung des Kunstwerkes bekam er allerdings keine, lediglich den Hinweis, dass es sich um Privateigentum handle und die Stadt nichts tun könne. In der Zwischenzeit hat der Bürgermeister erfahren, dass der Brunnen nicht verschrottet, sondern geborgen werden soll. „Es wurde aber keine Lösung gefunden, ihn an anderer Stelle im Stadtgebiet zu integrieren“, so Frank Lehmann.

Artur Flohe selbst hat die Initiative ergriffen, um die Brunnen-Plastik zu retten. „Ich habe mit dem Bauleiter gesprochen. Der wollte den Brunnen kostenfrei abgeben.“ Kurzerhand hat Artur Flohe seinen ehemaligen Kunstschmied-Lehrling Uwe Reier, der heute der Geschäftsführer der gleichnamigen Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH ist, angesprochen, ob der die Möglichkeit hat, das über zwei Meter hohe und nicht gerade leichte Kunstwerk zu bergen, abzutransportieren und einzulagern. Das ist nunmehr geschehen. „Ich bin froh, dass der Brunnen gesichert und nicht in einer Schrottpresse gelandet ist“, so Artur Flohe.

Es wäre nicht der erste Brunnen gewesen, der verschwunden ist. Artur Flohe, der 27 Jahre lang – von 1967 bis zur Auflösung 1994 – bei der KPG „neue form“ gearbeitet hat, erinnert sich an zwei Brunnen, die er in den 1980er-Jahren für die Messe in Leipzig gebaut hat. Von diesen existieren nur noch Bilder in einem dicken Album mit vielen weiteren Fotos. Eines davon zeigt ein 1986 angefertigtes Wasserspiel in Wismar. „Das steht noch, aber nicht mehr als sprudelnder Brunnen“, weiß der 79-Jährige.So etwas kann sich Artur Flohe auch für den Brunnen von Lauta vorstellen. Dazu müsste dieser zwar erst einmal restauriert werden, denn Metalldiebe haben schon eine Kugel vom Kunstwerk demontiert. Das besteht fast ausschließlich aus Kupfer. Nur die Mittelsäule und die Leitungen sind aus Edelstahl angefertigt. Ein Hingucker wäre die Plastik auch ohne sprudelndes Wasser allemal, ist Artur Flohe überzeugt. Und falls sich in Lauta kein geeigneter Standort finden sollte, dann hat vielleicht eine andere Gemeinde oder Stadt einen solchen – und Interesse an dem einzigartigen Kunstwerk.

Auch wenn es zuletzt nicht mehr so aussah, aber diese Plastik gehörte einmal zu einem funktionierenden Wasserspiel, wie auf dem Foto deutlich zu sehen.
Auch wenn es zuletzt nicht mehr so aussah, aber diese Plastik gehörte einmal zu einem funktionierenden Wasserspiel, wie auf dem Foto deutlich zu sehen. © Foto: Artur Flohe

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