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Bücher sind Lebens-Mittel

... darum sind und bleiben die entsprechenden Geschäfte während der durch Corona erzwungenen Restriktionen offen.

Kelly Kittel, Filialleiterin von Thalia im Lausitz-Center Hoyerswerda, empfiehlt ganz österlich die Beatrix-Potter-Bücher, deren Hauptheld „Peter Hase“ ist, und „korbweise“ Hasen-Plüschtiere.
Kelly Kittel, Filialleiterin von Thalia im Lausitz-Center Hoyerswerda, empfiehlt ganz österlich die Beatrix-Potter-Bücher, deren Hauptheld „Peter Hase“ ist, und „korbweise“ Hasen-Plüschtiere. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Für den Buchhandel in Sachsen war der 8. März eine kleine Zeitenwende. Ab diesem Datum war er im Freistaat den „systemrelevanten“ Einkaufsstätten gleichgestellt, durfte wieder öffnen – genau so wie Blumengeschäfte und Baumärkte; Lebensmittler und Tankstellen ja sowieso. Gewiss war mit „Click & Collect“, also „Bestellen und Abholen“ schon kurz vorher ein bisschen was möglich geworden.

Auch hier hatte sich Sachsen ja als einziges Bundesland lange gesperrt, eröffnetet als letztes seinen Händlern erst zum 15. Februar die Möglichkeit, telefonisch oder im Internet Bestelltes in der Filiale abzuholen. Aber gerade in Hoyerswerda gibt es viele ältere Menschen, die nicht unbedingt begeisterte Internet-Nutzer sind, so dass diese neue kleine Freiheit kaum zum Tragen kam.

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Trotz offener Türen gezweifelt

„Click & Meet“, die Vereinbarung eines individuellen Einkaufstermins in einem Zeitfenster mit Eintrag in einer „Anwesenheitsliste“, wie es ab 8. März für viele Sparten in Sachsen möglich war, ist zwar besser als nichts – doch einen spontanen Besuch im Laden konnte es nicht ersetzen. Aber genau der war für Kunden von Buchhändlern ab dem 8. März wieder möglich – unter Beachtung der Hygienevorkehrungen wie Maskenpflicht und verringerte Kundenanzahl in den Läden. „Anfangs war vielen gar nicht bewusst, dass sie wieder «einfach so» ’reinkommen dürfen. Sie haben sich trotz offener Türen nicht getraut und bestenfalls gefragt“, schildert Elisabeth Sygusch die ersten Tage ab dem 8. März. Die Inhaberin des Buch- und Musikhauses der Hoyerswerdaer Altstadt hat festgestellt, dass die Besucher richtiggehend dankbar waren und sind: Bücher und „Artverwandtes“ wieder selbst in Augenschein nehmen, wählen – und einfach jemanden zum Reden haben. Auch Elisabeth Sygusch ist froh, dass die Kunden ihrem Geschäft die Treue gehalten haben. Und sie ist bald nicht mehr Alleinunterhalterin: „Ab 1. April sind auch meine «Mädels» wieder im Laden.“ Sie ermuntert die Hoyerswerdaer, ihre Oster-Einkäufe „live“ zu tätigen. Außer Büchern gibt es neckische Kleinigkeiten fürs Osternest – und Spiele. Die haben wieder Konjunktur; ganz gleich, ob Klassiker oder neuere Strategiespiele.

Fußball, Trüffel, Geldscheinbündel

Diese Beobachtung hat auch Kelly Kittel gemacht. Die Filialleiterin der Thalia-Buchhandlung im Hoyerswerdaer Lausitz-Center stellt fest, dass „Dinge, die eine Zeit lang als «uncool» galten, neue Wertschätzung erfahren: Spiele, Puzzles, Familienbeschäftigungen, selbst Sticker- und Bastelbücher sind geradezu absolut «in» ...

Nicht minder beliebt sind Bücher und Dinge, die der Wissensvermittlung dienen – ganz ohne pädagogisches Bemüht-Sein. Hierzu zählen Roboter-Bausätze, Becherlupen für kleine Naturforscher, Prismen ...

Eine Extra-Abteilung ist für Fußball-Fans reserviert. Wessen Herz für Borussia Dortmund oder Bayern München oder Dynamo Dresden schlägt, findet hier vieles, was den Alltag gelb-schwarz oder rot-blau macht. Aber auch (fast) alles rund um die Fernseh-Maus, die 50. Geburtstag feiert, ist bei Thalia erhältlich. Außerdem gibt es fürs Osternest kleine Süßigkeiten; (Schoko-) Trüffel oder Normal-Schokolade, originell verpackt als Geldscheinbündel. Sage noch wer, Geldgeschenke seien geschmacklos!

Elisabeth Sygusch, Inhaberin des altstädtischen Buch- und Musikhauses in der Friedrichsstraße 37, empfängt Besucher mit einer handbeschrifteten (Schul-) Tafel: „geöffnet“. Ihre Extra-Tipps: Spiele (wie der mit leichtem Hintersinn ausgewählte „Hexentanz“)
Elisabeth Sygusch, Inhaberin des altstädtischen Buch- und Musikhauses in der Friedrichsstraße 37, empfängt Besucher mit einer handbeschrifteten (Schul-) Tafel: „geöffnet“. Ihre Extra-Tipps: Spiele (wie der mit leichtem Hintersinn ausgewählte „Hexentanz“) © Foto: Uwe Jordan

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